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Fjoergyn: Jahreszeiten

Man wird verzaubert und bekommt eine neue Blickweise auf die Natur
Wertung: 10/10
Genre: Metal, Alternative, Klassik
Spielzeit: 53:21
Release: 27.11.2009
Label: Trollzorn

Die Thüringer Musiker Stephan L., Martin L., André B. und Daniel D. der Formation Fjoergyn widmen sich nicht erst seit dem in wenigen Tagen zu veröffentlichenden Werk „Jahreszeiten“ der hochwertigen Umsetzung der Musik in härterer Klangfarbe, ohne dabei wertvolle, tiefgründige und mitunter wehmütige Lyrik sowie anspruchsvolle und opulente Soundlandschaften auszuklammern. 

Und ist „Jahreszeiten“ zudem noch viel mehr: Dieses Werk stellt das Finale der Trilogie dar, welche mit „Ernte im Herbst" ihre Geburt erlebte, mit "Sade et Masoch" ihre Weiterführung feierte und nun den Zyklus vervollständigt. 

Mit verhaltenen Klavierklängen, die alsbald von Streichern begleitet werden, begeben wir uns in dem das Album eröffnende Stück „Auf bald“ auf die Reise durch die vier Jahreszeiten. Einen ersten Lufthauch der Opulenz diesen Albums erhascht man just in dem Moment, wo alle Instrumente in das Thema einsteigen. Mit wohliger, schwarzmetallischer Härte sowie einem überaus guten Händchen seitens der Melodieführung fasziniert schon dieses erste Stück derart immens, dass man alles um sich herum vergisst. Des Hörers Blick führt einen während dieses Stückes, das rhythmustechnisch mitunter sogar bis in blackmetallische Gefilde voran prescht, unweigerlich auf die Bäume des nahen Waldes…

Im direkten Anschluss und mit ruhigen Klängen sowie einer gar geheimnisvollen Aura ausgestattet, zeigen sich Fjoergyn in „Oh verklärte Welt“ zunächst von ihrer einfühlsamen Seite, bis zu dem Moment, wo es heißt „Es bricht das Eis“, das überaus passenderweise per Growl kund getan wird. Passend zum Frühling und der ersten vorfrühlingshaften Verklärtheit der Welt, die absolut genial in Szene gesetzt wird, wenn alles sich wieder beginnt, heimlich neu mit Leben zu füllen, haben die Musiker die aufkeimende Regung alles Lebens sehr gut in ein musikalisches, vorsichtig fröhlich klingendes, flottes Gewand gepackt. Growls und Cleangesang gehen eine gelungene Symbiose ein. 

Von dem Titel „Sturmzeit“ erwartet man, dass hier mal eher auf den Putz gehauen wird. Und genau dies ist hier auch der Fall, begeben wir uns eingangs dieses Stückes auch in rasende Gefilde. Die drohende Urgewalt der Natur baut sich mehr und mehr auf, eben genauso, wie man diese Naturgewalt erleben würde, würde man sie beobachten. Eine absolute Glanztat haben die Jungs mit dem Klassikeinschub abgeliefert, die dem Ganzen ein mächtiges Sahnehäubchen verpasst. Das bekannte Volkslied „Sag mir, wie viel Sterne stehen“ wird mit einem nicht zu verachtenden Melancholiefaktor hinterher geschoben, so als würde ein Sturm Zerstörung hinterlassen, nachdem er erste zarten Knospen zerstört hat.

Mit leichten Anklängen an melancholische Gefühle, aber auch Parts, welche einen die Rübe schütteln lassen, wird „Der Himmel fällt“ losgelassen. Dieses Stück erweist sich als poetisch äußerst ästhetisch und auch die Dramatik innerhalb des Stückes führt unweigerlich auf den einen finalen Punkt hinaus, der am Ende am Grund des Ozeans wartet - man beachte unbedingt die Lyrics. Neben heftigen Parts reihen sich Passagen, in denen die Worte geflüstert werden, nur um dann, während der Regen mehr und mehr auf die Erde prasselt, wieder in ein blackmetallisches Tempo zu wechseln. Sogar das E-Gitarren-Solo ist absolut passend und überaus ergreifend. Insgesamt ein Hörerlebnis, in das man sich vollends verlieren kann und das obendrein auch noch Platz für eigene Interpretationen lässt. 

Deutlich metallischer ausgefallen zu sein scheint „Am Ende der Welt“, da das Riffing doch recht gefällig klingt und mit einem monumentalen Soundteppich zu einem weiteren Highlight der Scheibe zu werden verspricht. Auch in dieses Stück hat gegen Ende wieder ein wunderschöner Instrumentalpart Einzug gefunden. 

Mehr und mehr melancholisch wird es sowohl musikalisch als auch lyrisch bei „Herbst ist da“. Die Blätter fallen, man ist zuerst noch geblendet von der Schönheit der bunten Blätter, doch schnell wird man sich gewiss, dass damit das Jahr langsam, aber sicher seinem Ende entgegen läuft. Ganz so wie bei dem Lebensabend eines jeden Menschen, wie im Songtext sehr schön umschrieben wird. Macht nachdenklich, aber gefällt auch überaus gut. 

Thema des Stückes „Wie Jahr um Jahr“ ist das Fallen der Blätter im Wald, was einen ganz besonderen Zauber hervorruft, wenn man diesem Schauspiel beiwohnt. Zauberhaft einerseits, doch andererseits ist das Ende besiegelt und genau dies wird in diesem Song durch die musikalische Umsetzung aufgrund der unterschiedlichen hervorgerufenen Stimmungen von der Band oscar-reif umgesetzt. Der Part, in welchem Frost und Winter heimkehren, kann man dies als Hörer fast fühlen, so gut haben die Musiker dies umsetzt, denn dieser Part klingt richtig mach Frost und Kälte. 

Zauberhafte Klänge zeichnen den Beginn von „Jera“ aus. Jera ist übrigens die zwölfte der 24 gemeingermanischen Runen und bedeutet so viel wie „gutes Jahr“ oder „Ernte“. Neben einem poetischen Vers bekommt der Hörer hier ein orchestrales Stück geboten, das jedem Klassik-Fan die Freudentränen in die Augen treiben wird. 

Und schließlich, wenn es um den Frost geht, darf es auch noch ein letztes Mal richtig heftig werden, so wie in dem leider schon letzten Stück „Ich bin der Frost“, das durch blackmetallische Attribute noch und nöcher zu glänzen weiß.

Fazit: Ein monumentales Klangerlebnis rundet die Trilogie der Thüringer würdevoll ab. Widmet man sich diesen Kompositionen, so wird man den Blick wieder finden für die Schönheit der Natur, für den Wandel der Jahreszeiten, man wird zum Nachdenken angeregt über den Wandel des Lebens im Allgemeinen und nicht zum Schluss ist man in diesem Moment ganz und gar der Musik von Fjoergyn verfallen.

Da Fjoergyn Musik von einzigartiger Schönheit erschaffen, die gepaart ist mit intelligenten Lyrics, ist es so gut wie sicher, dass dies mein definitiv unangefochtenes Album-Highlight des Jahres 2009 sein wird. 

Und um es schlussendlich mit den Worten von Fjoergyn zu sagen: „...Denn solcher Zauber wie geschehen…“, danke, dass ihr's euch habt ausgedacht.

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