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Final Depravity: Thrash Is Just The Beginning

Starker Thrashhammer mit deutlicher Steigerung
Wertung: 8,5/10
Genre: (Modern) Thrash Metal
Spielzeit: 44:57
Release: 13.12.2013
Label: Nihilistic Empire

Es klingelt auch nach knapp drei Jahren in den Ohren: „….mit einem der härtesten und schnellsten Alben auf der Welt…“ – wie die Zeiten sich dann doch seit dem letzten Interview 2010 ändern können, wobei die Wandlung sich ja eigentlich schon bei der Veröffentlichung des Final Depravity-Debüts „Nightmare 13“ abzeichnete, war doch damals schon nicht mehr die Besetzung wie auf dem Rundling aktiv. Nun ja, das Personalkarussell drehte sich halt schon damals und hörte irgendwie lange nicht auf, nun aber scheint sich endlich eine stabile Formation gefunden zu haben, die dann auch für den vorliegenden zweiten Rundling „Thrash Is Just The Beginning“ verantwortlich zeichnet.

Der Titel der Scheibe ist dabei Programm, wobei schon auf den Liverkonzerten in den vergangenen Monaten einiges mehr als deutlich wurde: Thrash bedeutet nicht mehr nur pur und rasend auf die Fresse, vielmehr darf auch mal ein satter Groove für Abwechslung sorgen, was am Ende den netten Effekt provoziert, dass das Album sogar um eine Spur härter daher kommt, als man denkt. Damals fungierte Sodom-Tom quasi als Protegé, heuer wollen sie auf eigenen Beinen stehen, wobei nicht verschwiegen werden darf, dass man mit Jerome nicht nur einen äußerst fähigen Schlagwerker einbinden konnte, sondern der dazu auch noch aus dem Kreator-Ventor-Hause kommt.

Den ersten musikalischen Fokus aber werfen wir auf den Anspieltipp „Tale Of Woe“ aus einem einfachen Grund: Anlässlich des Studiobesuches im Juni geistert die Rohversion schon seit Monaten im Player des Gelsenkirchener The-Pit.de-Ablegers herum und hat sich somit schon völlig unveredelt als thrashender Ohrwurm entpuppt, ein mächtig nach vorn walzendes Thrashbrett mit teilweise fast keifenden Vocals, schön groovig im Refrain angelegt und dann noch mit der heftig wummernden Doublebass abgeschmeckt. Nicht nur schneller, härter, sondern auch filigraner überrascht „Gates To Nothingness“, denn Final Depravity lassen hier die akustischen Klampfen sprechen, mit dem anschließenden „Garden Hate“ packen sie die ganz große Groovekeule aus und verlassen das Korsett trotz leichter Tempoverschärfung und immer wieder ballernder Doublebass nicht, lediglich die Snare dürfte wie auf dem ganzen Album eine Spur zackiger knallen.

Weiterhin richtig groovig, aber nicht minder heavy-heftig geben sie die Gelsenkirchener mit „Create Havoc“, überlassen dann aber doch immer wieder der fies thrashende Riffmacht den Vorrang, variieren aber geschickt immer wieder mit dem Tempo und lassen so keine Langeweile aufkommen. Das man nicht immer alles zu Ernst nehmen sollte, wird dann bei dem zu Beginn wie verzockt wirkenden „Requiescat In Pace“ deutlich. Was aber so „schleppend“ beginnt, wird dann zu einem heftigen Thrashhappen aufgebaut, der mit modernen Machine Head-Einflüssen genauso punkten kann wie mit Testamentalen Melodien – grossartig.

Auch wenn Final Depravity den Groove für sich entdeckt haben, muss man nicht auf weitere Thrash-Aggro-Batzen verzichten. Hier drängt sich dann locker das bald als Videoclip folgende „Thrash Is Just The Beginning“ auf, „Dementia“ baut am Anfang – auch wenn die Jungs das nicht hören werden wollen – auf ein Motorjesus-Riff thrashiger Manier auf, und auch „The Prediction“ erweist sich als abwechslungsreicher Hammer, der durch den ruhigen Zwischenpart mehr Atmosphäre abbekommt als ausgebremst wird.

Man merkt den Gelsenkirchenern eines besonders an: Sie haben die drei Lenze Zugewinn einfach dafür genutzt, ihre kompositorischen Fähigkeiten besser auszuloten, und eines der hauptsächlichen Erkenntnisse dürfte schlussendlich auch sein, dass das Einbauen von mehr Abwechslung und Groove keineswegs der Grundhärte im Wege steht, eher im Gegenteil die aggressiven Parts viel besser zur Geltung kommen, weil sie sich schlichtweg abheben. Ob jetzt auch noch das Kreator-Cover „Pleasure To Kill“ wirklich sein musste, mmmh, da darf man dann ansich noch mehr geteilter Meinung sein, aber wie sie den Song rausrotzen, das ist schon aller Ehren wert. Einer Steigerung gegenüber dem Debüt steht das aber nicht im Wege. Final Depravity liefern mit „Thrash Is Just The Beginning“ einen sehr sehr feinen Abschluss unter das Jahr 2013. Was sagte Adenauer einst so schön: „Wenn die anderen glauben, man ist am Ende, so muss man erst richtig anfangen“ – für Final Depravity stehen alle Türen offen, sie müssen nur noch durchschlüpfen.

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