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Fetor/Crepitation: Onset Of Horrendosity (Split-7")

Für Todesfans, die auch zum Grind schielen
Wertung: 7/7/10
Genre: (Brutal) Death Metal
Spielzeit: 12:26
Release: 25.01.2019
Label: Deformeathing Production

Gerade erst haben die polnischen Death Metaller Fetor ihren Track „Killing Her Softly“ als digitale Single veröffentlicht, da packen sie ihn auch auf die Split-7" mit Crepitation, dazu in zweifacher Ausführung. Der Vinyl-Fan darf sich also freuen, einmal mehr ein Kleinod seiner Sammelleidenschaft hinzuzufügen. Metal Archives spricht zwar bei den Polen von Brutal Death, doch hier ist mehr Slamming im Midtempo denn brutales Geschredder angesagt. Kein Intro, dazu derbes, wahrhaft aus der siebten Sohle aufsteigendes Gegrunze mit dem immer wieder anhaftenden Grind-Effekt, fertig ist die für Todesstahlverhältnisse nahezu schon eingängige, etwas über drei Minuten lange Laube, da sorgt auch der im Mittelpart kurze Knüppelausflug für kein anderes Bild. Die anschließende Live-Version bekommt dann ein Intro spendiert, stinkt allerdings soundtechnisch etwas ab, vor allem dem Gesang geht das derb diabolische abhanden und droht immer wieder im grunzenden Grind-Quieken abzudriften.

Auf der B-Seite tummeln sich dann die aus Liverpool kommenden Death-Grinder Crepitation, die auf ihrer Seite drei Songs, ebenfalls nur für diese EP aufgenommen, bereitstellen. Allein schon dadurch, dass sie mit Mark Pearce, für die tiefen Parts zuständig, und Chris Butterworth, für die pig-squealigen Tonlagen, zwei Frontmänner beschäftigen, sorgen sie für etwas mehr Abwechslung. Schon lustig, welchen Humor sie gleich beim Opener „Archaeological Clacker Valve Array“ an den Tag legen, bauen sie doch ein kurzes, vielleicht von Jello Biafra inspiriertes Intro ein und lassen erst an Funpunk oder dergleichen denken, bevor dann die Aggro-Hölle über einen hereinbricht und die Snare wie Blechtrommel auf Speed nur so peitscht. Slam-Parts wechseln sich mit rasendem Riff-Inferno ab, dazu die beiden Grind-lastigen Vokalisten, die natürlich bei Szene-Außenstehenden lediglich Kopfschütteln – nicht headbangen – auslösen.

Ein leichtes Funky-Feeling für einige Sekundenbruchteile, dann aber auch bei „Perpetrators Of Pre-Pubescent Porta-Potty Poo Pipe Punishment“ das gleiche Bild: Sweepen, slammen, schreddern, mal recht groovig, dann wieder die pure Kakophonie, die höheren Tonlagen verkommen schon zu einem Trillenpfeifen-artigen Schrillton; ohne Intro klöppeln Crepitation dann bei „Antiques Chodeshow“ drauflos, slammen ein wenig mehr und bieten in nicht mal zwei Minuten das wahre infernalische Chaos – Leute mit nicht ausgeglichenen Nerven brechen hier zusammen und werden sicherlich zum Autospiegelabbrecher. „Ach du Scheiße“, so das Zitat im Outro des Songs – wie eine banal kurze Zusammenfassung über das verderbende Chaos der fortgeschrittenen Minuten und so irgendwie auch ein verzerrtes Spiegelbild unserer Welt.

Natürlich nichts Neues, warum auch, denn die Mischung macht es. Grind-Death-Fans werden hier sicherlich ihren Gefallen finden, wer aber auf Brutal Death gesetzt hat, wird ein bisschen enttäuscht sein. Die 7" wird sicherlich stark limitiert sein, da sollten die Sammler ergo gleich zuschlagen, bevor einen wieder der digitale Overkill überrollt. Dann doch lieber von Fetor und Crepitation hinmetzeln lassen.

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