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Fimbultyr: Gryende Tidevarv

Ein sehr starkes Debut, Odin aber auch!
Wertung: 8.5/10
Genre: Black Metal, Pagan Metal, Viking Metal
Spielzeit: 37:26
Release: 01.08.2008
Label: Unexploded Records

Die Schweden Fimbultyr liefern der Pagan Metal-Gemeinde nach ihrer Demo-Scheibe „Ändlösa Frågor“ aus dem Jahr 2006 mit „Gryende Tidevarv“ in diesem Jahr ihr Debutalbum. Man schrieb das Jahr 2005, als die Band von Niclas Boman und Oskari Katainen gegründet wurde.

Bei dem Intro „...Ur Fördärv“ stelle man sich ein Schlachtfeld vor am frühen Morgen … Nebelschwaden wabern über das taunasse Gras, die Sonne ist noch nicht ganz aufgegangen, fern hört man die Schlachtpferde leise sanft schnauben und die ersten Krieger erwachen aus ihren Träumen von erfolgreich geschlagenen Schlachten, um sich fertig zu machen für die Schlacht. Zurück aber zum Musikalischen: Langsame Trommeln begleiten eine Akustikgitarre sowie eine Violine. Sehr schön gemacht und sehr stimmungs- und würdevoll.

Und das Titelstück folgt sogleich. In „Gryende Tidevarv“ geht es so richtig mitten hinein ins Schlachtfeld, sprich tempomäßig geht hier die Luzie ab. Sehr ins Ohr und auf die Liste der Dinge, die gefallen, geht der Tempobreak, nach dem man im melodischeren Fahrwasser fährt als in den rasenden Parts. Herzzereißend klingt der Schrei und das verzweifelte Atmen am Ende des Songs, mit Streichern unterlegt. Schafft Atmosphäre, richtig gut ist das.

Ich prophezeie, dass alle diejenigen, die sich mit dem melodischen und erhaben klingenden Mainriff des ziemlich in die Black Metal-Ecke driftenden „Ändlösa Frågor“ infiziert haben, das mich übrigens mitunter an meine Helden von Thrudvangar erinnert, dass also diejenigen dieses Mainriff sehr lange Zeit in sich tragen werden. Und was die Jungs an den Gitarren da in dem Break zelebrieren, klingt einfach göttlich. Dieser Song hat starke Ambitionen, die Hymne der Schweden zu werden.

Töne in gemäßigteren Tempogefilden offenbart „Nidstång“ und baut seine Melodie immer weiter gelungen aus. Wenn die Schweden ihre Zügel locker lassen, gefallen sie mir jedoch besser als wenn sie nur im versammelten Galopp unterwegs sind. Schön klingt allerdings die Violine, die vor den Military-Drums zu hören ist.

Ein gewaltiger Eingangsgrowl macht den Weg frei für „Narstrand“, das trotz des guten Eindrucks der gesamten Platte nicht so ganz mit den anderen, starken Stücken mithalten kann. Zwar wird hier auch wieder gekonnt mit diversen Tempi gespielt und die Jungs untermalen die Raserei mit sphärischen Synthies, aber der Funke will nicht komplett zünden, was vielleicht auch daran liegen mag, dass der Anteil der Keyboards für meinen Geschmack schon ein kleines bisschen zu sehr ausgeschöpft wurde. Allerdings punkten dann wieder diese Spinett-Töne, die einfach nur gut klingen.

Einer sehr schönen Grundmelodie lauscht man danach in „Ödets Stig“, das zunächst schwarzmetallisch beginnt, dann aber Fahrt raus nimmt. Diese clean eingesungenen Vocals klingen, obwohl sie sicher auch eine verzweifelte Intention innehaben, einfach nur großartig. Und noch großartiger klingen danach diese Black Metal-Screams. Gegen Ende erklingen dann die Screams zusammen mit den Clean-Vocals – sehr gut gemacht, Jungs.

Akustikgitarren eröffnen mit ihrer melancholischen Attitüde „Gudars Vedergällning“, bevor wieder das feine schwarze Metallische ausgepackt wird. Auch hier gehen Clean-Vocals und Growls wieder eine Symbiose ein. Das Riffing wirkt allerdings zu abgehackt, was dem Stück etwas von seinem Drive nimmt.

Ja, und wohin geht die finale Reise? Richtig, das Ende der CD beschreitet mit „Hel“ den Weg in die unterirdische Totenwelt. Also, wenn da so gute Mucke gespielt wird, dann komme ich glatt mit. Die Keyboards wirken stellenweise zwar ein wenig dünn, aber das ändert an der Klasse des Stücks dann auch recht wenig, denn dies ist eine richtig gute Hymne mit guten Melodien, welche dieses erstklassige melodische Stück schwarzmetallischer Musik prägen, die übrigens mit den kurz angespielten Klängen der Akustikgitarre ausklingt.

Warum um alles in der Welt lassen die Jungs uns jetzt nach erst knapp über 30 Minuten so guter Mucke allein? Bei dem Nachfolger muss also dringend an der Spielzeit gearbeitet werden, denn das ist eindeutig viel zu wenig solch guter Mucke.

Fazit: Ein richtig gutes Werk. Wer Wert legt auf frischen, unverbrauchten Pagan Metal mit einem gutem Gespür für ausgeklügeltes Songwriting, der sollte Fimbultyr unbedingt anchecken. Ein sehr starkes Debut, Odin aber auch!

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