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Fire In Fairyland: Lit

Auf diese Platte wird sich der Staub der Vergessenheit legen
Wertung: 4/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 31:17
Release: 22.01.2011
Label: Eigenproduktion

Fire In Fairyland – bei dem Namen stellt man sich automatisch fiese Trolle oder ähnlich unhübsche Kerle vor, die im rosaroten Elfchenland randalieren. Geil, denkt man sich da, die Mucke ist bestimmt super, und wenn dann auch noch Vergleiche mit Post-Hardcore gezogen werden, läuft einem schon mal prophylaktisch der Sabber.

Her mit den Lätzchen, denn abgesehen von dem wirklich coolen Cover gibt es auf dem Debütalbum der Norddeutschen wenig, worauf man freudig erregt sabbern kann. Von Post-Hardcore kann hier beim besten Willen schon mal nicht die Rede sein – auch von den angekündigten großen Melodien kann man sich gedanklich schon mal verabschieden. Zwar verspricht bereits der Opener „Push It“ ein Ohrwurm zu werden, Highlight-mäßig war’s das dann aber auf „Lit“ schon beinahd wieder. Der Fünfer – inzwischen um Gitarrist Falk entschlackt und direkt durch Hannes wieder verstärkt – pendelt so ein bisschen im Alternative Rock herum, wartet (gut für den Wiedererkennungswert!) mit einem männlichen und einem weiblichen Gesangspart auf und Gitarrist Torben kann sogar ganz gut schreien, aber irgendwie mag der Sound der Combo so gar nicht entgegen kommen – völlig abgesehen davon, dass beim vorletzten Song „Would You Just Launch The Machine, Darling?“ auf einmal viel mehr Druck dahinter ist als noch zuvor.

Gestartet wird wie gesagt mit „Push It“ und einer dermaßen austauschbaren Gitarrenmelodie, die in jedem zweiten Pop-Punk-Alternative-Rock-Song vorkommt und deswegen nur umso penetranter im Gedächtnis bleibt. Torben hat eine überraschend unweinerliche Stimme, die aber zu leise aus den Boxen tönt, Sängerin Anna weiß hingegen scheinbar nicht so recht, wohin mit den Tönen – mal könnte man sich fast für ihr Stimmchen begeistern, erst recht in Kombination mit Torbens eingestreuten Shouts, in anderen Momenten trifft die Dame aber gerade mal schätzungweise jeden dritten Ton; und das alles in ein und dem selben Lied.

„Common Addiction Inc.“ ballert für FIF-Verhältnisse ganze ordentlich, nimmt dann aber schon beim Gesang das Tempo wieder raus und ordnet sich eher wieder in die Rock-Sparte ein. Beinahe lahmarschig wird der Song in den Strophen, die von Anna übernommen werden; das ist irgendwie schade, denn schlechte Musiker sind hier beileibe nicht am Werk.

„The Secret Handshake With Mr. Fate“ versucht sich ein wenig härter, verpufft aber eher in einem Wölkchen heißer Luft. „Chasing Shadows“ hält da schon etwas konsequenter die Stimmung: In einem pop-punkigen Gewand (poppiger Gesang, punkige Gitarren) plätschert der Song so vor sich hin, bis recht überraschend Torben die Hörer durch einen Schrei wieder weckt. Hätte der Mann das mal häufiger eingebracht, würde es vielleicht die ansonsten eher schwächelnde Gesangsleistung beider Protagonisten wettmachen - vielleicht aber auch nicht.

An den Schluss von „Lit“ wurde noch eine Acoustic-Version vom ohnehin nicht gerade vor Brutalität strotzenden „Red Curtains“ angehängt; komischerweise passt Annas Stimme hier wesentlich besser zum Song als bei der Originalversion – ein bisschen zu süß und verletzlich vielleicht, als würde sie es drauf anlegen, von einem Ritter in strahlender Rüstung gerettet zu werden, aber ansonsten lässt der Song sich hören, wenn man auf etwas schmalzig angehauchte Gitarren steht.

Das Fazit kann man sich fast denken: Für Rock- oder gar Metalfans ist „Lit“ wirklich ein Griff ins Klo, Popmusikhörer könnten Spaß an einigen Gesangspassagen haben. Der Instrumentalfraktion kann man ihre Fähigkeiten keinesfalls absprechen, auch wenn hier viel zu oft auf altbewährte Strukturen gesetzt wird – beinah jeden der Songs hat man so oder so ähnlich schon mal gehört, da hilft es dann auch nichts, ein Sängerpaar auf die Bühne zu stellen, zumal vor allem die weibliche Stimme eine extreme Geschmackssache sein dürfte.

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