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Five Finger Death Punch: The Way Of The Fist

NuMetal aus der Oberklasse
Wertung: 8.5/10
Genre: Nu Metal
Spielzeit: 45:45
Release: 23.01.2009
Label: Spinefarm / Hellfest

Wie gehört es sich, wenn man nicht weiß, wer alles zugegen ist? Richtig, man gibt Laut und meldet sich. Dies praktizieren die fünf amerikanischen Nu Metaller. Recht unsanft grunzt jeder sein „Right“ ins Mikro, bevor zünftig losgerockt wir. Warum ich das in der Einleitung schreibe? Weil es recht gut verdeutlicht, was oder wie die Band drauf ist. Hier wird mit erhöhter Aggression gegroovt, um sich immer wieder mit sehr charttauglichen melodischen Versatzstücken tief ins Gedächtniszentrum zu brennen. Das Cover ähnelt vom Grundgerüst dem „Appetite For Destuction“-Album von Guns N´ Roses. Musikalisch bewegt man sich aber in deutlich härteren Gewässern.

„Arise“ beginnt nach dem kurzen Durchzählen stürmisch dominant. Die Doublebassdrum des ehemaligen W.A.S.P.-Schlagwerkers Jeremy Spencer walzt erstmal alles nieder, was sich in den Weg stellen könnte, damit die Band einen recht melodischen Refrain raushauen darf. Die Mischung aus Metalcore und Kommerz passt hier wie der berüchtigte Arsch auf den Eimer. Stark und mit Wiedererkennungswert. Erinnert stellenweise ein wenig an All That Remains.

Mit deutlichen Sprechgesang-Attacken hämmert sich „The Way Of The Fist“ durch die Lautsprecher, das Ganze kommt aber nicht uncool, denn die Mischung passt hier. Dann wird wieder eine melodische Gitarre ausgepackt und ein wenig mit reduzierten Instrumenten gearbeitet, bevor es wieder in die Vollen geht. Beide Gitarristen ergänzen sich perfekt und sorgen für tolle Action, ohne in Frickelsoli abzutauchen.

„Salvation“ beherbergt alle bisher gezeigten Attribute der Band. Und das ist auch gut so. Der Refrain könnte durchaus permanent im Radio runtergedudelt werden, auch wenn er relativ rau präsentiert wird. Der Schädel rotiert und das Headbanger-Grinsen wird immer breiter.

„The Bleeding“ beginnt mit einer irgendwie an das Mission Impossible-Theme erinnernden Melodie. Nicht wirklich von der Tonfolge her, sondern vom Klang. Stark und überraschend, bis dann der fulminante Bass von Matt Snell relativ lässig einsteigt. Das Urviech mit seinem fetten Bart und Irokesen oben drauf zockt derart kräftig und abgebrüht, dass es in der Magengegend wohlig kribbelt. Ein starker Refrain und ein kräftiger Groove bestimmen dann den weiteren Verlauf.

„A Place To Die“ kann da leider nicht so mithalten. Zu wenig herausstechend ist der Songverlauf, auch wenn man sich selbst treu bleibt. Trotzdem wahrhaft kein schlechter Song. Darrel Roberts, welcher auch schon bei W.A.S.P. musizierte, sorgt zusammen mit Zoltan Bathory für sehr schöne Gitarrenaction mit unterschiedlicher Ausprägung.

„The Devil`s Own“ besticht durch seine grandiose Vocalline. Sänger Ivan Moody zeigt, wie schön abwechslungsreich sein Spektrum ist. Es wird Metalcore-lastig geschrien und dann wieder clean melodisch gesungen. Und er hat eine nicht gerade unmarkante Stimme.

„White Knuckles“ kann da zwar nicht ganz mithalten, da der Refrain nicht genauso schnell ins Ohr geht, aber trotzdem sollte man den Song sicher nicht als Lückenfüller bezeichnen. Das Haupthaar bekommt Frischluft und der Nacken freut sich.
„Never Enough“ überzeugt mit deutlich gesteigerter Power in der Instrumentierung. Leider wirkt die Gesangsmelodie etwas altbacken und wenig überzeugend. 

Die nun etwas abgeflachte Freudenkurve sprintet dann aber mit „Stranger Than Fiction“ wieder weit nach oben. Der Refrain sitzt wie eine Eins und auch das Drumherum weiß sehr zu begeistern. Der Rhythmus hämmert sich tief in die Gehirnrinde, fast wie ein Tattoo, von denen die Bandmitglieder ja einige haben. Lediglich Darrell Roberts scheint sich der Körperkunst ein wenig zu entziehen.

„Can`t Heal You“ ist dann wieder so ein Mitläufer, der zwar beim Hören richtig Spaß macht, der allerdings nicht so recht das Gedächtniszentrum zu stimulieren weiß. Da hilft auch das bärenstarke Schlagzeug nichts. Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend, denn die Band hat zwölf Stücke auf dem Silberling verewigt.

„Death Before Dishonor” beginnt melodisch, um dann aber in deutlich aggressivere Sphären zu entschwinden und nur ab und zu wieder chartorientierter zu werden. Eine gute Vorbereitung auf das letzte Stück dieser starken Scheibe.

Den Schlusspunkt setzt dann „Meet The Monster“. Der Track stampft recht kräftig drauflos und kann dann im angezogenem Midtempo weiter Akzente setzen, die etwas zurückgenommenen Gitarren und der gleichzeitige Gesang sorgen fast schon für Gänsehaut und pushen den Hörer ungemein. Starker eingängiger Song trotz seiner diversen Wandlungen.

Fazit: Ein sehr modernes Album, welches in keinster Weise langatmig oder eintönig wirkt. Einen wirklich starken Sound haben die Fünf hier kreiert, wobei man ein großes Lob an Logan Mader (Machine Head, Soulfly) aussprechen muss, der das von Zoltan und Jeremy produzierte Material mit seinem Mix und Mastering in die Oberklasse beförderte. Eine rundum gelungene Scheibe, auch wenn nicht nur Kracher am Start sind. Ein weiterer Beweis dafür, dass Nu Metal kein Schimpfwort ist.

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