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Fen & De Arma: Towards The Shores Of The End

Einmal Bewährtes, einmal Vielversprechendes
Wertung: 7.5/10
Genre: Black Metal, Post-Rock
Spielzeit: 52:11
Release: 15.02.2011
Label: Nordv

Sucht man nach Bands der stetig wachsenden Welle an Post-Black-Metal, stößt man früher oder später auf den Namen Fen – gerade in letzter Zeit lassen sich die Briten zu einer der größeren Bands dieser Bewegung zählen, der es gelungen ist, sich musikalisch nach und nach von anderen Vertretern abzugrenzen. Nach dem letzten Album „Epoch“ hat sich die Truppe nun mit dem schwedischen, noch recht unbekanntem Projekt De Arma zusammengetan, um einen auf den Namen „Towards The Shores Of The End“ getauften Output auf Albumlänge herauszubringen, der nicht nur gewohnte Qualität von Fen bietet, sondern auch das Potential von De Arma erahnen lässt.

Nicht nur die für einen Split ungewöhnlich hohe Spielzeit lässt dabei aufblicken, sondern auch der unübersehbare musikalische rote Faden, der sich durch den Release zieht. „Towards The Shores Of The End“ ist nicht bloß eine Ansammlung von wahllos zusammengestellten Songs der beiden Bands, sondern lässt sich fast schon als gemeinsames Konzeptalbum der Künstler bezeichnen – das liegt zum Einen daran, dass sich die Bands stilistisch recht nah sind, aber auch daran, dass es Fen und De Arma gelungen ist, eine sehr ähnliche Stimmung in ihrer Musik zu erschaffen. Bekanntlich machte einen wichtigen Teil Fens schon immer der für atmosphärischen Black Metal typische Hang zur Natur aus, der sich nicht nur im Konzept der Band, sondern auch dem rauen Klangbild äußert, das seine schwarzmetallische Basis wesentlich offensichtlicher zeigt als jenes von Bands wie Alcest oder An Autumn For Crippled Children und die Post-Rock-Elemente eher verfeinernd einsetzt. Auch De Arma passen in dieses Schema und zeigen ihre Wurzeln zu jeder Zeit, gehen jedoch beim Songwriting weniger progressiv als ihre Split-Kollegen vor.

Diese füllen nämlich mit vier Stücken, von denen drei über acht Minuten lang sind, große Teile der Veröffentlichung und fordern mit ihren komplexen Songstrukturen den Hörer besonders bei den ersten Durchgängen weit mehr als De Arma. Die stilistische Nähe zu Agalloch lässt sich dabei noch immer schwer leugnen, was nicht nur an dem Image der Band und dem sehr ähnlichen, rauh gekreischten Gesang liegt, sondern auch auf die Atmosphäre, die Fen kreieren, zurückzuführen ist. Eine urwüchsige Stimmung ist den Songs zu eigen, wenn im alles andere als glatt produzierten Klanggewand wie in „Soilbound“ zwischen schwärmerischen Gitarrenharmonien und stampfenden Passagen gewechselt wird, im Hintergrund völlig ungezwungen von sphärischen Keys begleitet. Fens Können in puncto Songwriting zeigt sich in dieser Eröffnung der EP auch am deutlichsten, denn gerade das nach einem längeren instrumentalen Part einsetzende Finale stellt das mitreißendste Stück Musik auf „Towards The Shores Of The End“ dar. Obwohl die restlichen vertretenen Tracks der Briten dieses Niveau nicht ganz halten können, bewegen sich auch das epische, Black-lastige „Ageless Threnody“ und der schwebende, schwermütige Titelsong eindeutig über dem Durchschnitt, so dass Fens Seite des Splits mit den abschließenden friedlichen Klängen von Akustik-Gitarre und Klavier in „Bereft (Reprise)“ einen sehr guten Eindruck hinterlässt.

De Arma hingegen als völlig unbeschriebenes Blatt müssen sich nun der Erwartung stellen, inwiefern ihr Sound dem Fens gleicht – und tatsächlich gibt es hier einige Ähnlichkeiten festzustellen und das nicht nur, weil die Schweden Unterstützung von ihren Split-Kollegen erhalten. Die größten Parallelen stellen der rohe Sound und die stets präsenten Black-Metal-Wurzeln dar, die im abschließenden „From Horizon To Oblivion“ sogar vollends die Überhand gewinnen und das düsterste Stück auf der EP erschaffen, das sich mit zahlreichen Blastbeat-Passagen und Moll-Harmonien noch einmal wesentlich von den anderen Songs abhebt. Auf den anderen beiden Beiträgen der Band hingegen spielen die Post-Rock-Elemente eine wesentlich größere Rolle und beeinflussen vor allem das Riffing, das in seiner bewussten Monotonie einen geradezu hypnotischen Effekt erwirkt – nicht jeder Band gelingt es, dieses Stilmittel so einzusetzen, das es nicht langweilt. Als besonders auffällig stellt sich der Klargesang heraus: Während dem Song „Noemata“ Fen-Sänger The Watcher seine Stimme leiht und diesen so noch ein wenig mehr nach seiner eigenen Band klingen lässt, wird in „Crimson Waters Ebbing The Shore“ voluminöser, klassisch angehauchter Gesang eingesetzt, der dem Stück zwar eine interessante Facette hinzufügt, aber noch etwas zu unsauber wirkt.

Erwartungsgemäß schneiden Fen also etwas besser ab und liefern wieder einmal starkes Material ab, das den inzwischen erspielten Status der Briten weiter ausbauen dürfte, während De Arma zwar noch ein wenig unausgegoren klingen, aber bereits eine gewisse Eigenständigkeit besitzen und durchaus das Potential eröffnen, später in der selben Liga wie Fen mitzumischen. So gibt es für das schwedische Projekt hoffnungsvolle sieben Punkte und die erfahrenere Truppe acht Punkte, so dass für den stimmig umgesetzten Split letztendlich 7,5 Punkte bleiben – Fen-Anhänger und Genre-Freunde liegen mit diesem Split also genau richtig und können sich auf atmosphärischen, verspielten Black Metal auf Albumlänge freuen.

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