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Fimbulvet: Frostbrand – Nach Flammen Sehnsucht

Viel ist nicht immer gleich gut
Wertung: 5.5/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 46:55
Release: 21.10.2011
Label: Nocturnal Empire/Twilight

Fimbulvet, die Thüringer Pagan-Metal-Formation, legen ihr drittes Werk vor. Das Album hat den etwas skurril klingenden Namen „Frostbrand – Nach Flammen Sehnsucht“ erhalten. Die Musikrichtung wird etwas großspurig als neues Genre, nämlich Pagan Power Metal angegeben. Das wirft zwei Fragen auf: Braucht die Musikwelt wirklich noch mehr dümmliche Genrebezeichnungen und stimmt die Bezeichnung überhaupt? Beide Fragen können mit Nein beantwortet werden. Zum ersten Fall muss man sich wohl kaum mehr näher äußern, zum zweiten schon. Kurz gesagt ist die Platte so weit vom Power Metal entfernt, wie der Pluto von der Sonne. Mit Ausnahme von ein paar Riffs, die aber genauso gut in allen anderen Genres Anwendung finden, gibt es nichts, was man dem Power Metal zuordnen kann.

Musikalisch ist das Werk recht solide. Das Intro klingt zwar recht synthetisch, entspricht aber ansonsten sehr den Voraussetzungen einer gelungenen Einleitung einer Pagan-Metal-Scheibe. 

Mit den folgenden neun Songs beweisen die Musiker ein Gespür für funktionierende, bodenständige Musik, die zwar einfach strukturiert, aber durchaus funktionell ist. Die meiste Arbeit liegt dabei auf den Gitarren, die vom begleitenden Rhythmusinstrument immer wieder zu Melodienkanonen mutieren. Immer wieder brechen die Sechssaiter die strikten Formen, die den Songs sonst anliegen, auf und geben den Liedern mit Soli oder Gitarrenläufen eine zusätzliche Färbung. Die Drums geben einen soliden Background zur Musik der Band ab. Hier wünscht man sich aber ein wenig mehr Ausbrüche aus den festen Rhythmen und Schemen. Das soll nicht heißen, dass es am Schlagzeugspiel etwas auszusetzen gibt, jedoch könnte etwas mehr Abwechslung die Lieder aufregender gestalten. 

Diese Aussage führt zwangsläufig zum Gesang auf „Frostbrand – Nach Flammen Sehnsucht“. Dieser wird mit Sicherheit am meisten polarisieren und die Anhänger der Band von den Ablehnern trennen. Solange der Gesang verzerrt ist, entspricht er dem typischen Genresound, nichts Besonderes, aber erdig und stabil gebaut. Anders wird es, wenn der Klargesang einsetzt. Frontmann Stephan Gauger verfügt über eine nicht zu verachtende Singstimme, er nutzt sie aber nicht immer richtig. Die oft langgezogenen Lyrics klingen schnell dünn und nicht richtig ausgearbeitet. Stellenweise entziehen sie der Musik auch die Geschwindigkeit. Das ist schade, denn stimmlich darf man dem Fronter wirklich nichts ankreiden, was vor allem der Keifgesang eindrucksvoll beweist.

Der Sound der Scheibe leidet unter Kinderkrankheiten, was beim dritten Album einer Formation eigentlich nicht mehr vorkommen sollte. Die Produktion klingt vermixt und unausgegoren. Die Drums klingen hohl, zu leise und einfach nicht richtig ausgearbeitet. Die Gitarren klingen sauber, aber auch etwas dünn und der Gesang wurde ja ausgiebig besprochen. 

Der Rundling hat jede Menge guter Ansätze. Beginnend bei den Gitarren (die live aber mit nur einem Gitarren wohl sehr schwer umsetzbar sein werden) bis zu den coolen Growls gibt es einiges an Pluspunkten, die aber eindeutig besser ausgearbeitet werden müssten.  

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