Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Fidget: Ashes & Dust

Überraschendes und beeindruckendes Rockalbum
Wertung: 10/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 43:6
Release: 14.03.2008
Label: Redfield Records

Gut drei Jahre sind vergangen seit der Auskopplung des beeindruckenden letzten „Fidget“-Albums „The Merciless Beauty“. Doch nun ist es so weit: mit „Ashes & Dust“ setzen Fidget einen Meilenstein in ihrer persönlichen Bandgeschichte. Was manch einer nicht glauben mag: die Düsseldorfer Alternative-Rocker gibt es bereits seit neun Jahren und dennoch schaffen es „Fidget“ mit ihren Alben zu begeistern. Der Energiegehalt der „Dixon EP“ ist nicht im geringsten gewichen!

Bereits mit den ersten Worten des neuen Longplayers merkt man, dass man es hier mit einem großen Werk zu tun hat: „Good Night Ladies, good night gentlemen“. Energisch und gefühlvoll zu gleich beginnt dieser Opener, der denn göttlichen Titel „Holy Grail“ trägt. Zum Refrain spitzt sich der Song zu, die Energie steigt weiter an und wir nach dem zweiten Refrain vorläufig entladen, in einer gefühlvollen Bridge wieder aufgeladen um zum Endspurt anzusetzen. Ein durch und durch klasse Song!

Etwas melodisch, sommerlicher geht es dann mit „All Seems Meaningless“ weiter. Druckvolle werden durch gemütlich treibende Gitarrenriffs ersetzt. Ein Beat, der zum tanzen einlädt und eine Bridge, die etwas an einen „Muse“-Song erinnert. Zugegeben, „tanzbar“ und „Muse“ liegen weit auseinander, dennoch wirkt es in sich überzeugend und ist einfach passend! Mit „Take Or Leave“ folgt einer meiner Favorite-Songs des Albums. Dieser Song beginnt etwas ruhiger und dunkler vom Gitarrensound her. Tom setzt ein mit einer Art Sprechgesang, Darline übernimmt irgendwann und ein gefühlvoller Refrain folgt. Zum Ende des Songs arbeitet man sich stetig Richtung Höhepunkt der Emotionalität. So heißt es beispielsweise nicht mehr „But you're the only one – You're still the only one“, sondern „You are the only one – my fuckin' only one“. Vor allem überzeugend in diesem Song ist die gesangliche Qualität, die sowohl Tom als auch Darline über die Jahre immer weiter entwickelt haben. Der vierte Song, „Far From OK“ ist einigen Hörern bereits durch Myspace oder Live-Auftritte der Band bekannt und war neben „You Will Go Down With Me“ das einzige greifbare Lebenszeichen der Band seit dem letzten Release (von Konzerten mal abgesehen). Diese Songs verbreiten beide einfach gute Stimmung und klingen einfach schön und sommerlich. Etwas an Santana erinnert fühlt man sich beim Gitarrensound von „Stalewater“. Der Song ist schnell und erinnert vielleicht am ehsten an ältere Fidget-Alben. Vielleicht wegen der treibenden Drums, die auf älteren Alben immer sehr gut hervorkamen. Interessant ist, dass der Song unerwartet eher ruhig und leise ausklingt. Mit einer Art „Indio“-Geflöte beginnt „Choke On The Promise“ bevor dann die Gitarre und schließlich die Gitarren einsetzen. Darline beginnt die erste Strophe mit leicht hektischem Gesang, im Refrain vereinigen sich dann Toms und Darlines Gesang symbiotisch. Auch dieser Song besticht durch den einwandfreien Gesang, der sich unter Anderem durch den Finalen Shout von Tom beweist.

Mit sehr passioniertem Gesang und ruhiger Gitarre beginnt „5 Min Left“. Doch wider erwarten entwickelt sich der Song zu einem der brachialsten des Albums. Dies wird vor allem durch die stark aggressiven Vocals Toms erreicht. Darline dagegen übernimmt im Refrain den eher ruhigeren Vocalpart. Definitiv einer der besten Songs der Platte. Auch „Shivinho“ ist ein extrem interessanter Song. Mit relativ gesetzem Gesang beginnt der Song, geht aber ab dem Refrain richtig ab. Bevor mit „... And Nothing More“ das Album ungewohnt ruhig endet, wird auch in „The Latest Try On Old-School Pain“ richtig Dampf gemacht.

Man wird, wenn man sich den Beginn und das Ende des Albums anhört, man wäre in einem klassischen Kino: Am Anfang die Ansage „Good night ladies, good night gentleman“ und zum Abschluss den ruhigen Abspann durch „... And Nothing More“. Mit „Ashes & Dust“ können „Fidget“ nicht nur an die Qualität von „The Merciless Beauty“ anknüpfen, sie bauen diese aus. Der Sound klingt erwachsener und professioneller denn je, ohne aber dabei langweiliger zu werden. Stark verbessert hat sich vor Allem das zusammenwirken der beiden doch sehr unterschiedlichen Stimmen Toms und Darlines.

Das „Fidget“ selbst ihr Album als einen Meilenstein bezeichnen kann man nun nachvollziehen. Vielleicht ist diese Platte ja der Garant, den großen Durchbruch endlich zu schaffen, der ihnen bisher (in meinen Augen) zu Unrecht verwehrt blieb. Fidget blicken bereits auf fast zehn Jahre Bandgeschichte, 4 Alben und über 400 Gigs zurück. Unter Anderem spielten „Fidget“ auf dem „Pzystanek Woodstock Festival“ in Polen vor rund 300.000 Zuschauern oder auch gemeinsam mit Bands wie „Lost Prophets“, „Beatsteaks“ oder „Incubus“, was wohl nur mehr Beweis für die hohe Live-Qualität der Band ist. „Ashes & Dust“ bleibt also nur eine Top-Bewertung. Ein Album, das von Anfang bis Ende durchdacht scheint, aber keineswegs vorhersehbar ist, sondern immer wieder überrascht und beeindruckt.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna