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Fiddelaltermolk: Kniddelfalter

Rumpeliger Irish/Medieval Folk Punk
Wertung: 8/10
Genre: Folk Punk
Spielzeit: 44:44
Release: 01.04.2007
Label: Eigenproduktion

Man stelle sich einen netten Herren um die 20 vor, gekleidet in einen Kilt, Springerstiefel und Bandshirt, der dazu noch einige bunt gefärbte Haare einstreifig auf dem Kopf hat und ein kühles Guinness oder einen warmen Met in der Hand hält . Peng, wir haben damit den ultimativen Fiddelaltermolk-Fan. Warum? Weil die Jungens und das Mädel aus Hamburg rumpeligen Folk Punk mit einer Extraportion Spaß zocken. Wer Flogging Molly und die Dropkick Murphys liebt, traditionellen Irish Folk und Mittelaltermusik mag und dazu noch dem trashigen Charakter des Punks der alten Schule etwas abgewinnen kann, der liest weiter. Alle anderen ... hören auch rein! Denn was Balin (Flöte, Dudelsack, Gesang, Banjo), Astrid (Geige), Lucky (Gitarre, Mandola, Gesang), Emu (Bass) und Krischan (Schlagzeug, Gesang) mit ihrem zweiten Output „Kniddelfalter“ herausgehauen haben, ist alle Achtung wert.

Wenn die Truppe nicht solch ein Haufen von Chaoten wäre und so unregelmäßig Konzerte und CDs organisiert bekäme, dann würde ich hier glatt den Begriff „Kult“ benutzen. Denn ansonsten hat die Truppe alles, was dazugehört: Einen einzigartigen Sound inklusive einzigartiger Produktion, ein äußerst sympathisches Auftreten, einen Haufen von mitgröhlwürdigen und tanzbaren Songs, den originellen Namen und natürlich das umwerfende Bandmaskottchen, den von Krischan, wie alles andere auch, gezeichneten Molk.

Die Musik selber funktioniert nach einem einfachen, aber überaus wirksamen Schema. Man nehme eine selten unbefleckte, traditionelle Melodie aus Irland, Schottland oder dem mittelalterlichen Europa, verpacke dies mit ein paar äußerst rumpeligen und gerne im Off-Beat operierenden Gitarrensounds, packe ein treibendes Schlagzeug dahinter und garniere dies mit einigen äußerst trashigen Gesängen, die zwar niemals einen Preis bei Musiktheoretikern gewinnen werden, aber dafür umso besser in das nicht annährend ernstzunehmende Gesamtbild passen.

Fiddelaltermolk sind weder belanglos, noch sind sie todernst. Man hört allen Musikern zu jeder Zeit die absolute Spielfreude und das Interesse an der Verschmelzung der im Grunde doch so gleichen Musikrichtungen an, denn sowohl der Punk, als auch der Folk will das Tanzen fördern, die Leute auflockern und nebenbei noch eine Geschichte, mitunter sogar mit Moral, erzählen. Die Scheibe funktioniert auf jeder Party und Livegigs dieser Fischköppe müssen schlicht schweißtreibend und enorm spaßbringend sein.

Herauszuheben aus der 13 Stücke umfassenden Sammlung „Kniddelfalter“, welche von der Band selbst aufgenommen und gemixt worden ist, sind besonders das bekannte „The Foggy Dew“ und der Klassiker „Watt wolln wir trinken?“, beide mit überaus hohen Mitsingfaktor. Bemerkenswert ist außerdem, dass sich instrumentale Songs und vokalisierte Stücke wunderbar abwechseln und so nie Langweile bei den 44 Minuten (60 Minuten, wenn man das Hidden Track-Medley und die lange Wartezeit darauf mitrechnet) aufkommt.

Also wer dem Charme alter Inchies, alter Letzter Instanz, dem der Dropkick Murphys und Flogging Molly erlegen ist, dem sei Fiddelaltermolk sehr herzlich empfohlen, obwohl mir das selbstbetitelte Debütalbum noch ein Stückchen besser gefällt. Alle Silberlinge, Shirts, Aufnäher, Unterhosen und Küchengarnituren gibt es inklusive Hörproben und mit wunderbarem Artwork veredelte Vorschaubilder auf der Homepage: www.fiddelaltermolk.de

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