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Filter: The Trouble With Angels

Eine Rückkehr zu alten Stärken
Wertung: 8/10
Genre: Alternative Rock/Metal/Industrial
Spielzeit: 40:50
Release: 24.09.2010
Label: Nuclear Blast

Etwas mehr als zwei Jahre ist es her, seit Filter-Mastermind Richard Patrick mit „Anthems For The Damned“ zuletzt neues Material auf Silberlinge pressen ließ. Seine Hymnen für die Verdammten wurden jedoch recht zwiespältig aufgenommen: „Zu seicht, zu poppig, zu gewöhnlich“, behaupteten die Einen; „zwar nicht ganz so gut wie die Vorgängeralben, aber absolut hörbar“, entschieden die Anderen.

Nun steht mit „The Trouble With Angels“ der nächste Streich des ehemaligen Nine Inch Nails-Gitarristen an und wenn man den Opener „The Inevitable Relapse“ zum Maßstab nimmt, dann scheint Patrick auf jeden Fall etwas gegen die Seichtigkeits-Vorwürfe unternehmen zu wollen. Zwar täuscht er zunächst noch mit Autotune-Gesängen auf leichten Industrialbeats Gelassenheit an; unterschwellig brodelt es aber gehörig. Und tatsächlich lässt der Ausbruch nicht lange auf sich warten: Das weiche Crooning weicht aggressivem Shouting, plötzlich brechen Gitarren Bulldozern gleich durch die Wände. Ein bisschen erinnert der Track an Filters ersten großen Hit „Hey Man, Nice Shot“, wenngleich man 2010 deutlich aggressiver und fetter produziert zu Werke geht. Auch „Drug Boy“, „Absentee Father“ und „No Love“ schlagen mit Wucht in die Kerbe „wütender Rocksong“ und Patrick treibt sein Organ in Wutregionen, die man ihm nach der letzten Platte nicht mehr unbedingt zugetraut hätte.

Geschickt wird der Melodieanteil von Song zu Song in die Höhe geschraubt, der Härtegrad behutsam angepasst und reduziert, bis mit „Fades Like A Photograph (Dead Angel)“ die erste Ballade ansteht. Nach den vier Brechern zum Einstieg eine kurze Verschnaufpause und Zeit für ein kurzes Resümee, das generell positiv ausfällt: Der Spagat zwischen hochmelodiösen Refrains und kompromisslosen Riffs gelingt Richard Patrick und seiner Band in hervorragender Weise, auch wenn manche Passage ein Stück zu hymnenhaft ausfällt. Subtile, einfallsreiche Momente wie die Bridge von „Absentee Father“ wissen dafür aber zu entschädigen.

„Fades Like A Photograph (Dead Angel)“ markiert die Hälfte der Tracklist und ist tatsächlich der einzige komplett ruhige Titel auf „The Trouble With Angels“. In puncto Stimmung und Atmosphäre deutlich an Massive Attacks „Teardrop“ angelehnt, verlässt der Track seine Subtilität jedoch immer wieder, um mit Streicherunterstützung in Richtung Pathosballade zu schielen. Sicher nicht jedermanns Sache, aber es geht ganz klar schlimmer.

Zum Glück aber nicht auf „The Trouble With Angels“. Filter kehren anschließend zum Tagesgeschäft zurück und fabrizieren weiter melodisch-rockige Post-Grunge-Hymnen, die mal mehr („Down With Me“), mal weniger („Catch A Falling Knife“) offensichtlich auf den Mitsingfaktor setzen. Ein Highlight zum Albumende stellt der Titeltrack dar, der vor allem durch seine intelligenten Lyrics besticht.

Große Experimente bleiben aber auch hier aus; wie überhaupt auf „The Trouble With Angels“. Neu und innovativ ist hier eigentlich nichts, lediglich die Rückkehr zu alter Stärke kann man Filter bescheinigen. Ob man als Innovation suchender Hörer aber überhaupt jemals zu einem Filter-Album gegriffen hätte, ist mindestens fraglich. So gesehen machen Fans der alten Alben mit dem Kauf absolut nichts falsch und wer auf hymnischen, harten Alternative mit dezenter Industrial-Schlagseite steht, sollte ebenfalls ein Ohr riskieren.

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