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For All Those Sleeping: The Lies We Live

Post-Hardcore allererster Güte
Wertung: 9.5/10
Genre: Post-Hardcore
Spielzeit: 17:52
Release: 24.10.2008
Label: Eigenproduktion

Es gibt viel zu viele gute Metalcore / Screamo-Bands die noch keinen Labeldeal haben: The Word Alive, Speak Now Against The Day und Asking Alexandria beispielsweise, um nur einige wenige zu nennen. Glücklicherweise ist es heutzutage möglich, CDs in Eigenregie zu veröffentlichen – auch wenn es nicht leicht wird.

For All Those Sleeping haben es geschafft und brachten letztes Jahr ihre EP „The Lies We Live“ heraus, bepackt mit fünf herausragenden Songs. Der Opener „Hands So Red On A Face So Pale“ besticht durch klasse Jazz-Passagen, die insbesondere durch einen typischen Basslauf ausgemacht werden, aber selbstverständlich gibt es auch Parts mit Screaming und einen Refrain mit klarem Gesang, sowie einen interessanten Breakdown, bei dem kurz mittels eines elektronischen Brakes alle Instrumente heruntergeschraubt werden, um daraufhin wieder eingefadet zu werden. Auch die Gitarristen spielen gewandt ausgeklügelte Melodien und pumpende Rhythmus-Riffs, wie etwa bei „Tacoma: 1987 When Dreams Come True“ und erinnern dadurch stark an Bands wie Forever The Fallen, nur dass For All Those Sleeping noch elektronische Elemente – bei diesem Song sogar kurz einen elektronischen Beat - verwenden.

„How Can You See With That Lust In Your Eyes?“ überzeugt durch die große Stimmvariabilität – zum einen gibt es gegrowlte Parts, zum anderen klar gesungene, herrliche Hooklines und eher samt gehauchte Bridge-Parts. Bei „Bear Vs. Bear Grylls“ handelt es sich um einen Song der härteren Art, der sich sehr schön aufbaut und bei dem sich solange Growls und Gesang die Klinke in die Hand geben bis sie sich im finalem Ende des Songs überschneiden.

Mein absoluter Favorit der EP ist jedoch der letzte Song, „2182“, der sich durch eine unfassbare Mehrstimmigkeit hervorhebt. Die Gitarreros spielen erst abwechselnd einen Takt lang eine klare, kaum verzerrte Melodie, dann einen Takt lang ein donnerndes Rhythmus-Riff – anschließend beides gleichzeitig. Der Gesang birgt eine tolle Melodie in sich, im Refrain löst der klare Gesang sich sozusagen selbst ab und erklingt in mehreren Schichten. Zum Schluss des Songs wird dieser sogar noch von einem perfekt eingesetzten Chor begleitet und lässt die EP so in einem furiosen Finale mit Gänsehautgarantie enden.

Ich kann nur jedem Fan von Post-Hardcore, Metalcore und ähnlichen Sparten raten, sich diese Band wenigstens ein Mal testweise anzuhören, es lohnt sich mit Sicherheit. Solche Talente sollte man unterstützen und durch den Kauf der EP oder Merchandise fördern, sodass eine Chance auf einen Labeldeal besteht und ein komplettes Album veröffentlicht werden kann.

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