Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Fights And Fires: Live Life Like A Tourist

Kurze Spielzeit gegen Langeweile
Wertung: 7/10
Genre: Punkrock, Hardcore Punk
Spielzeit: 25:57
Release: 21.07.2017
Label: Lockjaw Records

Fights And Fires sind eine dieser Hardcorebands, die man aufs erste Hören gerne als etwas stumpf bezeichnen würde, die sich aber bei näherer Beschäftigung als ziemlich gut hörbar entpuppen – ersterer (Fehl-)Eindruck mag unter anderem durch die recht angestrengten Vocals zustande kommen, die Sänger Philipp und Gitarrist/Sänger Ryan durch die Boxen pressen, und die gelegentlich an Agnostic Front-Urgestein Roger Miret zu seinen etwas heiseren Zeiten erinnern; dennoch sollte man das neue Album „Live Life Like A Tourist“ nicht nur wegen seines tollen Titels und seiner schönen Optik kaufen.

Vor allem beim Klargesang möchte man dem armen Sänger gerne ein Glas Wasser reichen – Moment, Klargesang? Final haben Fights And Fires mit „Ouija Board“ einen ziemlich ruhigen Track parat, dazu aber später mal. Los geht’s mit dem vorab bereits als Single veröffentlichten „Blanquettes Avenue“, das die Truppe als eingespielte Punkrock/Hardcore-Punk-Truppe präsentiert; kein Wunder, feiern die Briten doch nächstes Jahr ihr zehnjähriges Bestehen, und nach zwei Alben und einer EP sollte man sich schon ein bisschen aufeinander eingegroovt haben.

„Awkward“ entspinnt sich dann zu einem richtigen Hardcore-Galopp-Song mit melodischem Refrain und der denkwürdigen Zeile „You’re the awkward kid that will never fit in“ – schon auf Platte geil und sicherlich live auch ein Mords-Reißer, bei dem sich einige Kehlen heiser schreien können. Immer wieder lassen Fights And Fires unter ihrer recht rauen Schale auch einen weichen Kern aufblitzen, wie beispielsweise beim solide gebauten „Hard To Dream“, das mit einem überraschend melodischen Gerüst aufwartet. „Kibosh“ lehnt sich dann ein bisschen zum Rock’n’Roll hinüber, groovt ganz ordentlich und bietet einen ziemlich guten Kontrapunkt zum bereits erwähnten finalen akustisch gehaltenen „Ouija Board“, das dem schnellen Spiel der vorangegangenen Songs entgegen ziemlich fragil daherkommt und eine kleine Verschnaufpause zum Schluss der Platte darstellt.

Bemängelt werden muss trotz aller Spielfreude definitiv die Länge von „Life Live Like A Tourist“ – knapp 25 Minuten, da wäre sicherlich mehr drin gewesen, Langeweile kommt so allerdings erstmal nicht auf. Obwohl, das Rad neu erfunden haben die Jungs aus Worcester natürlich nicht; was bleibt, ist aber ein allemal solides und stellenweise sogar wirklich gutes Hardcore-Album mit Punk- und Rock’n’Roll-Anleihen, das sich nicht anbiedert oder Trends verfolgt, dafür aber einen ganz Strauß an Stimmungen auffängt und das erstaunlicherweise sogar mit recht geringer stimmlicher Variabilität, die man hier aber nicht als mangelndes Können, sondern vielleicht viel eher als Wiedererkennungsmerkmal aufführen möchte. So bleiben Fights And Fires mit sieben Zählern zumindest vorerst im guten Mittelfeld.

comments powered by Disqus

Mozart und Mysteriöse Initialen

Sauerland endlich wieder metalisiert

Erfolgreicher Retro-Dienstagabend im Lükaz

Schallende Ohrfeige für den Underground-Support

Den Metal mit der Muttermilch aufgenommen

Erste Headlinershow in der Landeshauptstadt

Klein, aber fein - mit guter Stimmung, guten Bands und guten Leuten

Old School for the Old School from the Old School