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Fimbulthier: ... Rise

Ambitioniertes Wirrwarr
Wertung: 6/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 45:54
Release: 28.05.2010
Label: Trollzorn/SMP

Bei Fimbulthier aus dem Erzgebirge ist man sich nicht so ganz sicher, woran man ist – Bandlogo und ältere Songtitel deuten darauf hin, dass man es hier mit einer Pagan Metal-Band zu tun hat, während neuere Bandfotos und auch die Musik eine Melodic Death Metal-Truppe zeigen. Diese Verunsicherung bleibt auch beim Hörgenuss des neuen Albums „... Rise“ bestehen, denn obwohl das Quartett handwerklich unbestreitbar sehr sicher ist, ergibt sich des Öfteren das Gefühl, dass hier einfach zu viel gewollt wurde.

Aufbauen tut die Musik der Formation auf melodischem Death Metal der alten Schule, der technisch in Form von harten Riffs und eingängigen Leads auch recht ansprechend umgesetzt wurde. Da es derartig ausgerichtete Bands jedoch schon in unendlicher Zahl gibt, versuchen Fimbulthier mithilfe von Elementen aus Black, Viking und Thrash Metal eine eigene Identität zu finden – generell sind solche Bemühungen ja lobenswert, wenn diese Genres aber so wild und offensiv zusammengewürfelt sind wie auf „... Rise“, ergibt sich ein äußerst verwaschenes Gesamtbild. Anfangs wirken die abrupten Wechsel zwischen den Richtungen noch interessant, nach einer Weile allerdings erscheinen diese nur noch unpassend und zerstören oftmals die gelegentlich auftretenden stärkeren Momente – beispielsweise wurde gerade mit einer Black Metal-Passage Atmosphäre aufgebaut, doch schon wenige Sekunden später bricht aus dem Nichts eine wesentlich leichtfüßigere Melo Death-Passage über den Hörer herein und zerstört die geschaffene Stimmung.

Im Opener „Fall Apart“ wird auf derlei Stilwechsel noch verzichtet, denn hier wird klassischer Melodic Death Metal ohne große Experimente geboten, dem im Refrain als moderneres Element klarer Gesang hinzugefügt wird, der allerdings etwas gepresst wirkt. „Shattered“ prescht anschließend mit deutlichem Thrash-Einschlag nach vorne und deckt beim Gesang von Growls bis Screams ein breites Spektrum ab, wobei erneut auffällt, dass Sänger Yves in den tiefen Tönen ein wenig an Anders Fridén in seinen jungen Jahren erinnert. Bei „Ghost Town“ fängt dann das Durcheinanderwürfeln der Stile erst richtig an: Nach einem gelungenen Intro mit cleanen Gitarren wechseln sich rasende Black Metal-Parts mit groovenden Death-Riffs ab – da beide Genres hervorragend verarbeitet wurden, ist der Song insgesamt noch als gut zu bezeichnen, trotzdem fällt bereits auf, dass die Wechsel viel zu konstruiert und plötzlich wirken.

Dieser Eindruck will sich auch nach den nächsten Stücken nicht verlieren, denn ob es nun die leichte Viking-Schlagseite in „Blood-Soaked Pictures“, die erneute Gratwanderung zwischen Groove und Black Metal-Attacken in „Discover“ oder die Doom-lastigen Tempowechsel in „A Color Of Truth“ sind, fast niemals geht ein Wechsel flüssig und nachvollziehbar über die Bühne. Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, so dass das Titelstück „Rise“ Melodic Death Metal relativ gelungen mit Viking-Melodien verknüpft und in „Two Words“ dieser Einfluss noch weiter ausgebaut wird und dem Stück einen fröhlicheren Charakter verleiht – zusätzlich gibt es noch einige cleane Vocals, die zum Mitgröhlen einladen sowie ein hervorragendes Solo. Abgeschlossen wird die CD mit „886“: Nach einem post-rockigen Intro erfolgen Wechsel zwischen diesen Passagen und harten Riffs, Gesang gibt es dieses Mal nicht zu hören – ein recht gelungener Abschluss für ein ansonsten eher durchwachsenes Album.

Talent hat diese Truppe ohne Frage, jedoch wirkt das Songwriting trotz der vorhandenen musikalischen Fähigkeiten oft zu chaotisch und lässt keinen wirklichen Fluss in den Stücken aufkommen. Auch wenn die meisten Riffs gelungen sind, hat man häufig das Gefühl, das alles schon einmal gehört zu haben, so dass die Songs ohne Stilbrüche auch nicht vollständig zünden können. Die Stärke von Fimbulthier liegt definitiv in den Bemühungen, viele unterschiedliche Genres unter einen Hut zu bringen – sollte man das größte Hindernis, das darin besteht, dass die Wechsel zu unausgegoren wirken, künftig aus dem Weg schaffen können, ist sicherlich eine Menge Luft nach oben drin, so bleibt nur ein wirr wirkendes Album, das nur zwischenzeitlich einige hellere Momente zu bieten hat.

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