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Fetocide: Redesigned

Mehr Abwechslung hätte nicht geschadet
Wertung: 5/10
Genre: Technical Death Metal
Spielzeit: 17:05
Release: 01.12.2010
Label: Eigenproduktion

Der Weg, den Fetocide in ihrer knapp dreizehnjährigen Karriere beschritten haben, ist ein gar steiniger: Erst taufte man sich als Zwei-Mann-Projekt von Deformity in den heutigen Bandnamen um, bereits ein Jahr später wurde das Ganze wieder auf Eis gelegt, weil sich beide Musiker in anderen Gefilden austobten. Wie man das so kennt, folgten daraufhin unzählige Besetzungswechsel, das erste Album „Redefine“ im Jahr 2006 und bald darauf der Nachfolger „Repetitive Pattern“, der aber nicht offiziell veröffentlicht wurde und seit letztem Jahr zum Gratis-Download auf der bandeigenen Homepage bereitsteht, wie übrigens auch die neue EP „Redesigned“, was vor allem in Sparbrötchen-Zeiten ein feiner Zug ist, so dass es die Fans ihnen sicher danken werden. Nach einem Jahr Auszeit von 2009 bis 2010 haben sich die Jungs nun wieder gefangen – von den ursprünglichen zwei Gründungsmitgliedern ist nur noch Gitarrist Ingo übrig, dafür haben die Niedersachsen mit Sänger Malte einen Grunzer in ihren Reihen, der sämtliche Trommelfelle dem Erdboden gleichmacht.

Das Gute ist, dass es nicht an den technischen Fertigkeiten der Band liegt, dass die sechs Songs irgendwie an einem vorbeirauschen. Das Schlechte ist: Man weiß nicht wirklich, woran es liegt. Dass technischer Death Metal nicht mit spannungsgeladenen Melodiebögen aufwartet, sollte von vornherein klar sein, dass man sich aber nach gerade einmal 17 Minuten fragt, was man mit der Platte jetzt anstellen soll – zur Option steht, das Ding weiter zu hören, bis es für den Rezensenten Sinn ergibt, oder es in den CD-Schrank zu verbannen – ist leicht irritierend. Dabei fallen Tracks wie „The Most Complex Forms“ eigentlich positiv aus dem Rahmen des relativ eng gesteckten Tech-Death-Genres – zwar wird hier drauflos gegrowlt und gefrickelt, was das Zeug hält, aber durch die gesprochenen Parts, die ein wenig an Metallicas „One“ erinnern, wird der Song schön aufgelockert und verliert ein wenig an Dumpfheit.

Schade ist, dass Fetocide es geschafft haben, die ohnehin relativ knapp bemessene Spielzeit mit einem eineinhalbminütigen, absolut unnötigen Störgeräusch-Intro zu verplempern. Das gerade 20 Sekunden längere „Slave“ hat dafür mit technischem Death Metal nicht mehr viel zu tun, stattdessen schielt man – was man bei der Spielzeit des Songs schon hätte vermuten können – sehr stark in Richtung Grindcore, und wie für dieses nicht gerade unchaotische Genre typisch, wird auch noch ein zusätzlich verwirrender Soundeffekt in Form eines Tons eingeführt, der klingt, als würde die Einparkhilfe bei einem Auto piepen. So fällt das Stück auf jeden Fall auf, anstrengend wird das Geböller aber nach kurzer Zeit trotzdem.

Hört man sich die EP im Ganzen an, fällt einem recht schnell auf, dass die für Tech Death typischen Gitarrenfrickeleien größtenteils fehlen. Klar schreddern sich im Hintergrund Arne und Ingo die Finger blutig, aber so richtige mitreißende Soli oder sonstige Späßchen kann man mit der Lupe suchen. Das ist bedauerlich, denn das hätte die Scheibe eventuell aufgewertet. Bei „Unfocused“ kann man sich zwar an den rasant wabernden Gitarrenläufen erfreuen, die ab und an eingestreut werden, aber viel mehr gibt es da auch kaum zu entdecken – dabei ist gerade dieses Genre eines der interessantesten überhaupt.

Ein Fazit zu ziehen, fällt hier nicht leicht, weil man zwar einerseits merkt, wie technisch versiert die Band zu Werke geht, andererseits aber irgendwie der Funke nicht überspringen will. Zu mehr als einer Durchschnittswertung kann man sich nicht durchringen, verbleibt aber in der Hoffnung, dass die nächste Fetocide-Scheibe mehr Abwechslung bietet.

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