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Feuerschwanz: Metvernichter

"Metvernichter" macht Spaß
Wertung: 8/10
Genre: Folk Rock
Spielzeit: 61:52
Release: 18.09.2009
Label: Deaf Shepherd / Indigo

„Es war einmal am Anbeginn der Zeit, da fuhr Odins großer Metwagen auf der Straße des Firmaments gen Walhall. Da fiel ein Horn auf Erden hinab und es entsprang an unbekannter Stell' der geheime Quell des wahren Mets. Doch sollte er nicht unentdeckt bleiben.“ Ein solcher Introtext kann eigentlich nur von einer Band stammen; des Hauptmanns geiler Haufen, Feuerschwanz, melden sich zwei Jahre nach ihrem letzten Studioalbum „Met und Miezen“ nun mit ihren neuen Schandtaten zurück.

Was im Vorfeld über das Album „Metvernichter“ gesagt werden muss: Wer Niveau - sowohl textlich als auch musikalisch - sucht, ist bei Feuerschwanz fehl am Platze: Wie gewohnt thematisiert die Band in ihren Texten vordergründig die Freude am Alkohol und dem Verkehr mit dem anderen Geschlecht. Vertont wird dies durch simpel gehaltene Rockmusik mit mittelalterlichen Einflüssen – auf komplizierte Strukturen wird verzichtet. Perfekte Partymusik also – zum nüchternen Dauerhören dadurch allerdings nur eingeschränkt tauglich.
Mehr oder weniger eingängige Hooklines prägen den Sound von „Metvernichter“, gepaart mit leicht mitgröhlbaren Texten à la „Wir sind der Haufen. Ihr seid der Haufen. Ja zu Met und Tanz, wir sind der Feuerschwanz“, der im Titeltrack Anwendung findet.

„Ein Stoß fährt dir durch alle Glieder. Du spürst den Rhythmus immer wieder“ - mit solchen eindeutigen Zweideutigkeiten wartet nicht nur der Song „Ich will tanzen“ auf. In diesem Song wechseln sich eine gitarrenbasierte Strophe, die sich aus lediglich vier Akkorden zusammensetzt, mit einem von der Geige begleiteten Refrain ab. Dieser Refrain, das einprägsamste am Song, präsentiert sich – wie fast alle Lieder von Feuerschwanz – als beinahe grenzenlos abfeierbar, vor allem wenn man schon ein paar Bier oder Met intus hat.

Einige Songs aus dem „Metvernichter“ herauszugreifen ist nicht gerade einfach, da strukturell keine allzu großen Unterschiede bestehen. Auffallend ist allerdings „Falsche Rose“: Ruhiger gehalten als die meisten Songs auf dem Album, bleibt hier die verzerrte Gitarre im Schrank. Flöten- und bassbasiert ist ein gewisser Schunkelfaktor gegeben, während Sänger Hauptmann Feuerschwanz von einem verirrten Liebesabenteuer mit fatalen Folgen erzählt.

Gecovert wurde auch auf dem neuen Album wieder: Dieses Mal fiel der Klassiker „Zehn kleine Jägermeister“ dem Haufen zum Opfer. Als „Zehn kleine Ritterlein“ wird der Text auf die Band umgedichtet, musikalisch kommt die mittelalterliche Begleitung hinzu. Geschlossen wird, getreu dem Bandmotto, mit „Ein kleines Ritterlein, zu Feuerschwanz wollt' gehen. Da tanzt er wild zu Met und Miezen, da waren's wieder zehn“.

Der letzte Track von „Metvernichter“ stellt eine große Ausnahme dar: „Am Feuer“ ist kompositorisch eindeutig an den Led Zeppelin-Klassiker „Stairway To Heaven“ angelehnt. Auch wenn dies eine Ballade ist, die über die komplette, fünfminütige Laufzeit nicht lauter wird – das Hauptthema der Band, der Alkoholkonsum, steht immer noch im Vordergund.

„Metvernichter“ macht Spaß. Anders kann man es nicht sagen. Allerdings macht das Album nicht ewig Spaß, sofern man es im nüchternen Zustand hört; dafür sind die Lieder zu simpel gestrickt. Gut für ein stimmungsvolles, feuchtfröhliches Konzert oder eine ebensolche Party, beim privaten Hören stumpft man aber schnell ab. Deshalb gibt es für dieses Album lediglich acht Punkte – dank der Kreativität der Band, was Zweideutigkeiten und die immer weitere Neuinterpretation des Trinkthemas in den Texten angeht, ist die CD das Hören aber allemal wert.

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