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For Them All: Thoughts

Die ersten Schritte zum eigenen Stil
Wertung: 7/10
Genre: Pop-Punk, Emo, Alternative Rock
Spielzeit: 23:17
Release: 08.09.2017
Label: Midsummer Records

Die Pfälzer For Them All sind eine noch recht junge Band – erst 2013 gegründet, veröffentlichte die Truppe dieses Jahr ihre neue EP “Thoughts” via Midsummer Records, sechs Songs stark, irgendwie zwischen College-Feeling, Pop Punk, Alternative Rock und Emo. Dabei klingen For Them All tatsächlich jung und ungestüm – unbeschmutzt von den Tücken, die diese Welt beinhaltet, aber dennoch immer ein bisschen deprimiert, ein bisschen hoffnungslos und eher resigniert als wütend.

Diese Resignation rührt sicherlich zu großen Teilen aus dem etwas entnervten Tonfall her, den Sänger und Gitarrist Dominik die meiste Zeit an den Tag legt – eine an sich etwas eintönige Art zu singen, die aber „Thoughts“ erstaunlicherweise davor bewahrt, inmitten all der gut gelaunten, quietschigen Pop-Punk-Bands unterzugehen. So kann ein scheinbares Manko also zum Pluspunkt werden – bereits beim Opener „Dolor Fantasma“, der eigentlich recht schwungvoll startet, wird das ziemlich deutlich: Der gerade im Refrain, der eigentlich zum Ausrasten prädestiniert sein sollte, recht stoische Gesang hat einen ganz eigenen Charme, den man sich gar nicht so recht entziehen kann – 1:0 für For Them All also.

Gott sei Dank, der Mann ist nicht aus Stein: Passend zu seinen Kollegen, die sich am Schlagzeug respektive am Bass die Hände blutig arbeiten, wird im Refrain von „Every Night“ ein bisschen Geschrei fabriziert, das sich sogar ziemlich gut hören lassen kann. Respekt, beim EP-Einstieg hätte man das keineswegs erwartet.

Mit „Listen“ und auch dem recht ohrwurmigen „Shiver“ machen sich dann immer mal wieder vorübergehende Längen auf der Scheiblette breit, aber eine Ahnung davon, wie For Them All in Zukunft klingen können, hat man ja schon erhalten – auch mit „Ferment“ bietet das Trio nochmal einen schmissigen Pop-Punksong, dessen flirrende Gitarren einen guten Kontrast zu Dominiks Resignation bieten.

Das finale „Fade Away“ kommt dann mit fast schon düsterer Instrumentierung daher, gleich zu Beginn herrscht eine ganz andere Stimmung als auf der restlichen Platte; hier darf sich vor allem Drummer Christoph richtig austoben.

Unterm Schnitt liegt hier die EP einer jungen Band vor, die sicherlich noch den Sound finden muss, in dem sie sich absolut heimisch fühlt, die aber mit „Thoughts“ schon sechs ziemlich gute Schritte auf dem Weg in die Selbständigkeit gemacht haben. Sicherlich hilft es, dass die Bandmitglieder schon in jungen Jahren musikalisch aktiv waren – auch, wenn die Platte ein paar Durchgänge benötigt, bis sie zündet, finden sich hier doch vor allem durch die Kombination von teils monotonem Gesang und wirbelnden Gitarren einige Highlightmomente.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“