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Flight Of The Griffin – Baden Metal Compilation Vol. 2

Auch in Süddeutschland hat die Metalszene zahlreiche Talente aufzuweisen
Wertung: -/10
Genre: Diverse
Spielzeit: 77:21
Release: 12.07.2013
Label: Baden Metal

Die deutsche Szene brodelt, das wurde hier auf The-Pit.de schon zig Mal verdeutlicht. Nun, gerade die Underground-Szene im Ruhrgebiet mag dabei so manches Mal deutlicher hier im Fokus stehen, aber warum auch nicht, gilt der Pott doch nicht nur als Geburtsstätte des teutonischen Heavy Metals und all seinen weiteren Spielarten, sondern auch heute rumpelt es nicht ungemindert in zahllosen Proberäumen. Dass es aber in anderen Bundesländern nicht anders aussieht wird auf dem vorliegenden zweiten Teil der Baden-Metal-Compilation klar: „Flight Of The Griffin“ ist randvoll mit hoffnungsvollen Talenten aus Baden-Württemberg gespickt, dabei legt der Macher Yücel Erol, der schon seit Jahren die lokale Szene supportet, viel Wert auf Abwechslungsreichtum, denn hier treffen Thrash Metal, Heavy Metal, Melo-Death und auch Power-Metal-Vertreter aufeinander. Der eine oder andere Bandname dürfte dann sogar weit über die Bundesländergrenzen hinaus bekannt sein, aber auch so gibt es mehr als reichlich Interessantes für Szenebegeisterte zu entdecken.

Den Auftakt übernehmen die in Karlsruhe beheimateten Sons Of Sounds mit „Immortal“, der im Original auf dem Debütalbum „S.O.S.“ zu finden ist. Geboten wird Heavy Metal mit leicht progressiver Schlagader, mal mit akustischer Klampfe, mal bassdominiert, und einer mehr als ungewöhnlichen Stimmfärbung durch Frontmann Roman. Die aus Lörrach kommenden Storm Warning steuern ihren Opener „Leaving The Circle“ von ihrer selbstbetitelten Debüt EP von 2012 bei. Ein wenig altbacken, ein wenig einfach strukturiert, ebenfalls mit eigenwilliger Stimme, dafür aber auch mit einem passend gefühlvollen Solo abgerundet. Sceptor aus Mannheim stellen sich mit dem Titeltrack des 2012er Debüts „Take Command!“ und bieten Heavy Metal mit einigen high pitched screams, die sich aber in Grenzen halten. Flüssige Komposition mit prima Leadgitarrenarbeit und prima Twinsolo. Schon gute 15 Jahre sind nun Malice In Wonderland aus Pforzheim aktiv, die mit „This Time The Galaxy“ einen bisher exklusiven Power-Metal-Track beisteuern, der mit derben Vocals aufwartet, aber besonders durch Argentinas klare Stimme an Profil gewinnt. Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis die neue CD am Start ist.

Ebenfalls aus Lörrach kommen Maersung und liefern mit ihrem Melo-Death-Batzen „Für die Ewigkeit?“ vom Debüt ein richtig fettes CD-Highlight ab, lassen Platz für ruhigere atmosphärische Momente, treffen aber mit dem Mainriff mitten ins Bullseye. Deutlich derber lassen es dann Bloodforge mit ihrer Todesvariante krachen, toben sich mit „Distance Calling“ ordentlich aus, knüppeln auch mal schön daher und punkten mit den sich abwechselnden Stimmen. Der Song selbst stammt von der 2011 in Eigenregie veröffentlichten Vier-Track-Debüt-EP „Dissolution Of The Human Race“. The Privateer dagegen plündern im Genremix irgendwo zwischen Power Metal, Folk und einigen Paganausflügen. Auch wenn sie gerade mit „Monolith“ ihren zweiten Longplayer veröffentlichten, klaubten sie „Last Journey“ vom 2011er Debüt „Facing The Tempest“ zusammen – schade eigentlich, hier hätte man auch die Streicher auf einem Track neueren Datums klingen lassen können. Mit „Black Death“ geben Painful nicht nur die Musikrichtung vor, sondern liefern auch einen stark schwarzmetallischen Ausblick auf das kommende dritte Studioalbum.

Einen nur etwas mehr als zwei Minuten langen blackdeathmetallischen Hassbatzen steuern Gefrierbrand bei. „Eva“, so der gar nicht unheilvolle Titel, ist bisher auf dem Debütalbum „Zeitensturm“ von 2011 zu finden gewesen. Ebenfalls noch exklusiv stellen Chaossphere den Track „Shred Faction“ zur Verfügung, landet er doch erst noch auf dem hoffentlich bald erscheinenden zweiten Full-Length-Silberling „Shred Faction“. Death trifft auf Thrash Metal, Frontfrau Alex steckt locker Dreiviertel der männlichen Zunft in den Sack – wenn sie diese Vorgabe auf dem Longplayer halten, dann steht da ein geiles Badengemisch an. Pessimist pflügen mit astreinem Thrash Metal durch die Bucht, „Feindfahrt“ stammt vom neuen Album „Death From Above“. Aus Heidenheim kommen die Thrasher Mission In Black, die nicht nur einen ungemein druckvollen Sound vorweisen können, sondern auch „Holy War“ von der 2012er Debüt-EP „Black Infect“ mit tollen Gitarrenläufen verfeinern.

Mit etwas modernerem Thrash kommen die Heidelberger PanicZone daher. Runderneuerte, knurrige Vocals, Drums wie ein schleppendes Maschinengewehr, fertig ist „Seeking Domination“ von 2012, welches allerdings nicht auf der neuen EP „Demo 2014“ gelandet ist. „Onus“ ist auf dem Lamera-Debüt „Mechanically Separated“ von 2012 zu finden, bietet eine fiese Mischung aus viel Melodic Death und wenig Core, ist fett produziert und bekommt noch einen Hauch an Industrial untergemischt. Soilid aus Mosbach haben bisher mit „Murder Diary“ einen in Eigenregie veröffentlichten Longplayer von 2012 am Start, wovon sie dann auch den Titeltrack hier als Compilationbeitrag beisteuern. Modern Metal bieten sie, wechseln zwischen heftigem und klarem Gesang, können mit einem leicht ins Ohr gehenden Refrain punkten und sind sicherlich ein Anspieltipp. Das „Badnerlied“ gehört dann ebenfalls zu den Höhepunkten der Tracksammlung, ein Konglomerat aus badischen Muckern ist daran beteiligt und hat somit eine Metal-spezifische Landeshymne intus.

Kein Ausfall, dazu ein richtig netter Überblick über die badische Härtnerszene und die als Kreuzfaltdigipack angelegte Verpackung kommt ebenfalls optisch richtig gut rüber, zusätzlich sind auch die Informationen vorhanden, wie man sich mit den Bands in Verbindung setzen kann – vorbildlich. Dazu kommt dann der „symbadische“ Preis von fünf Euro – viel kann man nicht verkehrt machen, auch wenn einige Tracks nicht mehr die ganz frischesten sind. Unterstützt die lokale Szene und schickt eine Mail an shop@baden-metal.de – ist ganz einfach. Sicherlich kann man aber auch ein Exemplar bei den Shows der Bands erwerben  – den Fragenden wird geholfen werden.

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