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Ferryman: What Is Mine

Ordentliches Rock-Debüt
Wertung: 7/10
Genre: Rock/Hard Rock
Spielzeit: 40:49
Release: 24.04.2014
Label: Van Holt Recordings

Wahrlich keine dankbare Aufgabe, das erste Album der Dortmunder Rockformation Ferryman zu besprechen – man ist nah dran, man kennt sich, da wird schnell jedes Wort aufgewogen oder man gerät in den Verdacht, aus Freundschaftsdiensten heraus zu gut zu bewerten. Das kann man nun drehen, wenden, auf einem anderen Blatt sehen, die Aufgabe wird nicht leichter. Vielleicht hilft da ja ein kleiner Exkurs, denn erstaunlich ist, dass das Quartett bei ihren Liveshows durchweg überzeugen kann, und es liegt nicht nur an der Beleibtheit des Frontmannes Andy, dass sich alle Augenpaare ständig an ihn heften, denn seine Stimme zieht eindeutig in den Bann, und nebenbei tastet er auch noch auf dem Keyboard herum.

Leider hat die Truppe immer wieder mit argen Besetzungswechseln zu kämpfen, was natürlich eine kontinuierliche Arbeit insofern stark behindert, dass man erst immer wieder zusammenfinden muss, auch wenn oben erwähnter Frontkoloss die Songs quasi im Alleingang schreibt. Und während live ständig die Gänsehaut auf neue Höchstwerte aufquillt, bleibt nun die Frage, ob Ferryman das auch dem Silberling schaffen. Und nach dem nunmehr mindestens zehnten Durchlauf bleiben ein paar Fragezeichen, aber auch ein paar Antworten übrig, Licht und Schatten, wenn man so will.

Viel vorwerfen kann man dabei den Dortmundern nicht, rocken sie doch auf digitalen Spuren recht souverän, wuseln sich durch das Rock-Dickicht und überqueren so manches Mal den Dschungelrand hin zum Hard Rock. „Don’t Look“ hat dabei neben dem hardrockigen Grundgerüst eine deutlich symphonische Variante untergejubelt bekommen, Andy intoniert mit Inbrunst und vor dem geistigen Auge sieht man förmlich den Liveschweiß von der Stirn spritzen, wobei sich auch das Gitarrensolo von Armin angenehm ins Positive abhebt und die Keyboards wie so häufig auf dem Album eher im Hintergrund songdienlich agieren und nicht den Song zuschmalzen. Bei „Feed Of Clay“ darf dann das Piano ein bisschen mehr in den Vordergrund treten und die Melodie mitbeherrschen, im Grunde aber interpretieren die Vier ihren Sound eher als dynamische Rocknummern, bei der auch gerne die Akustikklampfe Oberwasser erhält.

Kommt der Opener „A Storm Is Coming“ noch titelgerecht mit einem frechen Riff daher und rockt sich forsch und dynamisch auch mit recht aggressivem Gesang ins Oberstübchen, so bauen Ferryman schon bei der folgenden Titeltracknummer „What Is Mine“ auf balladesken Start, gefühlvollen Soli und nicht zu überhörenden rockigen James-Hetfield-Vibes, wobei zum Refrain hin wieder mehr Wumms Einzug hält. Das eher unauffällige, gefällig rockende „Writer’s Block“ setzt auf einen ungemein catchy Refrain, „Down But Not Out“ startet schön schwungvoll, wird aber wieder durch den Akustikklampfenpart ausgebremst und nimmt erst wieder im Refrain Fahrt auf – klassische Machart halt. So richtig balladesk wird es dann bei „Weakness“ – hier wünschte man sich einfach ein bisschen mehr emotionalen Tiefgang gerade im Gesang, zumal man Andy da schon anders erlebt hat. Als persönlicher Einwand mag da aber noch herhalten, dass Balladen heutzutage eh immer wieder auf einen tiefgründigeren Prüfstand gehören, denn die besten Songs sind da schon geschrieben und die wenigsten können denen auch noch annähernd das Wasser reichen.

Nettes Album, und nein, damit ist nicht dieses negative "Nett" gemeint. Ferryman enttäuschen nicht, haben ihr Highlight gleich zu Beginn rausgehauen („A Storm Is Coming“), schaffen es aber in der Folge dann nicht immer, den Spannungsbogen ganz oben zu halten – vielleicht einfach nur eine Spur "auf Nummer sicher gehen“ zu viel, denn den Esprit der Liveshows können sie nicht zu hundert Prozent einfangen. Ein ordentliches Full-Length-Debüt ist es aber allemal. Und wer nicht immer das pure Geballer braucht, der darf sich dann auch bei heimischen Bands entspannt zurücklehnen. „What Is Mine“? Ferryman haben die Antwort darauf.

Nachtrag: Die CD wird übrigens exklusiv vom Dirk von PS Metal vertrieben - anchecken lohnt sich dort immer.

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