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Finntroll: Ur Jordens Djup

Die Trolle werden düster
Wertung: 6.5/10
Genre: Folk Metal
Spielzeit: 55:57
Release: 30.03.2007
Label: Spinefarm Records

Der Metalszene liebste Trolle sind zurück! Und das wieder einmal im veränderten Line-Up, denn erneut musste der Platz hinter dem Mikro neu besetzt werden. Diesmal allerdings nur wegen musikalischen und persönlichen Differenzen, was nach nach der Erkrankung an Kehlkopfkrebs von Ur-Sänger Katla und dem Unfalltod von Gitarrist Somnium noch ein vergleichsweise kleines Übel ist.

Düsterer sollte es werden, das neue Album „Ur jordens djup“ („Aus den Tiefen der Erde“). Eine Aussage, die angesichts der Gute-Laune-Musik der Finnen spannend ist. Ebenso wird das Augenmerk auch auf dem neuen Sänger Vreth legen, der zumindest optisch noch nicht so recht zur Band passt. Stimmlich, soviel sei gesagt, gibt es nichts zu meckern, auch wenn ich ja finde, dass bisher keiner der Sänger von Finntroll „unersetzlich“ war.

Das übliche Intro mit Namen „Gryning“ gibt schon die düstere Marschrichtung vor, erinnert an eine Fahrt durch Isengart und lässt den ersten Song „Sång“ zuerst ungewohnt spartanisch erscheinen. Die Band setzt ihre Keyboard Trademarks in der Tat wesentlich sparsamer ein und rückt so öfters mal in die Richtung der letzten Moonsorrow Platten, ohne deren Länge zu erreichen. Insgesamt könnte der Song als eine B-Seite des erstklassigen Debüts „Midnattens widunder“ durchgehen.

Aber die Fangemeinde will natürlich etwas zum tanzen und abfeiern und ganz besonders beliebt ist „Trollhammeren“, der Hit vom letzten Album....Anscheinend so beliebt, dass Finntroll für „Korpens saga“ gleich mal einige Melodien und den gesamten Anfang wieder verwertet haben, diese dann aber natürlich etwas anders spielen. Achtet mal darauf, denn sonst ist das Lied wirklich ein Kandidat für die Skip-Taste.

Eine Steigerung stellt „Nedgång“ leider auch nicht dar, denn ohne die Humppa Elemente fällt leider deutlich auf, dass die Trolle nicht die talentiertesten Riff-Schreiber unter der Sonne sind.

Der Quasi-Titelsong „Ur djupet“ macht Hoffnung, denn die Kombination aus schwarzmetallischem Gekeife und bestens harmonierender Instrumentalarbeit zeigt, wie sich die Band wohl die ganze Platte vorgestellt hat. Der Nachteil ist aber, dass sich in nahezu jedem Song solche guten Momente zeigen, der „Weg“ zu ihnen sich aber als fast schon zäh gestaltet. Ein weiteres Beispiel sind die Blasts bei „Slagbröder“, die bei Finntroll sonst eher Mangelware sind.

„Wo sind die Songs, die wir von der Band hören wollen? Wann können wir endlich fröhlich abtanzen?“ Nun, da hätte ich zwei Nummern im Angebot. „Marktens spira“ lässt die Base glühen, es werden die Folkintrumente geblasen, der Fuß wippt mit und der Nacken zuckt. Alles in bester Ordnung also. Klar...wenn man sich nicht daran stört, dass die Trolle solche Songs schon in mehrfacher Ausführung in der Hinterhand haben.

Das wahre Kleinod ist das völlig wahnsinnige „En Mäktig Här“, welches ein neues Instrument in den Finntroll-Kosmos einführt. Die karibische Steel Drum passt (natürlich, möchte man sagen) perfekt zu der Musik und macht einfach Spaß. So würde sich der Soundtrack von „Monkey Island“ oder die Baccardi Werbung „auf Metal“ anhören. Klasse!!

„Ur Jordens Djup“ geht wieder in Richtung von „Midnattens widunder“ oder „Jaktens tid“, daran gibt es keinen Zweifel. Von der Klasse der Anfangstage ist man aber weit entfernt, daran gibt es, zumindest für mich, leider auch keinen. Ich begrüße die Entwicklung vom Humppa Overkill Abstand zu nehmen und halte diese Platte für einen wichtigen Schritt in diese Richtung. Leider klingt das ganze stellenweise arg bemüht und kommt nicht so rüber, als würde die Band 100%ig hinter der neuen Ausrichtung stehen. Aber wer weiß, vielleicht singe ich beim Nachfolger schon Lobeshymnen?! „Ur jordens djup“ bietet für mich zuviel Mittelmaß, ist aber schon alleine aufgrund der guten Ansätze wertvoller als der durchschnittliche Vorgänger „Nattfödd“.

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