Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Forgotten Tomb: Under Saturn Retrograde

Pflicht für jeden Black-Metal-Fan!
Wertung: 9/10
Genre: Black Metal, Doom Metal
Spielzeit: 50:50
Release: 22.04.2011
Label: Agonia Records

Wer meine Reviews kennt, der weißt: Italien ist, musikalisch gesehen, nicht mein Lieblingsland. Selten hat eine Band aus dem Stiefelland mal die Eier, vom gewohnt pathetischen Power-Metal-schwangeren, Keyboard-missbrauchenden Weg Abstand zu nehmen und sich auf steinige Pfade zu wagen. Beispiele gibt es zuhauf und die meisten haben es dermaßen schnell in die hinterste Ecke des heimischen CD-Schranks geschafft, dass hier jegliche namentliche Erwähnung pure Zeichenvergeudung wäre.

Dem Metalgott sei es gedankt, es gibt auch erfreuliche Ausnahmen von der Regel. Forgotten Tomb aus Piacenza sind eine solche, auch wenn ihre eigens kreierte Genrebezeichung Nihilistic Black Rock Unlimited ein bisschen an den Haaren herbeigezogen erscheint. Das Quartett hat sich seit der Gründung 1999 erfreulich wenig mit EP-Veröffentlichungen aufgehalten (abgesehen vom Debüt „Obscura Arcana Mortis“) und stattdessen von 2002 bis 2007 vier hochgelobte Langrillen veröffentlicht. Nummer fünf hört nun auf den kryptischen Namen „Under Saturn Retrograde“ und lässt von Rock bis auf einige kurze Ausflüge relativ wenig verspüren – schwarzmetallische Aggression, gepaart mit Doom-Melodien und einer gewissen Depressive-Suicide-Black-Metal-Atmosphäre gibt es hier stattdessen zu hören und vorneweg sei gesagt: Die Herren machen ihre Sache verdammt gut!

Der Autorin dieser Review sind zwar die Vorgängerwerke leider nicht bekannt (was aber schnellstens nachgeholt wird, soviel ist sicher!), aber „Under Saturn Retrograde“ spricht alleine schon ziemlich gut für sich: Bereits der Opener entwickelt sich nach einem einzigen Durchgang zu einem neuen Liebling – „Reject Existence“ beweist auf fast sieben Minuten, dass auch Italiener a) auch ohne Keyboards auskommen und b) auch bitterböse Musik fabrizieren können. Sänger und Gitarrist Herr Morbid bedient sich zwar des bekannten Black-Metal-Gekrächzes, dennoch kann man dem Mann sein Talent nicht absprechen. Zusätzlich zu der großartigen Gesangsperformance sorgt der Gute zusammen mit seinem Kollegen Razor SK für einige brilliante Gitarrenläufe, die sich mal hintergründig vorbeischlängeln, mal dominant in den Vordergrund preschen und zu der besonderen Grundstimmung der Platte beitragen.

Hört man sich dann „Joyless“ an, kann man sich in etwa denken, wie man überhaupt auf die Bezeichnung Nihilistic Black Rock Unlimited kommen kann – die Strophen werden mit tiefer Stimme vorgetragen, die ein wenig an die ganz alten The 69 Eyes erinnert (zu „Wasting The Dawn“-Zeiten, als sie noch nicht zu Teenieschwärmen verkommen waren), im Wechsel gibt es dann wieder fieses Krächzen und im Refrain sogar klaren Gesang, der erstaunlich gut rüberkommt und von einem ohrwurmigen, treibenden Gitarrenlick untermalt wird. Wenn man sich das Lied neben den übrigen Songs anhört, möchte man kaum glauben, dass da ein und dieselbe Band am Werk ist – allerdings spricht es für die Italiener, dass sie sich an solche kleinen Experimente heranwagen.

Den Titeltrack haben Forgotten Tomb direkt in zwei Songs aufgespalten – das rasante „Part I“, dessen Drumsound ein wenig an Eisregen erinnert, bei dem Herr Morbids Vocals allerdings mit ordentlich schwarzmetallischem Hall unterlegt sind und dennoch kräftiger denn je aus den Boxen brechen, und das Instrumental „Part II“, das ein erstaunlich ruhiges Gegenstück darstellt und erst gegen Ende an Fahrt gewinnt. Ganz großartig fällt dann auch der Rausschmeißer „Spectres Over Venice“ aus, das über dreieinhalb Minuten volles Rohr durch die Boxen hämmert; dann schlägt eine Akustigitarre eine geradezu mystische Melodie an, die auch bei Folk- oder Viking-Bands durchaus ins Schema passen würde, bevor Herr Morbid mit heiserem Gesang und beinah gerufenen Vocals den Schluss bestreitet.

Ein Fazit ist hier eigentlich unnötig, lediglich dies sei gesagt: Alle Fans von leicht atmosphärischem Black Metal, die Forgotten Tomb noch nicht kennen, sollten sich schnellstens aufmachen, um eine oder mehrere Platten der Band zu erwerben. Es lohnt sich in jedem Fall!

comments powered by Disqus

Das Wochenende klingt mit Volldampf aus

 

 

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“

Perfekter Tour-Abschluss, der mehr Zuschauer verdient hätte

Kurzweiliger Abend mit kleinem Vorgeschmack auf das kommende Album

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging