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FORE: Hombres

Wer hier nur stumpfen Punkrock erwartet, liegt falsch
Wertung: 8,5/10
Genre: Punkrock
Spielzeit: 22:21
Release: 09.02.2021
Label: For Those Who Chose To Pose

Punk kann man immer brauchen, wenn mal wieder die warme Jahreszeit winkt. Kaum ein Genre kann so sommerlich-besoffen daherkommen wie guter Punkrock. Da machen FORE schon so einiges richtig, fügen aber doch noch einen Twist hinzu, der vor allem von der immer etwas deprimierten Stimme des Fronters herrührt: Zwar steckt auf dem Debüt „Hombres“ gehörig Spielspaß, man hat aber doch durchaus mal einen Kloß im Hals.

Aus eben diesem Grund mag die Gruppe die Schreiberin dieser Zeilen eher an Combos wie The Offspring, Pennywise oder Sum41 erinnern und weniger an Punkspaßcombos, aber genau das verleiht den zwölf Tracks auf der schicken gelben Vinyl natürlich gerade mehr Tiefe.

Gestartet wird mit „Pet“ und recht klassischem Melodic Punkrock, der auch mal entfernt an die Kollegen von Rise Against erinnert, die aber sicherlich nie eine Zeile wie „Like every good bitch, you like to be walked“ eingebaut hätten. Mit dem flotten Track steht aber auch schon der erste Anspieltipp fest, der vom folgenden, deutlich vertrackteren, aber nicht weniger geilen „Diagnosis“ unterstützt wird. Hier schnuppert die Truppe dann wie erwähnt Sum41-Luft; von der etwas nöligen stimmlichen Ausrichtung bis hin zu den von Metal geprägten Gitarren.

Eine kurze Verschnaufpause darf man sich gönnen, dann steht mit „Churchill Quote“ das nächste Highlight parat, das ähnlich gelagert die Symbiose von bratenden Gitarren und Punkrhythmen feiert. Auch textlich muss man hier genauer hinschauen, entpuppen sich die Lyrics doch beinah schon als romantisch (wenn auch ein bisschen verzweifelt), wenn Fronter Brian singt: „I was made out of stone/Until you walked right in/Now I‘m flesh and bone/Made to be broken“. „It‘s Not You, It‘s Me“ markiert dann das nächste, erstaunlich trocken rockende Highlight – überraschend, wie vielschichtig sich FORE auf ihrem Debüt präsentieren.

Die Variabilität der Truppe zeigt einmal mehr „Knocked Down“, das sich FORE fast bis zum Schluss aufgehoben haben: Hier steht eher Hardcore im Fokus und vor allem die Vocals lassen da schnell Assoziationen zu Agnostic Front oder Madball aufkommen, dazu noch ein ordentlicher Druck in der Rhythmusfraktion – ein genialer Schachzug.

Mit „Hombres“ ist dem Quartett direkt zu Beginn ihrer Karriere ein ziemlich geiler Output gelungen, der neben Punkrock auch Metal und Hardcore mit einwebt, ohne sich allzu sehr der Verschmelzung zu widmen. Wie selbstverständlich spielt die Truppe mit verschiedenen Einflüssen, die jeden vor den Kopf stoßen werden, die hier nur simplen Punk erwartet haben. Trotz der sonnigen Vinylfarbe kommt hier gar nicht mal so ausgelassene Partystimmung auf, stattdessen wird auf Tiefe gesetzt – Gratulation zu diesem Erstling.

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