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Firewind: Immortals

Grundsolide Angelegenheit mit neuem Sänger
Wertung: 7,5/10
Genre: Melodic Power Metal
Spielzeit: 44:17
Release: 20.01.2017
Label: Century Media

Hoppla, sind’s auch schon wieder fast fünf Jahre, seit die letzte Firewind-Platte „Few Against Many“ veröffentlicht wurde? Kaum zu glauben. Eine lange Zeitspanne, in der Gitarrist und Songwriter Gus G. allerdings ganz bestimmt nicht faul auf dem Arsch herumgesessen hat – 2013 kam die Livescheibe „Apotheosis“ heraus und ein Jahr später Gus’ Soloalbum „I Am The Fire“. Vor allem aber musste der Grieche damit klarkommen, dass Sänger Apollo Papathanasio der Band den Rücken kehrte, nachdem er immerhin vier Platten eingesungen hatte, da er es zeitlich offenbar nicht mehr schaffte, seinen zahlreichen Verpflichtungen in verschiedenen Kapellen nachzukommen.

Neuer Mann am Mikrofon ist Henning Basse (u.a. ex-Metalium), der der Truppe schon früher aushalf, die Jungs also gut kennt und nun endgültig zum festen Mitglied avanciert ist. Wer ihn schon mal gehört hat, wird bestätigen können, dass Gus hier einen guten Griff getan hat; Basses Stimme ist kraftvoll und souverän, ohne sich durch im Power Metal ja nicht unübliche spitze Schreie unangenehm in den Vordergrund zu spielen. Hilfreich ist natürlich dabei auch, dass die Formation mit „Hands Of Time“ als Opener gleich einen absoluten Volltreffer in der Hand hat (no pun intended…). Eine typische Doublebass-Power-Metal-Granate mit totalem Ohrwurm-Refrain, den man nach einem Durchgang mitsingen kann. Und das Beste ist, dass sich der Song trotzdem nicht schnell abnutzt, sondern auch nach mehrmaligem Hören noch Spaß macht.

Originell ist das nicht, werden jetzt einige sagen, und natürlich stimmt das, aber es sollte ja auch jedem von Anfang an klar sein, dass das nicht wirklich der Firewind’sche Anspruch ist. Wer die letzten Platten des Fünfers gehört hat, konnte sich denken, was auch mit „Immortals“ auf ihn/sie zukommen würde und das sind Power-Metal-Hymnen mit halsbrecherischen Soli. Blöd zwar trotzdem, dass der beste Track des Albums gleich zu Anfang verbraten wird, glücklicherweise ist das Feuer damit aber noch nicht erloschen (hüstel…), ist Gus neben seinem spektakulären Gitarrenspiel doch auch für hervorragende songschreiberische Fähigkeiten bekannt.

So findet sich neben dem bombenstarken Opener durchaus weiteres mindestens gutklassiges Material: „Back On The Throne“ beispielsweise ist eine kraftvolle Hymne, die von Orgel- und Synthesizerklängen eingeleitet wird und eine charakteristische Midtempo-Powerfist-schüttel-Nummer darstellt – bei Konzerten auf der nächsten Tour sicherlich unverzichtbar.

Auch „Live And Die By The Sword“ gehört nicht nur aufgrund seiner Länge von über sechs Minuten zu den hervorstechenden Kompositionen: Eingeleitet von einem Akustikgitarrenintro entwickelt das Stück leicht epische Züge, punktet mit einem abermals mitsingkompatiblen, sehr melodischen Refrain und auch wenn die schon in der Studioversion eingebauten Hey-Rufe sehr berechnend wirken mögen, machen sie sich zugegebenermaßen dennoch an den entsprechenden Stellen nicht schlecht. „Ode To Leonidas“ besitzt insbesondere im Refrain ebenfalls einen sehr hymnischen Charakter und wurde daher wohl nicht von ungefähr nach „Hands Of Time“ als zweite Singleauskopplung auserkoren – etwas störend ist hier nur das viel zu lange, gesprochene Intro.

Leider wird die Platte in der zweiten Hälfte etwas schwächer: Während „Wars Of Ages“ sich vor allem durch die treibende Leadgitarre im Chorus auszeichnet und somit definitiv auf der Habenseite zu verbuchen ist, plätschert die Ballade „Lady Of 1000 Sorrows“ etwas uninspiriert vor sich hin. Keine Ahnung, aber im Power Metal haben die meisten Bands es einfach nicht drauf, wirklich berührende Balladen zu schreiben, ersaufen zu oft entweder im Kitsch oder bedienen sich abgenudelter Standardmittel; in diesem Falle ist es vor allem letzteres, per se schlecht ist der Song sicherlich nicht, zwingend aber eben auch nicht.

„Warriors And Saints“ wirkt nicht nur wegen des Titels ebenfalls sehr bieder und kann trotz sehr schöner Sweep Pickings des Meisters im Chorus nicht so recht überzeugen, „Rise From The Ashes“ ist da mit dem sehr heroischen Refrain wieder etwas gelungener, während es sich beim Titelstück lediglich um eine kurze Instrumentalnummer handelt, bei der Gus nach Herzenslust drauflos soliert. Insgesamt aber muss man sagen, dass man dem Flitzefinger zu Gute halten muss (und das unterscheidet ihn dann schon von Superegomanen wie Yngwie Malmsteen), dass er trotz großartiger Soli, die es natürlich auch hier wieder zuhauf gibt, nie den Song aus dem Auge verliert und sich plump in den Vordergrund spielen würde.

Dass er das nicht nötig hat, zeigte er aber ja auch bereits auf eingangs erwähntem Soloalbum, das Gott sei Dank ebenfalls nicht nur mit Soli zugekleistert war. „Immortals“ jedenfalls ist wieder ein solides Album geworden – ein paar leichte Schwächen sind vorhanden, aber wie eigentlich immer bei Firewind können Fans trotzdem bedenkenlos zugreifen und müssen sich wegen des Sängerwechsels zum Beispiel keine Sorgen machen.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann