Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Forgery: Harbouring Hate

Treibender Knüppelkram
Wertung: 7/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 52:23
Release: 09.11.2009
Label: Candlelight Records

Nein, aus Norwegen kommt nicht nur Black-Metal. Auch dort gibt es noch die ein oder andere Minderheit, die sich anderen Substilrichtungen widmet, wie zum Beispiel die Thrash Metaller von Forgery.

Drei Jahre nach ihrem ersten Album sind sie nun mit neuem Drummer im Gepäck zurück und legen uns das durchgreifende Album „Harbouring Hate“ auf den Tisch. Der Sound des Albums ist roh und klar, der Takt stampfend und prägnant. Leider meist so prägnant, dass alle anderen Feinheiten, die es bei Forgery durchaus zu entdecken gibt, zurückstecken müssen, weil sie einfach übergeknüppelt werden.

Anders Moen legt bei seinem Gesang viel wert auf einen aggressiv gesprochenen Stil, der ein wenig an Fear Factory-Frontmann Burton C. Bell erinnert. Dieser Stil ist genauso roh wie der treibende Beat und passt deswegen gut. Nach einer Weile wird der Gesang aber ziemlich eintönig und langweilig, da mit Variationen äußerst sparsam umgegangen wird.

Eine Ausnahme ist aber überraschenderweise zum Ende des Albums doch noch zu finden: In „Sever“ nutzen Forgery den Effekt von Stimmüberlagerungen. Der ist zwar im Grunde nicht beachtlich herausragend, man begrüßt ihn beim Hören aber trotzdem, weil er eine lang vermisste Variation mit sich bringt. Leider ist er auch schon nach ein paar Sekunden vorbei und das Altbekannte nimmt wieder seinen Platz an.

Kleine Höhepunkte findet Harbouring Hate immer wieder in den zwar kurzen aber wenigstens vorhandenen Gitarrensoli, die es nicht nur schaffen den Takt kurzzeitig aufzulösen, sondern auch mit Melodien zu beigeistern wie zum Beispiel in „Turns To Dirt“. Diese fallen bei dem Album ansonsten leider nur mager aus, wodurch die Lieder nicht durch Eingängigkeit punkten.

Als einziges durchbricht „Sever“ den Kreis, indem sich bei diesem doch mit ziemlich gleichem Anteil harte Klänge mit einem immer wiederkehrenden melodischen Part abwechseln, der es schafft, den Krampf-Beat kurzzeitig aufzulockern. Ansonsten schaffen die Gitarren aber einen dreckigen Sound, der gut zum Album passt.

Das Wort „Monotonie“ ist aber trotz aller Kritik Fehl am Platz. Man merkt durchaus das Bestreben der Band, Abwechslung in ihre Musik zu bringen, doch leider wehrt diese nie sehr lange und Forgery verfallen über kurz oder lang dann doch wieder in alte Schemata und Wiederholungen.

Die CD prescht zwar von Anfang an kraftvoll voran, bleibt aber leider fast durchgängig auf einem Niveau, das zwar energiegeladen ist, sich leider aber nicht einmal ganz entlädt. So bleibt auch der Hörer nach Ende des Albums in einem unbefriedigten Gefühl von aufgestautem, aber nicht wirklich brodelndem Feuer zurück.

Die Scheibe hat ein großes Problem: Für die Dauer eines Liedes sie wirklich durchschlagend und begeisternd: Der Beat ist meist mitreißend und dies wird einem spätestens auf der Tanzfläche als Vorteil bewusst. Doch für die Dauer eines Albums fehlen dann doch herausragende Höhepunkte. Das Album wirkt leider zu oberflächlich und glatt, so dass sich im Endeffekt keine rechte Stimmung einstellen will - von Atmosphäre ganz zu schweigen.

Vielleicht würde sich das schon dadurch ändern, würde man den Bass stärker hervorhebt. Von diesem hört man nämlich so gut wie nichts. Wer ist eigentlich Morten Steen? „Harbouring Hate“ ist unterm Strich zwar brachial, aber nicht ernsthaft bedrohlich oder befreiend.

Eines muss man den Jungs aber zu Gute halten, denn das können sie wirklich: Knüppeln, knüppeln, knüppeln!

comments powered by Disqus

Energiegeladener Abend, bei dem die Bands überzeugen können

Top-Stimmung in der Markthalle auch an einem Mittwochabend

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben