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Feuerschwanz: Wunsch Ist Wunsch

Neues von den Metvernichtern
Wertung: 7/10
Genre: Mittelalter Rock
Spielzeit: 48:31
Release:
Label: Deaf Shepherd

Mittlerweile bereits zum vierten Mal bringt des Hauptmanns geiler Haufen, auch bekannt als Feuerschwanz, eine neue Platte unter das einfache Fußvolk. Beim Anblick des liebevoll gestalteten Covers möchte man „Bück dich Fee” fast schon laut aussprechen. In jedem Fall aber weiß man sofort, was einen beim Genuss von „Wunsch ist Wunsch” erwartet: inhaltlich einfacher, aber umso mehr Laune machender Mittelalterrock.

Und die Anspielung auf den bereits etwas angestaubten Witz kommt nicht von ungefähr. Hauptmann Feuerschwanz und seine Mannen bleiben sich selbst weitestgehend treu. Beim Text setzt man weiterhin auf schwer J.B.O.-verdächtige Schwerpunkte, die sich auch im vierten Werk vornehmlich ums, mit Verlaub, Ficken und Saufen drehen. Natürlich mit eingängigen Refrains und den obligatorischen komödiantisch-peinlichen Intros. Musikalisch bleibt es beim einfach gestrickten Rock mit eingängigen, tanzbaren Melodien, unterstützt von Dudelsack, Flöte, Geige und Schalmei.

Zunächst erläutert das Intro mit einem „Es war einmal...” die Situation: Nach einem heftigen Trinkgelage liegen die fünf Spielleut vor und in ihren Zelten und träumen von einer Fee... zumindest bis sie von dem stadiontauglichen „Wir lieben Dudelsack, Schalalalala”-Gejohle des gleichnamigen Openers wachgerüttelt werden. Der Song kommt modern daher, wenngleich er irgendwie unstimmig, nicht wie aus einem Guss wirkt. Möglicherweise ist das gewollt, da sich dieser Eindruck an einigen anderen Stellen des Albums wiederholt.

Beim tanzbaren „Wunsch ist Wunsch” liefert sich der Hauptmann ein Duett mit einer Fee, das einen gleich mehrfach zum Schmunzeln bringt und auch musikalisch zu gefallen weiß. Viele andere Songs haben ebenfalls mittelbar oder unmittelbar mit Kopulation bzw. in Verbindung stehenden Aktivitäten zu tun. Allerdings kommen die meisten weniger gewitzt daher als der Namensgeber des Albums: Passagen wie „Geschwind zu einem Heiler lauf, der macht mir die Hose auf, die Diagnose folgt zugleich: Nur wahre Liebe macht das Hartholz wieder weich” oder „Maria komm her, komm her, komm her! Und bist du mir auch zu schwer, zu schwer! Ich brauch deine Pfunde für meinen Trieb. Maria, Maria ich hab dich lieb!” sind sicherlich nicht jedermanns Sache. Allerdings können Feuerschwanz auch anders. Abgesehen vom recht traditionellen „Albrecht der Bruchpilot” schlagen Feuerschwanz  bei „Des Kriegers Sohn” sogar nachdenkliche, ernste Töne an. Man mag es kaum glauben, aber das steht ihnen richtig gut!

Höhepunkte des Albums sind sicherlich das sehr stimmungsvolle, leicht an Rammstein erinnernde „Met-Maschine” und der vorletzte Song „Symposium”. Letzterer simpel strukturiert, aber mit hohem Mitsingpotential und nettem hymnenartigen Charakter. Den Gesang teilt sich der Hauptmann hier mit Alea dem Bescheidenen, seines Zeichens Sänger von Saltatio Mortis.

Alles in allem ein grundsolides Album, das einige Höhepunkte enthält und ansonsten in der gewohnt bildhaften Sprache und handwerklich begabt daherkommt. Auch müssen sich die Maid und die vier Recken nicht vorwerfen lassen, dass sie sich im Rahmen der Möglichkeiten ihres selbst gewählten Genres nicht bewegen würden. Eines dürfte aber jedem klar sein: Feuerschwanz funktionieren am besten als Liveband. Musik dieser Art wurde ersonnen, um in geselliger, möglichst auch bierseliger Runde Spaß zu haben und nicht, um sich in Ruhe mit den Texten zu beschäftigen. Natürlich kann man Feuerschwanz als belanglose Spaßband abtun, aber wer sich von der Band live gut unterhalten fühlt, sollte einen Blick auf das neue Machwerk riskieren.

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