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Forgotten Memories: Dreams In Reality

Definitiv zu wenig Arschtritt-Potenzial
Wertung: 5,5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 47:09
Release: 30.11.2012
Label: Eigenproduktion

Mit Forgotten Memories schiebt sich wieder mal eine knackjunge Metaltruppe in den peripheren Fokus der örtlichen Musikschreiberlinge – die zurzeit noch labellosen Hessen haben laut Infos in ihrem Heimatbundesland bereits ordentliche Plätze bei diversen Contests ergattert, stellten eine Minitour in Polen auf die Beine und machen auch nicht erst seit gestern gemeinsam Musik: Die jetzige Viererformation steht immerhin schon seit Frühjahr 2009, eine EP gibt es mit „Torn“ auch schon, jetzt folgt also das Debütalbum.

„Dreams In Reality“, so der Erstling mit Namen, hat rein optisch schon noch einen nicht abstreitbaren Newcomer-Charme. Ein bisschen schaut das Cover aus wie die kreativen Ergüsse, die man in langweiligen Schulstunden so aufs Papier bringt, allerdings hat man von jungen Bands schon wesentlich Schlechteres zu Gesicht bekommen und kann sich höchstens an der Tatsache reiben, wieso jemand, der erhängt wurde, überhaupt vor Blut tropfen soll. Das sind aber anatomische Finessen, die uns nicht weiter stören sollen, schließlich wollen wir uns hier mit der Musik des Quartetts beschäftigen.

Laut Info sollen sowohl Metal- als auch Rockfans auf ihre Kosten kommen und wirklich – Forgotten Memories kommen die meiste Zeit nicht so hart rüber, dass sich Schwiegermütter empört abwenden müssten, sind aber doch eine gute Spur zu heftig für die gängige Rock-Klientel, die ja meist schon von allzu harten Vocals abgeschreckt wird.

Nach dem gefühlten 80. Durchgang ist einem immer noch kein absoluter Tiefpunkt ins Auge beziehungsweise Ohr gefallen, so richtige Highlights benennen kann man aber auch nicht. Moment, doch: Neben den Stimmen der drei Herren (denn ausschließlich Drummer Marius bekommt hier kein Mikro vor die Nase gepappt) schleicht sich auch noch das liebliche Organ einer jungen Dame ein. Bei „As I“ haben sich FM ein Stimmchen namens Katja Aujeska ins Boot geholt – „Stimmchen“ deswegen, weil die Gute wirklich unheimlich zierlich und zerbrechlich klingt, aber ordentlich Eindruck macht.

Ansonsten geben die drei Jungs am Mikro aber auch ohne weibliche Unterstützung ein recht stimmiges Bild ab. Klar, obwohl in einem professionellen Studio aufgenommen, gemischt und gemastert, fehlt da noch ein bisschen der Pfeffer im Sound, druckvoller könnten die Shouts und Screams auch aus den Boxen kommen, aber schon beim Opener „Broken Faith“ kann man über die härteren Gesangsstile nicht viel meckern, während der klare Gesang sich noch etwas gewöhnungsbedürftig ausnimmt.

„Guardian Angel“ lebt dann hauptsächlich von den mysteriös anmutenden Instrumentalparts in den Strophen, setzt sich im Refrain aber als ganz penetranter Ohrwurm im Gehörgang fest.  Schön ist auch das Gitarrensolo gegen Ende – da merkt man ein bisschen die Einflüsse wie Trivium oder Bullet For My Valentine.

Insgesamt haben Forgotten Memories aber etwas wenig Feuer unterm Arsch, was vor allem bei solch martialischen Titeln wie „Screaming For Some War“ oder „Demon Inside“ deutlich wird (umgekehrt greifen die Jungs aber bei Titeln wie „I Need You“ oder „Lost Like A Falling Tear“ zum Glück nur im Titel in die Kitschkiste). Klar bauen Bassist Sten und Gitarrist Dennis hier und da deftigere Vocals ein und gerade bei letzterem Song machen die beiden ihren Job wirklich gut, aber so richtig Bewegung kommt da nicht unbedingt ins Spiel. Auch bei „Goodbye“ wird an sich recht gut Druck aufgebaut, zwischendurch wird aber wieder so abgebremst, dass gar kein richtiges Tempo aufkommen kann. Trotzdem beweisen die Jungs hier schon songschreiberische Qualitäten, was den Track zumindest zu einem Anspieltipp macht.

„Lost Like A Falling Tear“ hat dann einen wirklich coolen Gitarrenpart aufzuweisen, der auch längere Zeit im Gedächtnis bleibt. Apropos: Gegen Ende des Albums packt die Band anscheinend eh die interessanteren Tracks aus. „Sanity“ beispielsweise markiert mit Abstand den stärksten Song der ganzen Scheibe und steht an vorletzter Stelle. Das Beste zum Schluss, oder wie? Klappt zumindest in diesem Fall ganz gut – auf die Anspielliste damit!

Fazit: Kurz und knapp – da fehlt noch einiges. Mehr Arsch, mehr Druck und vor allem mehr Differenzierung; ein wenig komisch mutet es nämlich schon an, dass Songs mit so unterschiedlichen Titeln wie „I Need You“ und „Screaming For Some War“ so ziemlich den gleichen Härtegrad aufweisen.

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