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Ferromanic: Precession

Gehört sicherlich mit in die Top 10 der Debüts des Jahres
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Metal/ Speed Metal/ Power Metal
Spielzeit: 53:12
Release: 01.08.2012
Label: Eigenregie

“Ich mach da mal was Neues, ich gründe eine neue Band” – so oder so ähnlich muss sich das bei Oliver May abgespielt haben, als er kurz nach der Wackenshow 2011 Warrant verlassen hatte, um dann zusammen mit Bassist Adrian Langer (ex-Asmodina, ex-All We Hate) und Frontmann Achim Hopf (Stallion) die neue Truppe Ferromanic aus der Taufe zu heben und dem speedigen Power Metal zu frönen. Kurze Zeit später hatten sie dann in Phillip Parusel auch einen passenden Schlagzeuger begrüßen dürfen, womit es dann auch schon schnell ins Studio ging, um das vorliegende Album „Precession“ zu veröffentlichen.

Seit dem Juni 2012 konnten sich Interessierte das Album dann auch schon als Download zulegen, die physikalische Variante erschien dann Anfang August und bekam auch gleichzeitig ein 16-seitiges Booklet spendiert, worin auch alle Texte (in lesbarer Form) abgedruckt sind. Während Oliver noch selbst Hand an die Produktion legte, so war Rudy Kronenberg für das Mischen und Mastern zuständig – ordentlich, was die beiden da abgeliefert haben, denn weder zu überproduziert auf der einen oder matschig auf der anderen Seite ist „Precession“ geworden.

Großer Pluspunkt auf „Precession“ ist sicherlich neben der hervorragenden Gitarrenarbeit von Oliver – die nur in ganz wenigen Punkten vergleichbar mit der Arbeit bei Warrant ist – die Stimme von Achim Hopf, der mit einer ganz eigenen Färbung mit hohem Vibrato-Wiedererkennungswert daherkommt und so sicherlich auch vielen vor den Kopf stößt, denn entweder mag man seine Stimme oder nicht, ähnlich wie es sich bei Sacred Steel und deren Frontmann Gerrit darstellt – Achim ist somit eine ganz gute Mischung aus Bruce Dickinson und Eric A.K. (Flotsam & Jetsam) (hört euch hierfür nur „Escape From The Dungeons“ an).

Doch das Wichtigste auf „Precession“ sind die Songs, die für einen „Newcomer“ erstaunlich gut funktionieren, dabei zwischen balladeskerem Material wie bei „Nothing Lasts Forever“ oder Speed-Songs wie dem Opener „2090 AD“ bis zum am Thrash kratzenden „Escape From The Dungeons“ pendeln. Balladen sind ja schnell überflüssig und völlig unnötig, Ferromanic kredenzen aber mit „Nothing Lasts Forever“ eine unfassbar geniale Melodielinie, die nicht nur schnell nachvollziehbar ist, sondern sich auch als Ohrwurm entpuppt und einfach eine eigenständige Marschroute vorgibt – Respekt!

Dabei geh es auf der Scheibe ansonsten deutlich schneller und aggressiver zu Werke. Songs wie der Titeltrack „Precession“, der Opener „2090 AD“ oder auch „Hero Or Demon“ rasen schon derbe drauflos und bestechen nicht selten durch eine Vielzahl an flirrenden, songdienlichen Soli. „Love Turns Hate“ ist ein schwergewichtiger Stampfer in bester Accept-Tradition, „Nightshade“ lockert wiederum durch komplett anderes Riffing die Scheibe auf und punktet mit einem zweistimmigen Refrain, der sich auf dem ersten Ohr vielleicht ein wenig „schief“ anhört, aber nach mehreren Durchläufen als absolut passend einzustufen ist.

Ferromanic sind keine Neulinge, vor allem Hauptideengeben Oliver nicht, doch es ist schon erstaunlich, welch brachiales Power-Speed-Album sich die Truppe da aus dem Kreuz geleiert hat und uns als Debüt serviert. Null Ausfälle in mehr als 53 Minuten Laufzeit sind heutzutage bei den Mengen an frisch veröffentlichten Alben schon zur absoluten Rarität verkommen, umso erfreulicher, dass die Düsseldorfer da genug Potenzial entgegensetzen und mit „Precession“ ein absolut geiles Album ins Rennen schicken können. Musikalisch können sich die Labels nicht beschweren, weswegen sie wahrscheinlich lieber ihre vermeintliche Trumpfkarte „die kommen aus Deutschland, lässt sich nicht vermarkten“ ziehen. Das sollte Ferromanic nicht interessieren, denn „Precession“ ist einfach nur gut und gehört sicherlich mit in die Top 10 der Debüts des Jahres.

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