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Forgotten Tomb: … And Don’t Deliver Us From Evil

Eine der besten Black/Doom-Bands
Wertung: 9/10
Genre: Black Metal, Doom Metal
Spielzeit: 52:34
Release: 02.11.2012
Label: Agonia Records

Wer sich als Black-Metal-Fan nicht ausschließlich im Brutalo-Knüppel-und-Geschrei-Modus befindet, dem sollten die Italiener Forgotten Tomb mittlerweile ein Begriff sein. Die Black-Doom-Truppe erreichte die The-Pit.de-Redaktion zwar erst mit dem fünften Album „Under Saturn Retrograde“, das  im Frühjahr 2011 erschien, dafür räumte sie aber gleich aus dem Stand neun von zehn Punkten ab. Passend zur kalten Jahreszeit haben die Vier bereits Anfang November den sechsten Longplayer herausgebracht, der auf den wesentlich ungemütlicheren Titel „… And Don’t Deliver Us From Evil“ getauft wurde und sowohl als CD als auch Vinyl auf die Fans losgelassen wird. Uns liegt hier die normale Version mit sieben Songs und knapp 52 Minuten Spielzeit vor – auf der Digipack-Version gibt es mit „Transmission“ noch ein Joy Division-Cover, auf der Vinylvariante haben Forgotten Tomb zusätzlich Buzzovens „Sore“ durch die Mangel gedreht.

Auf „… And Don’t Deliver Us From Evil” startet das Quartett wuchtig und fies mit “Deprived” – eine Mischung aus Black Metal und Groove kommt hier aus den Boxen, unterlegt durch atmosphärische Gitarren im Refrain und Herrn Morbids fieses Geschrei. Knapp bei der Hälfte schlägt der Song um und man findet sich in einer Spur von fragilen Gitarren wieder, die natürlich unwiderruflich zum bandtypischen, leicht epischen Höhepunkt hinleiten, bei dem man sich weder das Grinsen noch das Mitwippen mit Fuß und Kopf verkneifen kann. Ein wirklich sehr schöner Einstieg, den die Italiener hier abliefern!

Überhaupt zeigen sie sich hier fast noch eine Spur spielfreudiger als auf der letzten Veröffentlichung. Bei Tracks wie „Adrift“ fühlt man sich sogar ein wenig an Paradise Lost erinnert – in der einen Sekunde keift der Frontmann noch schwarzmetallisch ins Mikro, im nächsten Moment gibt es fast sanften Klargesang, der aber durch die hintergründigen Gitarren dennoch drängend wirkt. Dass Forgotten Tomb keine Band ist, die sich mit Drei-Minuten-Songs abgibt, dürfte ja auch nichts Neues sein; mit „Love Me Like You‘d Love The Death“ haben die Herren ein fast neunminütiges Epos auf die Platte gepackt, bei dem gleich von Beginn an die Leadgitarre dominiert, die ein wenig in Richtung Depressive Suicide Black Metal tendiert. Überhaupt tendiert der ganze Song in diese Richtung; die wummernden und präzisen Drums im Refrain unterstreichen die perlenden Leadriffs, das konstante Geschrei des Sängers trägt seinen Teil zur verzweifelten Stimmung bei und trotz seiner nicht unbeträchtlichen Länge wird das Stück zu keiner Sekunde langweilig – eine Fähigkeit, die die Band schon auf dem letzten Output unter Beweis gestellt hatte.

Im direkten Vergleich mit dem finalen „Nullifying Tomorrow“ und „Love Me Like You‘d Love The Death“ zeigt sich dann sogar, dass die Band gar nicht zu so vielen unterschiedlichen Strukturen greift. Die Akkorde ähneln sich ziemlich, mit dem Unterschied, dass der letzte Track der Scheibe etwas unaufdringlicher daherkommt. Forgotten Tomb nehmen also eine Handvoll sehr gute Songarrangements und variieren einfach munter drauflos – „einfach“ ist es natürlich keineswegs, sonst würden nicht so wahnsinnig viele schlechte Bands auf dem Erdball herumstreunen. Man ist aber doch beeindruckt, mit welch simplen Variationen die Band eine völlig neue Grundstimmung kreiert.

„… And Don’t Deliver Us From Evil“ reiht sich ziemlich nahtlos in den hochkarätigen Backkatalog der Italiener ein. Viel mehr kann man gar nicht zu der Scheibe sagen; es handelt sich um qualitativ hochwertigen Black/Doom, der nicht nur steril und technisch durch die Boxen kommt, sondern wahrhaftige Gefühle transportiert. Forgotten Tomb liefern damit definitiv einen der Soundtracks für die kalten Tage.

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