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Fit For An Autopsy: Absolute Hope Absolute Hell

Die Spannung kann nicht gehalten werden
Wertung: 7/10
Genre: Deathcore
Spielzeit: 40:13
Release: 02.10.2015
Label: eOne/Soulfood

Fit For An Autopsy sind eine jener Bands, die man allein dem Namen nach einem bestimmten Genre zuordnen kann, und die immer mal wieder bei entsprechenden Festivals im Line-Up auftauchen, von denen ich persönlich aber keinen einzigen Songtitel nennen könnte. Dabei breakdowned und prügelt sich die Band bereits seit gut sieben Jahren durch die Metalszene, hat mit „The Process Of Human Extermination“ und „Hellbound“ schon zwei Alben auf den Markt gebracht und sich mit Joe Badolato für die aktuelle Scheibe „Absolute Hope Absolute Hell“ einen neuen Sänger ins Boot geholt, der dem guten Nate Johnson in nichts nachsteht.

Bekanntestes Mitglied der New Jerseyaner dürfte Gitarrist Will Putney sein, der sich neben dem Saitenzupfen seine Brötchen recht erfolgreich mit dem Produzieren und Abmischen von Platten verdient, unter anderem für so illustre Kollegen wie Miss May I, The Acacia Strain oder Thy Art Is Murder. Mit insgesamt drei Gitarristen sind FFAA aber selbst auch recht gut aufgestellt, vor allem live dürfte das Getümmel auf der Bühne ein echtes Spektakel sein.

Soundtechnisch hat sich einiges getan bei den Amis: Kam das Debütalbum noch wesentlich brutaler und deftiger daher, hat sich schon im „Hellbound“-Zeitalter ein kleiner Schwenk Richtung mehr Melodie abgezeichnet, der bei „Absolute Hope Absolute Hell“ fortgeführt wird. Dass es sich hierbei um Geschmackssache handelt und ebenso viele alte Fans vergraulen wie begeistern kann, dürfte der Band bewusst sein. Man muss sich aber keine Sorgen machen, dass Fit For An Autopsy in die Melo-Schiene abrutschen – dafür hat die Truppe noch hörbar zu viel Wut im Bauch.

Allerdings, Tracks wie „Swing The Axe“ entbehren nicht einer gewissen Massenkompatibiltät, sofern man die im Deathcore-Bereich finden kann. Flirrende Gitarren und perfekt getimte Breakdowns grenzen dann doch eher an Kalkül und weniger an Aggressionsbewältigung. Auch der Opener und gleichzeitig Titeltrack hätte so oder ähnlich sicherlich auf Platten von Dutzenden anderen Genrekollegen landen können – einen Pluspunkt gibt es allerdings für die Gitarren, die eine wunderbar düster-bedrohliche Atmosphäre verbreiten. „Saltwound“ ist dann ein ziemlicher Brecher ohne Wenn und Aber, ohnehin trägt die fette Produktion nicht unerheblich zur Qualität der Platte bei.

„Mask Maker“ ist dann einer der Tracks, die im Intro ganz kurz Spannung verheißen (wieder mal leistet die Gitarrenfraktion saubere Arbeit), dann eher mittelmäßig den Weg fortsetzen und im Refrain noch mal richtig aufblühen – auch wieder Dank der Gitarren und Dank Joe Badolato, der sich hier zu neuen Höhen aufschwingt. Ausgerechnet das ruhig anlaufende, mit verzerrten Vocals versehene „Out To Sea“ entpuppt sich dann noch als recht interessant, schleppt es sich doch knapp zweieinhalb Minuten dahin und wird hauptsächlich von den Gitarren und einem stampfenden Schlagzeug getragen.

Mit Überraschungen hat es sich dann aber leider auch schon, wenn man mal von den durchweg sehr verspielten und präzisen Gitarren absieht. „Absolute Hope Absolute Hell“ ist ein recht typisches Deathcore-Album geworden, das sicherlich gut gemacht ist und stellenweise viel Spannung erzeugt, diese aber nicht aufrecht erhalten kann. Mit sieben Punkten bewegt sich die Platte also im guten Mittelfeld.

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