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Finsterforst: ...Zum Tode Hin

heißer Kandidat für die Top5-Scheiben des Jahres
Wertung: 9.5/10
Genre: Viking Folk Metal
Spielzeit: 70:38
Release: 27.02.2009
Label: Einheit Produktionen

Seit 2004 existiert die Schwarzwälder Band Finsterforst. Nachdem die optimale Besetzung gefunden war, konnte man Ende 2005 die ersten Songs im Studio aufnehmen und im März 2006 die EP „Wiege der Finsternis“ veröffentlichen sowie daraufhin bei etlichen Liveshows auf sich aufmerksam machen. Mit „…Zum Tode Hin“ wurde nun die erste Full Length-Scheibe auf den Markt gebracht.

Ein Riffing, das sehr gut in die Gesamtthematik des Song einführt, bestimmt den Beginn des Opener-Songs „Urquell“. Spätestens zu dem Zeitpunkt, an dem das Akkordeon mit der den kompletten Song fortan dominierenden Melodie einsteigt, wird man förmlich hinfort gerissen. Der Zwischenpart mit Akkordeon inklusive Akustikgitarre wurde genau zum richtigen Zeitpunkt angesetzt, da die vorherrschende Melodie, die zuvor den Song geprägt hat, ansonsten leicht eintönig geworden wäre. Und es kommt noch besser: An den ruhigen Part reiht sich eine Passage, die geprägt wird von Black Metal-typischem Drumming. Um das Glück eines jeden Folk / Black Metal-Fans komplett zu machen, vernimmt man im weiteren Verlauf zu all den schon Aufgefahrenen auch noch eine Flöte.  
Ein wahrhaft wunderschönes Stück gleich zu Beginn, das lässt Gutes für den Rest des Albums hoffen.

Nachdem beim ersten Song schon ganz großer Hofstaat aufgefahren wurde, entführt den Hörer in den Song „Das Große Erwachen“ zunächst erst einmal nur eine Akustikklampfe nebst Akkordeon. Erhaben und ein bisschen episch eingefärbt wird das Ganze in dem Moment, in dem die Flöte mit einstimmt. Außerdem dafür spricht, dass der Song sich im Midtempo abspielt, was aber mitnichten im weiteren Verlauf des Song so bliebt. Besonders genial klingen die Schwarzwälder in den Momenten, wo sie all ihre Instrumente auffahren und sich in die schwarzmetallischen Geschwindigkeitsregionen begeben. Und sehr auf die Positiv-Liste setze ich ihnen, dass sie trotz Akkordeon und Flöte zu keiner Zeit aufgezwungen fröhliche Kompositionen zum Besten geben. Nach zehn Minuten gibt es noch einmal ein kurzes Zwischenstück mit der Akustikgitarre, das den Hörer ob seiner Klasse ergriffen zurück lässt. Und ein weiteres Stück, dass so verdammt vielseitig ist, dass man sich fragt, was wohl noch folgen wird. 

Ein markiges Eingangsriff samt ganz dezent im Hintergrund agierendem Chor macht den Weg frei für den Song „Seines Glückes Schmied“. Das Akkordeon klingt hier wehmütig, man möchte fast schon sagen, melancholisch. In diesem Stück zeigen die Jungs, dass sie in Sachen Songwriting zu den ganz großen gehören, denn ich habe es selten zuvor hören dürfen, dass einerseits so gefühlvolle ruhige Passagen so genial in Einklang gebracht werden mit den Parts, in denen man aufgrund ihrer schwarzmetallischen Ausrichtung niemals mit einem solch breiten Soundspektrum rechnen würde. Schade ist lediglich, dass man auch bei diesem Song gegen Ende nur das Herausfaden als Songende gewählt hat, hier hätte ein anderer Schluss vielleicht effektvoller gewirkt.  

Einem stimmungsvollen Beginn lauscht man bei „Sturmes Ernte“. Auch hier ist es wieder die Akustikklampfe, die von Keyboards begleitet wird, bis der Eingangsgrowl das endgültige „Go“ gibt. Dieses Stück gefällt schon jetzt, obwohl erst knapp zwei Minuten gespielt sind. Es ist schon bemerkendwert, wie sehr einen die Kompositionen der Band gefangen nehmen können. Diejenigen, die denken, der Song würde sich nur im Midtempo bewegen, werden jäh eines besseren belehrt, denn auch ein richtig genialer Black Metal-Part darf natürlich auch in diesem Stück nicht fehlen. Nur gegen Ende schwächelt das Stück ein wenig; es ist weiterhin nicht schlecht und es wird auch ein wenig auf die melancholische Schiene verlagert, aber das „wow“-Feeling vermisst man hier leider ein wenig. 

Zu guter Letzt servieren uns die Jungs als Einstieg zum Song „Untergang“ noch einmal die Akustikklampfe und lassen diese vom Akkordeon begleiten und wieder bekommt das Gehörte einen melancholischen Unterton; sehr schön gemacht, da überaus stimmungsvoll. Aber erst ab der siebten Minute geht es erst so richtig los, sprich erst da steigt der Sänger mit ein in das Gesamtgeschehen. Mit relativ ruhigen, Tönen klingt das Werk dann aus, wobei der Flöte auch noch einmal Raum gegeben wird, was sehr schön klingt. Unglaublich vielseitig zeigen sich die Musiker auch in diesem letzten Song des Outputs noch einmal, denn auch hier fehlt nicht die schwarzmetallische Schnelligkeit, in welcher die Jungs trotzdem all ihre Attribute hinein packen, um auch diesen Song zu einem unvergesslichen Stück Pagan Metals zu machen. Großes Kino, andere Worte kann ich hierzu nur noch schwerlich, wenn überhaupt noch finden. 

Die Produktion brilliert sowohl in den Momenten, wo die Band seitens ihrer Breite an Instrumenten alle Register zeigt als auch in den ruhigen Phasen. Besser könnte man die Mucke wohl kaum in Szene setzen als es die Verantwortlichen in den Iguana Studios umgesetzt haben. Mann kann sogar den Bass in den Momenten heraushören, wo alle Instrumente mit von der Partie sind. Sehr gut gemacht.  

Fazit: In Sachen Folk / Black Metal schicken Finsterforst mit dieser Scheibe einen Kandidaten ins Rennen, der sicherlich in vielen Rankings der Top-Scheiben 2009 wieder zu finden sein wird; in meinem wird das mit Sicherheit der Fall sein. Ein einzigartiges, so schnell wohl nicht mehr zu erreichen sein werdendes Werk, das jedem Black / Folk Metal-Fans dringendst ans flammende Herz gelegt sei.

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