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Forcentury: Vanguard

Heavy Metal, der die Welt retten soll - wer's glaubt!
Wertung: 4.5/10
Genre: Power Metal, Heavy Metal
Spielzeit: 49:49
Release: 27.11.2009
Label: Eigenproduktion

Debüt-Alben sind ja immer eine heikle Sache. Man will der noch jungen Fangemeinde zwar alle Raffinessen der Band präsentieren, sich aber noch nicht allzusehr verheizen, um mit den nächsten Alben immer noch einen drauflegen zu können. Da kann die Latte schon mal recht niedrig angesetzt werden – wie im Falle der Dänen Forcentury. Das Sextett legte Ende 2009 seinen ersten Longplayer „Vanguard“ vor, um die Metalmassen zu bewegen und mit Heavy Metal die Welt zu retten, so der Pressezettel. Des Weiteren versprach das Blättchen einen „mix of thrashers, ballads and plain old solid power metal“.

Hm. Von Thrash ist nicht viel zu entdecken, Balladen und Power Metal findet man hingegen auf der Scheibe zuhauf. Damit haben Sänger Johnn Thunder, die beiden Gitarreros Marc Masters und JaCK, Keyboarder Andreas Palsgard, Drummer Jonas Landt und Bassist Iver allerdings gehörig übertrieben – „Vasguard“ strotzt nur so vor pseudo-bombastischen Melodien, irritierenden Keyboard-Passagen und vor allem ist die Scheibe nicht richtig abgemischt, denn Mr. Thunder hat hörbar Probleme, die Instrumentalfraktion zu übertönen.

Das Soundproblem fängt schon bei „Land Of Mirrors“ an, dessen schnelles Gitarrensolo in Kombination mit dem Keyboard an eine softere Version von Children Of Bodom denken lässt; vor allem letztgenanntes Instrument erinnert während der gesamten Spielzeit leicht an die finnischen Überflieger von Nightwish, nur leider kommt bei Forcentury nicht mal halb so viel Stimmung auf. Der Refrain ist absolut bescheiden, ob's an der zu leise abgemischten Stimme liegt, bleibt zu bezweifeln. „Through The Eyes Of Thunder“ ist in das absolut gleiche Schema gepresst wie sein Vorgänger, doch schon „Rise Of The Machines“ bringt Licht ins Dunkel: Mixtechnisch sieht's hier um einiges besser aus, der ruhige Song lässt sich durchaus hörbar an und kleidet sich gemäß dem apokalyptischen Titel in ein düsteres Gewand.

Ein Manko, das Herr Donner die ganze Platte über nicht los wird, ist der Eindruck, dass er die Stücke so schnell wie möglich hinter sich bringen will: Der Mann legt ein Tempo vor und klingt dabei so atemlos, als hätte er grade das Empire State Building per Treppe erklommen. Ob's am Alter liegt? In „Love And Honour“ bewegt sich die Band – man ahnt es schon beim Titel – gefährlich nah am Kitsch; eingeleitet wird das Stück von einem düster-gotischen Glockenspiel, schlecht ist der Song aber nicht. Wirklich amüsant präsentiert sich das letzte Stück, „The Abyss“, obwohl es vermutlich todernst gemeint ist. Johnn schmettert in steter Wiederholung „It's coming for you“, bis man sich fragt: Gut und schön, aber was kommt da eigentlich, um den armen Hörer heimzusuchen? Ist es – endlich – die Apokalypse? Oder das böse Keyboard-Monster, das sich nebenbei bemerkt im Hintergrund austobt? Oder ist es möglicherweise jemand, der sich über die CD beschweren will? Wer oder was es auch ist, es wird vermutlich von der pseudo-bösen Lache abgeschreckt, die klingt wie die eines Langzeit-Kettenrauchers.  

Fazit: Sehen wir das Ganze einfach mal von der positiven Seite. Forcentury können sich jetzt bei ihrem kommenden zweiten Album ganz entspannt ein wenig mehr anstrengen, um ihr Erstlingswerk zu überbieten. Tatsächlich bietet „Vanguard“ einige interessante Keyboard- und Gitarrenpassagen und auch der Gesang kämpft sich stellenweise zu guten Leistungen hoch, dennoch: Mit besserer Produktion und einem etwas entspannter klingenden Johnn Thunder dürfte die nächste Scheibe diese hier um Längen übertreffen. Hoffentlich.

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