Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Filter: Crazy Eyes

Druckvolles Album, bei welchem allerdings die Highlights fehlen
Wertung: 7,5/10
Genre: Industrial/ Alternativ
Spielzeit: 50:44
Release: 08.04.2016
Label: Spinefarm Records

Bereits mit ihrem Debüt „Short Bus“, welches 1995 erschien, machten Filter auf sich aufmerksam. Seit dem sind einige Jahre vergangen und nun legen die Amis mit „Crazy Eyes“ ihr mittlerweile siebtes Album vor.

Was hier als erstes ins Auge sticht, ist das dem Titel geschuldete Cover, welchem man trotz des Bezugs so überhaupt nichts abgewinnen kann. Zum einen wirkt es recht unübersichtlich und zum anderen sehr unappetitlich. Da aber Filter sicher nicht angetreten sind, um den Preis für beste Artwork zu ergattern, sondern um ein „verdammt anders, fortschrittlich und originell klingendes“ Album vorzulegen, wird sich von nun an der Musik gewidmet.

Genau diesen Anspruch genügt man mit dem Einstiegstitel „Mother E“. Die Gitarrenwände sind nach hinten gedrängt, stattdessen dringt kräftiger Industrial-Elektro-Alternativ-Sound aus den Boxen, der nicht nur überrascht, sondern auch anständig wachrüttelt. Perfekt gelöst scheint der Wechsel zwischen den ruhigen Phasen, in denen sich Filter förmlich anschleichen, und der einsetzenden Kraft, mit der man sich immer wieder zurückmeldet und sich wuchtig in den Gehörgängen festkrallt. Beachtlich hier vor allem die Stimme von Richard Patrick, der bei den Wechseln zwischen Shouts und seinem zurückgefahrenen Gesang, sehr überzeugend wirkt. Was für den Opener gilt, setzt sich bei einigen anderen Titel wie zum Beispiel „Pride Flag“ ebenfalls fort. Filter bieten immer wieder Tempoverschiebungen an und können besonders mit ihrem Wechsel von Härte und ruhigen Momenten brillieren.

Demgegenüber stehen allerdings Titel, die man eher als eingängige Rocknummer beschreiben möchte. „Nothing In My Hands“ und „Take Me To Heaven“ kann man einen gewissen Mitsingfaktor unterstellen, ebenso gehen diese Titel gut ins Ohr, aber leider eben auch schnell wieder hinaus. Zwar kann sich speziell „Kid Blue From The Short Bus, Drunk Bunk” mit seinem zugespitzten, zerstörerisch wirkenden Finale noch aus dem Sumpf der Allerweltssongs ziehen, aber den wirklichen Überflieger erschafft man auch hier nicht.

Hervorzuheben ist allerdings die kraftvolle Ballade „Welcome To The Sucks“, die herrlich durch den Schlamm kriecht und sich trotzt ihrer schleppenden Art und Weise festsetzen kann. Wobei sich hier der zumeist eingesetzte Klargesang Patricks nicht optimal einpassen will. Neben dem Instrumental „Under The Tongue“, welches wohl als innovativste Stück des Albums bezeichnet werden kann, überzeugt auch das abschließende „Head Of Fire“ mit seinen sphärischen Zügen.

Insgesamt wirkt „Crazy Eyes“ rund und schlüssig, auch wenn man es nicht als das innovativste Werk der Rockgeschichte einstufen möchte. Komplettausfälle sucht man vergebens, allerdings bleiben auch absolute Highlights aus. So kann man den Silberling zwar durchaus mehrmals anhören, ohne sich zu langweilen, aber wirklichen Nachhall bieten die Stücke leider nicht.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna