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Finch: Back To Oblivion

Eine Band rauft sich zusammen
Wertung: 7/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 47:31
Release: 30.09.2014
Label: Spinefarm Records

Finch sind eine Band, die wahrscheinlich nur noch diejenigen Musikfans auf dem Schirm haben, die sich in den Anfängen der 2000er näher mit US-amerikanischem Alternative Rock, Post-Hardcore und Screamo beschäftigt haben. Seit 1999 ist die kalifornische Truppe aktiv, hat es bis zum Jahr 2012 aber immerhin auf zwei Trennungen gebracht – mal wurden persönliche Prioritäten als Grund angeführt, beim zweiten Mal hatte man sich musikalisch auseinander gelebt und bekam das bereits begonnene dritte Album nicht auf die Reihe.

Besagtes drittes Album „Back To Oblivion“ steht nun seit Ende September in den Regalen und Downloadportalen dieser Welt bereit – bis auf Bassist Daniel Wonacott waren alle momentanen Mitglieder zumindest schon bei der Gründung der Truppe dabei, wie beständig das Line-Up dieses Mal ist, wird sich aber erst noch zeigen müssen. Finch-Fans sind wahrscheinlich nicht zu Unrecht etwas skeptisch.

Bei „Back To Oblivion“ gibt es einige erste Male: Es ist das erste Full-Length-Album seit dem 2005er Output „Say Hello To Sunshine“ – das erste Album mit besagtem Bassisten Wonacott – das erste Album mit Gründungsdrummer Alex Pappas seit dem Debüt „What It Is To Burn“, das bereits vor zwölf Jahren erschien. Man darf also gespannt sein, wie die Amis diese neu gewonnenen Familienbande umsetzen.

Der Opener stellt hier gleichzeitig auch den Titeltrack dar, vermittelt aber erstmal einen recht sommerlichen Eindruck, der sich auch gut im Radio machen würde. Gut, Finch haben auch früher schon nicht unbedingt polarisiert, indem sie besonders heftig klangen, aber einen leisen Stich der Enttäuschung spürt man trotzdem irgendwo in der Herzgegend.

„Anywhere But Here“ kann dann mit seinem ungewöhnlichen Riff aber bereits Pluspunkte sammeln und platziert sich auf der Liste der Anspieltipps. Ein bisschen Grunge-Feeling kommt auf, Sänger Nate Barcalow legt sich ordentlich ins Zeug und vermischt wahnwitzige Schreie mit leicht aggressivem Gesang – ein schönes Ding. Ähnliche Stilelemente werden auch beim dynamischen „Further From The Few“ verbraten, im Verlauf der Platte tauchen immer mal wieder gut gebrüllte Passagen auf (zum Beispiel beim an sich recht unspektakulären „Two Guns To The Temple“), die aufzeigen, dass Finch sich nicht in die US-Radio-Rock-Schublade pressen lassen wollen, wie es zuletzt doch bei einigen Bands aus der Zeit geschehen ist (man denke nur an Stainds „The Illusion Of Progress“, auch wenn hier ein etwas anderes Genre bedient wird).

Tracks wie den früheren Knaller „Letters To You“ sucht man leider vergebens auf der neuen Platte – klar will man keine Band, die sich wiederholt, aber schade ist es dennoch, dass nicht so richtig an die alten Zeiten angeschlossen werden kann. Dennoch: Stücke wie „Inferium“ geben ordentlich Gas und machen Lust auf einen Liveauftritt der Truppe. Alles in allem dürften auch die alten Fans Gefallen an der neuen Platte finden – die Band hat sich zusammengerauft, das ist schon mal ein Pluspunkt. Ausfälle gibt es auf „Back To Oblivion“ keinen einzigen, ein paar Längen haben die Amis aber leider übersehen.

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