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Five Finger Death Punch: American Capitalist

Noch überzeugend, bald könnte die Band aber mangels Innovation auf der Nase landen
Wertung: 8/10
Genre: Groove Metal, Nu Metal
Spielzeit: 40:07
Release: 14.10.2011
Label: Spinefarm Records/Universal

Auf die Amerikaner Five Finger Death Punch kann man sich verlassen: Wenn man Groove und einen ausrastenden Fronter hören will, kann man sich zur Genüge bei den beiden Alben "The Way Of The Fist" und "War Is The Answer" austoben. Auch die neue, dritte Scheibe ist nach dem Prinzip "Make it or break it? We fucking break everthing!" gezimmert: eingestreute Doublebass, ordentlich Dampf und die bekannte, aber immer wieder mitreißende Mischung aus aggressivem und klarem Gesang, die Fronter Ivan par excellence beherrscht. Mit Chris Kael ist auch ein Ersatz für Matt Snell am Bass gefunden (wir berichteten), so dass die Truppe sich nicht mit halbgaren Studioaushilfen abgeben muss.

Im Voraus waren die beiden Songs "Generation Dead" und "Back For More" auf die Fangemeinde losgelassen worden - ersterer rauscht so ein bisschen an einem vorbei, der zweite Track brennt sich aber vor allem durch seinen absolut genialen, klar gesungenen Refrain in die Hirnwindungen ein und auch das klassisch metallische Gitarrensolo wird bei 5FDP gerne einmal mit eingeflochten. Ganz typisch darf natürlich auch ein ruhigerer Song nicht fehlen: Wobei, "Remember Everything" mag so gar nicht überzeugen. Kitsch, dein Name ist 5FDP - so etwas möchte man von den Amis nicht unbedingt hören. Praktischerweise ist es aber mit "Coming Down" noch ein nicht ganz brutaler Track vertreten, der sich in bester Death-Punch-Manier aufbaut: eine ruhige, fast hypnotische Strophe, worauf ein dynamischer Refrain folgt. Das lässt doch den Balladenausfall beinah verblassen.

Auch der Titeltrack kann glücklicherweise überzeugen, gilt er doch gleichzeitig als Aushängeschild der Platte. Die galoppierenden Drums zu Beginn erinnern sehr stark an die ersten beiden Alben und auch der klare Gesang zwischendurch lässt fürchten: Lange können die Jungs das nicht mehr machen, ohne sich auffallend zu wiederholen. Auch "Under And Over It" schlägt in eine ähnliche Kerbe, aber eins muss man den Herren lassen: Sie wissen, wie es geht. Mal abgesehen davon, dass die Songs allmählich ein Fitzelchen vorhersehbar werden - sie grooven immer noch wie Sau.

In einem ähnlichen Tenor geht es auch bei "Menace" weiter: Hier kann man headbangen, ausrasten und moshen, was das Zeug hält, Ivan brüllt sich den Frust von der Seele und man hat einen weiteren Anspieltipp auf der Liste. Gegen Ende legen die Amis mit "I'll Fall" und "100 Ways To Hate" dann tatsächlich noch einmal ein Kracherdoppelpack nach, das die Platte würdig abschließt.

So euphorisch man die "American Capitalist" auch durchhören mag, ein kleiner fader Beigeschmack bleibt hinsichtlich der Zukunft der Band. So richtig auf Innovation wird nicht gesetzt, stattdessen Altbewährtes aus der Bandhistorie wieder verpackt - was insofern gut ist, weil Five Finger Death Punch ihr Metier sehr gut beherrschen, andererseits dürfte es selbst hart gesottenen Fans spätestens bei der nächsten oder übernächsten Scheibe langweilig werden, wenn nicht einige Soundexperimente vorgenommen werden. Noch kommt der Groove aber treibend durch die Boxen, noch kann man sich zu den Texten die Seele rausbrüllen - daher heimst das Album acht Zähler ein.

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