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Firewind: Apotheosis - Live 2012

Gute Liveplatte - aber warum kein Doppeldecker?
keine Wertung
Genre: Power Metal
Spielzeit: 69:03
Release: 21.06.2013
Label: Century Media

Ein Livealbum hatten Firewind bis dato herausgebracht: „Live Premonition“ im Jahre 2008, das nicht nur als Doppel-CD, sondern auch auf DVD erschien. Mittlerweile haben die Griechen in Form von „Days Of Defiance“ und „Few Against Many“ zwei weitere gutklassige Studioscheiben abgeliefert und 2012 im Rahmen der „Few Against Many“-Tour jede Menge Konzerte gespielt, sodass die Veröffentlichung eines weiteren Livealbums völlig legitim ist. Hinzu kommt, dass vor ziemlich genau einem Jahr Sänger Apollo Papathanasio, der immerhin seit 2006 in der Band dabei war und die letzten vier Platten einsang, aus terminlichen Gründen ausstieg – so bekommt man ihn wenigstens noch ein weiteres Mal bei Firewind auf einem Tonträger zu hören, quasi eine Art Abschiedsgeschenk an die Fans. Schade, dass er nicht mehr dabei ist, passte er doch wirklich gut zur Musik der Truppe um Gus G., doch zum Glück bleibt der in Schweden geborene Grieche der Musikwelt durch sein Mitwirken bei den Spiritual Beggars und Evil Masquerade erhalten.

Allerdings stellt sich die Frage, warum die Band nicht gleich wieder mit einem Doppelalbum aufwartet; bei Livealben ist das ja eigentlich normal, zumal man schließlich meistens einfach ein ganzes Konzert aufzeichnet. In diesem Fall wäre es mit 69 Minuten ein etwas kurzer Gig gewesen, tatsächlich wurden die einzelnen Tracks während der 2012er Tour auch an verschiedenen Orten überall in Europa aufgenommen. Erfreulicherweise wirkt sich dies jedoch nicht negativ auf den Spielfluss aus: Die Stücke gehen unauffällig und ohne störende Schnitte ineinander über und der Sound ist absolut gleich bleibend und stets ausgeglichen. Apropos Sound: Dieser kann sich wahrlich hören lassen, ist sehr kraftvoll und fett, wobei das Live-Feeling zu jeder Sekunde greifbar ist, zumal man auch das Publikum immer deutlich vernehmen kann, das hin und wieder äußerst kräftig mitsingt (am deutlichsten hörbar beim Schmachtfetzen „Edge Of A Dream“ sowie dem Rausschmeißer „Falling To Pieces“). So muss das sein, umso bedauerlicher allerdings, dass man eben keine Doppel-CD herausgebracht hat.

Sei es wie es will, dass man sich bei den 17 vorhandenen Tracks vor allem auf die letzten beiden Alben, die erst nach dem letzten Live-Tonträger herauskamen, konzentriert hat, ist logisch. Gerade die Spaß machende Speed-Nummer „Heading For The Dawn“, das düster angehauchte „Losing My Mind“, die Mitsing-Hymne „World On Fire“ oder das spektakuläre Instrumental „SKG“ sind besondere Leckerbissen, die zweifellos zu den Highlights der vorliegenden Auswahl gehören. Wieder einmal fraglich ist, ob es nötig war, ein zusätzliches Gitarrensolo einzubauen (das Pianosolo hingegen geht als Intro zu „Edge Of A Dream“ durch) – stattdessen ein, zwei Lieder mehr wären meiner bescheidenen Ansicht nach hier eher sinnvoll gewesen. Zugebenermaßen hält sich das Solo von der Länge her zwar in Grenzen, dennoch: Dass die Jungs technisch absolute Könner sind, wussten wir auch vorher schon, und Chefdenker Gus G. haut ohnehin bereits innerhalb der Songs ein halsbrecherisches Solo nach dem anderen heraus.

Doch so gut er als Instrumentalist auch sein mag, er ist eben auch ein Selbstdarsteller, wie allein schon das Cover von „Apotheosis“ zeigt, auf dem er in heroischer Pose seine Axt in die Höhe stemmt, während vom Rest der Band niemand zu sehen ist. Überhaupt kann man den Titel dieses Livedokuments als ziemlich großkotzig interpretieren, gerade in Zusammenhang mit dem Bild, das die Vorderseite ziert.

Das aber nur am Rande, die Scheibe darf man trotzdem als ordentliche Liveplatte bezeichnen, die man sich problemlos zulegen kann, da vor allem der Sound sehr authentisch und die Performance spielfreudig herüberkommen. Garantiert wird es einige geben, die sich fragen, ob das Flashdance-Cover „Maniac“ sein muss, doch ist dies mittlerweile ein beinahe fester Bestandteil der Setlist der Griechen, das sich eigentlich ganz gut im Firewind-Gewand macht. Da das Publikum die Nummer regelmäßig abfeiert, spricht meiner Meinung nach nichts dagegen, auch mal eine Liveperformance davon auf einen Tonträger zu bannen. Macht Spaß wie auch der Rest.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann