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Forest Of Shadows: Six Waves Of Woe

Wunderbar melancholische Musik zum Versinken
Wertung: 8.5/10
Genre: Melancholic Metal
Spielzeit: 47:59
Release: 19.11.2008
Label: Firedoom Music (Firebox)

Die hier zu besprechenden Forest Of Shadows sind eine jener Bands, bei denen man instinktiv weiß, dass sie aus dem hohen Norden kommen müssen. Klar, melancholische Musik gibt es auch aus anderen Ländern, aber ein Sound, wie er bei „Six Waves Of Woe“ zu hören ist, kann eigentlich nur von einer skandinavischen oder finnischen Band kommen.
Warum, kann ich eigentlich schlecht erklären, aber die Schwermütigkeit, die todtraurigen Melodien und Gesangslinien, die sich durch das komplette Album ziehen, lassen mich stets an einsame nordische Moore mit abgestorbenen Bäumen oder Seen, die von dichten Wäldern umrahmt sind, denken. Hört solche Trauerepen wie „Selfdestructive“, „Moments Of Solitude“, „Detached“ oder „Deprived“ (schon die Titel sagen ja einiges) am besten selbst und ihr werdet sicherlich verstehen.

Erstaunlicherweise handelt es sich bei Forest Of Shadows um ein Ein-Mann-Projekt, das 1997 von dem Schweden Niclas Frohagen gegründet wurde. Zwar schloss sich, nachdem Frohagen das Demo „Silent Cry“ eingespielt hatte, mit Micce Andersson zwischendurch ein weiterer Multiinstrumentalist dem Projekt an, und noch einige weitere Gitarristen, Bassisten und Schlagzeuger waren kurz bei Forest Of Shadows zugange, doch einziges konstantes Mitglied war stets Niclas Frohagen, der eben auch bei vorliegender Scheibe für alle Instrumente verantwortlich zeichnet und sämtliche Vocals einsang.

Nun bin ich Ein-Mann-Projekten gegenüber eigentlich immer sehr skeptisch eingestellt – in der Vergangenheit gab es da leider unheimlich viel Grütze, wenngleich dies allerdings meistens auf Black-Metal-One-Man-Shows zutraf. Bei Forest Of Shadows jedoch handelt es sich weder um Black Metal, noch um jemanden, der sich wichtig machen will, indem er versucht, zu zeigen, wie toll er ist, weil er tausend verschiedene Instrumente meint spielen zu können, letzten Endes jedoch eigentlich gar nichts kann. Ganz im Gegenteil: Hätte ich mich nicht über die Band informiert, wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, dass hier nur eine Person am Drücker ist.

Die CD hört sich wie von einer ganz normalen Band eingespielt an, ist gut produziert, und man merkt, dass hier ein Musiker am Werk war, der etwas von Arrangieren und Dynamik versteht. Schwermütige Riffs werden in den größtenteils überlangen Songs immer wieder von harmonisch ausgefeilten, passend eingebauten, wunderschönen Akustikpassagen unterbrochen, düstere Ausbrüche mit Growls wechseln sich mit den angesprochenen traurigen Gesangslinien ab. 

Frohagen versteht es außerdem hervorragend, aus wenig viel zu machen, einen Song geschickt mit relativ einfachen Mitteln spannend aufzubauen. Es gibt hin und wieder eine gewisse Monotonie wie im Doom-Metal, dennoch ist die Musik insgesamt sicherlich leichter zugänglich, melodischer und vielschichtiger als bei den meisten puren Doom-Bands.

Dieser exzellente Mix aus Doom und Death Metal mit akustischen und melodischen Passagen erinnert häufig stark an frühe Katatonia, was nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass die Band bereits auf einem Katatonia-Tribute-Sampler mit dem Song „Rainroom“ von „Brave Murder Day“ vertreten war. „Six Waves Of Woe“ jedenfalls ist ein mehr als gelungenes, emotionales und spannendes Album, das man im Dunkeln hören sollte und in das man sich wunderbar fallen lassen kann.

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