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Fejd: Nagelfar

Stimmungsmusik nicht nur für verregnete Nachmittage
Wertung: 8,5/10
Genre: Folk Rock / Nordic Folk
Spielzeit: 43:02
Release: 29.05.2013
Label: Napalm Records

Bereits das dritte Studioalbum bringen die Schweden Fejd mit dem Langspieler „Nagelfar“ auf den Markt. Mit ihren rockigen Folk-Songs konnten sie schon auf den ersten beiden Alben begeistern. „Nagelfar“ knöpft nahtlos an den Vorgänger „Eifur“ an und lässt auch von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, wem man da gerade lauscht.

In neun Liedern bietet die Platte mystischen und rockigen nordischen Folk – eine gehörige Portion Pathos inbegriffen. Vom ersten Moment an fühlt man sich in die Zeit der Wikinger zurückversetzt, sieht den Schnee auf endlose Wälder rieseln („Ulvsgäld“), geht mit der Band aufs Meer zum Fischen und feiert eine wilde Fete („Fjärrskådaren“).

Herausragende Pluspunkte der Scheibe sind wie schon bei den Vorgängerplatten die hervorragenden musikalischen Fähigkeiten der einzelnen Musiker und das daraus resultierende Zusammenspiel. Es gibt kein Lied auf der Platte, das nicht den Eindruck einer perfekten Harmonie erweckt. Außerdem lassen es sich die Künstler nicht nehmen, immer mal wieder zu zeigen, dass sie mehr können als nur ein bisschen Begleitmusik zu schreddeln.

Trotzdem verfällt kein Stück in eine Aneinanderreihung verschiedener Soloinstrumente. Zum größten Teil der musikalischen Passagen ziehen alle Musiker am gleichen Strang und verfolgen die gleiche Leitmelodie. Das hat zur Folge, dass sich die Tonfolge rasant ins Gehirn des Hörers einbrennt, aber wegen der vielen Variationen praktisch niemals langatmig wird. Passende Beispiele hierfür wären vor allem die Nummern „Sigurd Ring“ und der darauffolgende Titeltrack der Scheibe.

Zum Großteil klingen die Songs sehr mystisch und sind mit einem leicht rockigen Touch behaftet. Über die oft flott gehaltenen Drums wurden die aus vielerlei altertümlichen Instrumenten bestehenden Instrumentalparts gelegt, welche wiederum von der Gesangsstimme, die oft nicht als Einzelstimme, sondern als Chor aufgenommen wurde, überlagert werden.

Neben den wilderen Liedern gibt es aber auch nachdenklich klingende Musik: „ Jordens Smycke“ und „Häxfärd“ sind eher keine wilden Tanznummern, sondern mehr für einen Regennachmittag am heimischen Kamin gemacht. Zwischen die Noten hat sich der durchdringende Geruch von nassem Nadelholz, warmem Met und würzigem Essen gepackt.

Wie man sieht, lassen die Melodien sehr viel Interpretationsspielraum. Jeder Hörer wird die Melodien sicherlich anders deuten, aber genauso sicher ist die Tatsache, dass man die Lieder interpretieren wird. Zumindest, wenn man sich auch nur ein Fünkchen Fantasie bewahrt hat.

Mit Metal an sich hat die Scheibe nicht viel zu tun. Ein paar Strukturen weisen Ähnlichkeiten auf und vor allem das  Schlagzeug erinnert am meisten an brutale und verzerrte Melodien. Für Folk- und Pagan-Metal-Fans könnte der Silberling dennoch interessant sein. Die Stimmung der Songs kommt schon sehr nahe an die großer Folk- oder Pagan-Metal-Hymnen heran. Auch Freunde von Blackmore’s Night und ähnlichen sollten hier einmal reinhören.

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