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Fluxious: Why So Serious?

Wie Smooth Jazz - nur härter
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Metal/Jazz
Spielzeit:
Release: 28.03.2011
Label: M&O-Music

Wie die Fusion von Jazz und Metal klingen kann, wenn man beide Begriffe recht frei auslegt, wissen wir von den Norwegern Shining: Verdammt laut, verdammt krachig und – zumindest wenn man Kollege Nagel Glauben schenken möchte – verdammt anstrengend. Nun ist natürlich Metal nicht gleich Metal und Jazz auch nicht gleich Jazz und so kommt es, dass Fluxious aus der Schweiz mit den irren Nordmännern musikalisch relativ wenig zu tun haben, obwohl sie sich stilistisch ebenfalls zwischen eben diesen beiden Genres bewegen. Denn während sich Shining vom Metal die Lautstärke und vom Jazz die absolute musikalische Narrenfreiheit nehmen, bedienen sich Fluxious an etwas weniger abstrakten Genremerkmalen: Vom Metal die Instrumentierung (Gitarre, Bass, Schlagzeug, Gesang), auf Riffs basierende Songs und ein ordentlicher Groove; vom Jazz die rasanten Instrumentalläufe, gelegentlich etwas exotischere Harmonien – und warmer, sanfter Frauengesang am Mikrofon. 

Was sich auf den ersten Blick wie eine neue Abart von progressiv angehauchtem Gothic Metal liest, klingt tatsächlich eigenständiger, als man meinen möchte: Das angenehm reduzierte Fundament aus groovigem Drumming und Saiteninstrumenten stellt eimerweise Riffs, Akkordteppiche und einfallsreiche Leads auf die Beine; darüber legt Sängerin Joana Desfosses ihre meist klaren, gelegentlich dezent angerockten Vocals und verpasst dem Geschehen Melodie und Pop-Appeal. Auf Keyboardteppiche verzichten Fluxious dankenswerterweise, sodass der Sound schön knackig rüberkommt und mit Klasse statt Masse überzeugt. Vor allem die häufigen jazzigen Harmonien heben das Material auf „Why So Serious?“ aus dem Metal-Allerlei hervor: Obwohl Songs wie „Voodoo Mood“ oder „Games 'N' Trials“ heftig drauflos grooven und am Härtegrad definitiv nicht gespart wird, fühlt sich das Songmaterial manchmal geradezu smooth an – so, wie man es von Jazz-Standards mit Frauengesang gewohnt ist. Fluxious übertragen diese Stimmung gekonnt in einen Metal-Kontext – wohlgemerkt ohne auf harte Riffs und Grooves zu verzichten. Hier dürften tatsächlich Fans beider Genres zufriedenstellend bedient werden.

Dafür sollte man sich allerdings Zeit nehmen, denn das doch recht komplexe Geschehen auf „Why So Serious?“ erfordert mehr als ein bisschen Aufmerksamkeit. Gut, ganz so konzentrationsintensiv wie die schon eingangs erwähnten Shining ist die Scheibe dann auch wieder nicht, aber bloßes Nebenbei-Hören degradiert Fluxious auch zur Nebenbei-Musik. Zuhören lohnt sich aber, denn die Schweizer bringen konstant hohe Qualität und jede Menge interessante Einfälle unter – vielleicht einmal abgesehen von den Lyrics, die thematisch größtenteils unaufdringlich bis belanglos geraten sind. Macht aber nichts, so bleibt mehr Platz für die Musik – und die ist Jazz- und Metalfans wie gesagt gleichermaßen zu empfehlen.

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