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Fire In Fairyland: For A Glimmer Of Limelight

Glatt und gebügelt mit zwei Litern Weichspüler
Wertung: 5/10
Genre: Alternative Rock/ Pop Punk
Spielzeit: 35:15
Release: 11.01.2013
Label: Monster Artists

Fire In Fairyland gehen hier auf The-Pit.de nicht gerade mit den besten Referenzen an den Start, hatte doch seinerzeit unsere schreibende Kollegin Katharina kein wirklich gutes Haar am Debüt „Lit“ gelassen und prophezeite, dass sich auf die Platte der Staub der Vergessenheit legen würde. Nun, fast genau zwei Jahre später legt die Band mit „For A Glimmer Of Limelight“ das Folgealbum vor, wobei sie sich stilistisch treu geblieben sind, auf süßliche Punk/ Alternative-Rock-Melodien setzten und diese mit einigen Growls auflockern. Hatten sie ihr Debüt noch in Eigenregie unters (Teenie)Volk bringen müssen, so ist nun das Göttinger Label Monster Artists aufgesprungen und hat sich die Rechte an der Veröffentlichung gesichert.

Es ist zwar ungünstig, jetzt schon alles vorwegzunehmen, aber der große Wurf für Band und Label bleibt aus, denn die schon auf dem Debüt einfach zu oberflächlichen Songs finden sich hier wiederholt im Zehnerpack, raspeln derart viel poppiges Süßholz, dass man die von der Band angesprochenen Hardcore-Einflüsse selbst unter einem Rasterelektronenmikroskop nur schwer nachweisen kann. Vielleicht hilft da folgendes Bild, welches sich jetzt vor dem geistigen Auge abzeichnen sollte:

Sommer, Sonne, Sonnenschein, irgendwo ein fetter Pool mit zahlreichen Teenies, pubertierend kreischend, vielleicht das erste Dosenbier am Hals, die Kerle versuchen sich in zarten Muskelposenspielen, lässig mit den Füßen am Beckenrand eintauchend, die Mädels schlendern kichernd herum, am Strohhalm saugend und freuen sich über jeden noch so frechen Blick aufs Bikinihinterteil, gelöste Stimmung in einem Wust an oberflächlichen Plaudereien, im Hintergrund benetzt ein wenig Musik aus dem Ghettoblaster die Szenerie – Musik aus dem Hause Fire In Fairyland. Und so wie die „American-Pie“-Verschnitt-Szene einfach nur passiert, ohne dass sie wichtig ist, so plätschert auch das zweite Album der Band aus Celle am Gehör vorbei, handwerklich völlig im grünen Bereich, doch auch ohne großen Wiederkennungswert bar jeder Ecke, an der man einfach hängen bleibt und sich auf ein Wiederhören freut.

Dabei legen sie mit dem Opener „Get A Life“ - übrigens auch als Videoclip im Netz - gar nicht mal so schlecht vor; hochmelodische Gitarren versammeln sich über einem standardmäßigen Riffing, dazu Annas saubere, aber unspektakuläre Stimme, und zwischendurch ein paar Scar Symmetry-mäßige Growls von Gitarrist Torben, fertig ist das schon vom Debüt her bekannte „Erfolgsrezept“. Albern wird es aber dagegen schon gleich im Anfang bei „Full Speed Ahead“ mit diesen seltsamen Klatscheinlagen – danach geht es dann im wesentlichen wie beim Opener zu. Sie lassen es zwischendurch nur für einige wenige Takte heftiger prasseln, das war es aber dann auch schon.

Einen etwas anderen Weg gehen dann Fire In Fairyland ab „Plant Your Seed“, denn hier ist ausschließlich Anna für die Vocals zuständig – stimmlich ein wenig höher angelegt und mit noch mehr Pop-Faktor behaftet, kurz auch verfremdet. Bei dem balladesk startenden „So Called Friends“ haben sie sich dann Drones Frontmann Mutz ins Boot geholt, der hier eher mit hartem Gesang denn brüllendem Thrash überrascht, aber irgendwie ist bis hier der Zug für „For A Glimmer Of Limelight“ abgefahren, denn auch das growlend startende und straight nach vorn rockende „Bad Time Story“ kann das Ruder nicht mehr herumreißen, zumal die Celler einmal mehr das Tempo herausnehmen und sich im klebrigen Netz der Verpoppung verfangen.

Nee, nee, das wird hier nicht wirklich was. Viel zu poppig, viel zu durchschnittlich, viel zu langweilig, viel zu wenig Ecken und Kanten, einfach nur glatt und gebügelt mit zwei Litern Weichspüler. So kann man bei den Horden an wild hüpfenden Teenies Punkte sammeln, die sich in oben aufgebaute Szenerie ohne eigenes Gesicht einfügen mögen, für die „For A Glimmer Of Limelight“-Dauer ganz nett. Das war es dann aber auch schon, denn hat man die nächste CD in den Schacht bugsiert, dann sind auch schon wieder alle Fire In Fairyland-Ideen verflogen. Da muss einfach mehr Rotz her, sonst wird auch das nächste Album hier auf The-Pit.de nicht punkten – wo wir dann wieder bei den prophetischen Ansätzen vom Debüt sind. Fans süßlichen Alternative-Pop-Punks mit der Möglichkeit für Radioeinsatz haben hier ein sicherlich passendes Album für die nächste (Teenie)Fete. Alle anderen werden sich abwenden und dem Album keine Chance geben (brauchen).

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