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Fire Trails: Third Moon

Biederer Hard Rock aus Italien
Wertung: 5/10
Genre: Heavy Rock
Spielzeit: 62:59
Release: 27.01.2006
Label: Valery Records

Moment mal! Das beiliegende Infoblatt spricht von einer italienischen Band und auf dem Cover sind ein Schwert und ein Magier zu sehen. Spätestens jetzt beginnen meine Alarmglocken zu klingeln, lassen mich diese Dinge doch schnell an klischeebeladenen Power Metal denken. Jedoch, so lässt mich das Infoblatt wissen, haben sich Fire Trails dem guten alten Rock verschrieben, was auch eine absolut passende Beschreibung ist. Fire Trails sind keine Newcomerband im herkömmlichen Sinne, da sich die Band aus erfahrenen Musikern zusammensetzt. Sänger Pino Scotto bringt es beispielsweise schon auf beachtliche 14 CD-Veröffentlichungen und genießt in seinem Heimatland großes Ansehen. Gleiches gilt auch für den Rest seiner Band, weswegen ich dann doch gespannt war, was "Third Moon" letztendlich zu bieten hat.

Ich mache es kurz und zitiere aus dem Labelinfo: "Die musikalische Ausrichtung ist zwischen 70er Hard Rock und 80er Metal mit modernen Einflüssen angelegt(...)". Prinzipiell eine gute Beschreibung, aber eine ausgewogene Mischung ist das sicherlich nicht. Vielmehr bietet die CD viel Hard Rock, etwas Metal und was die Musiker oder das Label "moderne Einflüsse" nennen, bleibt wohl ihr Geheimnis. Das ist aber absolut kein Problem, denn guter Hard Rock braucht keine Turntables o.ä. Nein, das Problem ist ein ganz anderes! Der Hard Rock hier ist einfach nicht besonders gut und vor allem über weite Strecken nahezu zahnlos. Scotto singt zwar rau, aber klingt auch so, als ob er seinen Zenit schon überschritten habe (was man ihm bei so vielen Veröffentlichungen auch zugestehen kann). Leider ist auch das Songmaterial größtenteils nicht der Rede wert und plätschert vor sich hin.

Bestes Beispiel dafür ist gleich der Opener "Third Moon", der aber immerhin mit einem schönen Solo aufwarten kann (was auch für viele andere Songs gilt). Gitarrist Steve Angarthal gibt als Einflüsse Ritchie Blackmore oder Yngwie Malmsteen an, was ja nicht die schlechtesten Vorbilder sind. Ansonsten nimmt der Song aber nie richtig Fahrt auf. Na ja, immerhin tut er keinem weh! Dass es aber auch anders geht, beweist gleich danach "Spaces and Sleeping Stones", wo man die ange- und versprochenen Metalelemente hört. Der Song rüttelt den Hörer mit erhöhtem Tempo wach und wäre wohl auch zur Zeit der NWOBHM (New wave of British Heavy Metal) Anfang der 80er gut angekommen. Passend dazu wirkt der Gesang wie eine rauere Version von Paul Di'Anno, dem Sänger der ersten beiden Iron Maiden Alben. Coole Nummer, ich hatte hier noch etwas Hoffnung.

Leider fällt die Qualität danach wieder rapide ab und kaum ein Song kommt so richtig aus dem Quark, so dass ich bei "Sailor And Mermaid" schon ein gehässiges "Rentnerrock" vor mich hinmurmelte. Endlich kann dann "Silent Heroes" wieder Akzente setzen, was aber nicht viel heißen will. Die Halbballade überzeugt durch schönen Gesang, abermals nette Soli und einen eingängigen Chorus. Aber auch das reißt die Platte nicht aus dem Mittelmaß heraus, was ich irgendwie schade finde, denn schlecht ist die Musik auf keinen Fall.

"Freedom Tribes" zeigt die Problematik dann noch mal "perfekt": Gute musikalische Fähigkeiten, die aber leider nicht zu mitreißenden Songs zusammengefügt werden können(?). Ein etwas schnellerer Song, der leichte Saxon-Einflüsse aufweist, den man jedoch sofort wieder vergisst, wenn die CD aufhört, sich im Player zu drehen.

Nein, das war nichts. Gerade mal ein Song, der gefällt, ist mir einfach zu wenig. Denn auch wenn diese Art von Musik nicht gerade die ist, die ich mir ständig geben kann, so liebe ich doch guten Hard Rock. Das Problem ist gerade in heutiger Zeit, dass der gute alte Rock schnell zu langweilig wirkt, wenn man ihn nicht eigenständig genug gestaltet. "Third ;oon" ist ein Kandidat für die Kategorie "irgendwie ganz nett", aber auch nicht mehr. Einen Bonuspunkt verteile ich aber noch für die musikalischen Fähigkeiten und die Tatsache, dass die Musiker wirklich hinter ihrer Musik zu stehen scheinen.

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