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Fools Errant: Vindicated

Ungefährliche Alternative für den kleinen Hunger zwiwschendurch
Wertung: 7/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 49:22
Release: 24.04.2009
Label: Snoopzone

Mit einem ungewöhnlichen Intro eröffnen die Duisburger Fools Errant ihr Debüt „Vindicated“: Immer wieder unterbrochen von Statikrauschen und kurzen Radioeinspielern werden Refrains aus dem darauf folgenden Album aneinandergereiht. Die Idee mit den Refrains ist mir neu, die mit dem Radio nicht wirklich: 2002 stellten die Queens Of The Stone Age ihr Killer-Album „Songs For The Dead“ bereits in diesen Kontext. Einen kurzen Einspieler aus eben diesem Album haben Fools Errant sich dann auch einfach für ihr eigenes Intro ausgeborgt – will man damit ein Zeichen geben? Steht hier etwa ein Meisterwerk ins Haus, das es wert ist, auf allen Kanälen gleichzeitig zu laufen? Ich warte gespannt...

...und muss meine Ansprüche bald darauf ziemlich zurückschrauben. Was auf „Vindicated“ geboten wird, hat mit Wüstenstaub, Schweiß und Genie etwa so viel zu tun wie die Milka-Kuh mit dem Osterhasen. Statt der erhofften, bunt gemischten Rock-Schlachtplatte - schließlich  nennen Fools Errant explizit die unterschiedliche musikalische Herkunft der Mitglieder – erwartet einen eher ein musikalisches Fertiggericht für die Mikrowelle: Ganz lecker eigentlich, bekömmlich und sättigend für einen Tag, aber nichts wirklich Besonderes und vor allem nichts, was nicht schon mindestens einmal in interessanterer Form besser gemacht worden wäre.

Sauber produziert rockt sich die Band zwar souverän, allerdings ein bisschen zu brav durch den Großteil ihres Sets. Sänger Raphael Peller kann zwar singen, schafft es aber nicht so recht, die Songs über Träller-Level hinauszutragen und auch instrumental scheint man darauf bedacht zu sein, harmonisch sauber und gefällig zu bleiben. Die Melodien gehen zwar kurz ins Ohr, bleiben dort aber nicht allzu lang haften und verdrücken sich bald darauf durchs gegenüberliegende Hörorgan wieder in den Äther. Immerhin erinnern sich speziell die Gitarrenlinien an einigen Stellen noch an ihre ursprünglichen Blueswurzeln, was ich der Band positiv anrechne. Insgesamt bewegt man sich aber in sehr poppigen Gefilden und auch wenn dem Pop mal etwas weniger Stellenwert eingeräumt wird und – wie in „I Wish I’d Died In Your Arms“ - dafür kräftiger gerockt wird, klingt das zwar instrumental deftiger, gesanglich aber nach wie vor zu brav. Den Gegenpart zum Rocksong, die Akustikballade, findet man ebenfalls vor – inklusive Streicher, Schmacht und ganz viel Schmonz. Hätte man einen Song, der schon mit dem Titel „Feel You“ belastet ist, nicht wenigstens etwas weniger kitschig gestalten können? Ich weiß nicht, wer sich so etwas noch anhören kann, bei mir jedenfalls zuckt der Finger unnachgiebig in Richtung Skip-Taste.

Bald darauf wartet mit dem Titel „Get Out Of My Bed“ doch noch eine versöhnliche Überraschung. Verhältnismäßig rotzig und mit ordentlicher Bluesrock-Schlagseite – inklusive der Blues-Eröffnungszeile „Woke up this morning...“ – macht der Track wirklich Spaß und weckt den Wunsch, die kurze Spielzeit von knapp zweieinhalb Minuten mit den viereinhalb Minuten der nachfolgenden Power-Schmonzette namens „Overdose“ zu tauschen.

Als Hidden-Track nach dem letzten Song „Shut Up Girl“ gibt es dann ausgerechnet noch eine Ballade mit Zeilen wie „The meaning of my life is she“ oder „She is twice as lovely | as the rose she throws“. Wer es mag: Bittesehr.

Fazit: Wer locker-luftigen Alternative Rock für sonnige Tage sucht, kann in „Vindicated“ durchaus mal reinhören. Die Unterhaltungs-Halbwertszeit ist aber meiner Meinung nach nicht sonderlich hoch und auch in Sachen Originalität gibt es auf dem Sektor genug Alternativen.

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