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Five Finger Death Punch: War Is The Answer

Ein parasitärer Befall des prozeduralen Gedächtnisses
Wertung: 9/10
Genre: Real Nu Metal
Spielzeit: 45:13
Release: 25.09.2009
Label: Spinefarm

Nach dem gelungenen Debütalbum „The Way Of The Fist“ legen die fünf Amerikaner nun mit „War Is The Answer“ nach. Wer gedacht hätte, dass die Band den lieblichen Nektar des Ruhmes gekostet hat und nun gänzlich den chartorientierten, zuckersüßen, lieblichen Melodien frönen würde, wird wohl beim ersten Song freundlich von der Zahnfee in die Realität zurückberufen.

„Dying Breed“ prescht erstmal mit Volldampf los, um mit tiefem Bassgrollen und den gewohnt aggressiven Vocals jeder Kommerzialität den Garaus zu machen. Wie für die Five Finger Death Puncher üblich, wird das Ganze dann aber trotzdem mit einem hammermäßigen Refrain gesahnehäubchend, der ohne Probleme in den Charts punkten würde. Genau das ist die Krux des Sounds der Band. Man kombiniert harte Thrashattacken mit sehr melodischen Parts und schafft sich so sein eigenes modernes Nu Metal-Genre.

„Hard To See“ beginnt dann zwar treibend, aber dennoch melodisch und zeigt, dass man auch im eher Mainstream-angehauchten Genre recht hart agieren kann. Genau diese Mischung macht das Bild bunt. Die Band überrascht immer wieder und verwirrt den Hörer im ersten Moment - wie ein spannender Thriller. Das Ganze wirkt auch nicht erzwungen oder künstlich arrangiert. Ivan Moody brilliert in seinem hasserfüllten Geschrei ebenso wie in den hochmelodischen Gesangsparts wie kaum ein anderer.

„Bulletproof“ will zwar als Ganzes nicht ganz so überzeugen, aber einzelne Fragmente hämmern sich tief ins Gedächtniszentrum. Das wird auch mit dem deutlich interessanteren „No One Left Behind“ nur bedingt anders. Die Zahnfeemusik wechselt mit stadionrockmäßigen Melodien und verzaubert auf seine ganz spezielle Art. Das macht den Amerikanern keiner so schnell nach.

Deutlich ruhiger wird es dann erstmals mit „Crossing Over“, welches als Ballade mit Schmackes im Popo durchgehen kann. Nicht schlecht, aber für Five Finger Death Punch-Verhältnisse definitiv nicht aufregend genug.

„Burn It Down“ ist dann wieder eine weitere Hassattacke gegen den Rest der Welt und wenn man hört, wie der Sänger schnaubt und sich aufregt, dann will man mit ihm sicher keine Bekanntschaft im Streit haben. Die Gitarren stehen nicht im Vordergrund, sondern transportieren hier den Song in die eingeschlagene Richtung. Dies wird lediglich vom gelungenen Solo ein wenig unterbrochen, ansonsten führt der Gesang die Fahne voran.

Wie soft es werden kann, zeigt „Far From Home“: Eine Ballade mit Number One-Hitqualitäten. Wow, wo nehmen die fünf nur die Ideen her? Das, was hier abgefeiert wird, schaffen viele Bands in ihren langjährigen Karrieren nicht, aus sich heraus zu holen. Wer nur den Song kennt, der kennt vielleicht gerade mal fünf Prozent der Band. Und trotzdem klingt das so, als würde sie nichts Anderes machen.

„Falling In Hate“ lässt vom Titel her mehr Aggressionen erahnen, als dann wirklich geboten werden. Starke Instrumentierung, die sich aber nicht zu offensichtlich aufdrängt, da wird einiges erst mit Kopfhörern offensichtlich. Die Produktion des neuen Machwerks ist besser als die schon gut gelungene der Debütscheibe.

„My Own Hell“ weiß dann wieder mit seiner irgendwie vertraut wirkenden Melodie für Freude zu sorgen, ohne dass man sich wirklich festlegen könnte, was denn hier hervorsticht. Ein weiterer Beweis für die Qualität des modernen Metals, den die Band hier präsentiert. Deutlich melodischer trottet dann „Walk Away“ aus der Stereoanlage. Der Refrain frisst sich wie eine Made ins prozedurale Gedächtnis und sorgt für bedingungslose Abhängigkeit. So gesehen könnte man Five Finger Death Punch als Parasiten bezeichnen mit einer gefühlsmäßig positiven Wirkung auf den befallen Organismus. Der Kreislauf wird angeregt, die Herzfrequenz reagiert wie bei einer Defibrillator-Orgie.

Einfach genial, wie dann mal eben das exzellente Instrumental eingeschoben und verdeutlicht wird, dass der herausragende Gesang nur ein weiteres Sahnehäubchen auf dem Gesamtsound ist und nicht das einzige Optimum im Sound. Als wenn man schon zu den ganz Großen im Business gehören würde, wird dann nebenbei ein 25 Jahre alter Song von der gleichnamigen Band „Bad Company“ herausgekramt und gecovert. Einfach genial, wie es die Band schafft, das zu machen, ohne billig oder aufgesetzt zu wirken.

Leider viel zu früh wird das Album nochmal mit einem kräftigen Punch in die Beißerleiste beendet: „War Is The Answer“. Einen besseren Abschluss hätte man nur schwer finden können. Wer mehr will, muss zum Digipack greifen, denn da gibt es noch zwei weitere Songs.

Fazit: Leicht gesteigert, aber das war auch ohnehin schon schwer nach dem starken Debütalbum. Wie diese Band verschiedene Musikstile auf moderne Art und Weise vereint, ist schon etwas Besonderes. Das ist wirklich Nu Metal, aber vergesst dabei den angeblichen Nu Metal, der da inzwischen von Verehrung in Verunglimpfung umschlägt. Five Finger Death Punch machen ihr eigenes Ding und das rockt gewaltig.

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