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Fear Of Fours: Never Heaven

Ja, wo soll's denn hingehen?
Wertung: 5/10
Genre: Prog Rock/Metal
Spielzeit: 48:18
Release: 27.07.2007
Label: Valery Records

Wollte das Label schon einlenken, als sie auf den Promozettel schrieben, dass das Album von des Mannes Unperfektheit und dem Scheitern der Menschheit erzähle? Perfekt ist an diesem Album nämlich leider so gar nichts. Als belanglos würde ich „Never Heaven“ von Fear of Fours, einem italienischen Allstar-Projekt (Musiker von Eldritch, Mothercare, Power Quest, White Skull), abstempeln. Dieser Zwiespalt kommt durch die enorme Bandbreite an Stilen und Qualitäten zustande. Praktiziert man erst noch einschläfernden Progressive Rock, kann im nächsten Moment schon wieder ein Metalstück alles niederwalzen oder die Akustikgitarre bezaubern. Negativ stößt auf, dass das alles in einem Song passieren kann, somit ein Sortieren von guten und schlechten Song flach fällt. Um der Sache auf den Grund zu gehen, habe ich jeden Song, einzeln unter die Lupe genommen.

"Craving For Light": Man startet in das Album mit dem wohl langweiligsten Titel. Einfaches Riffing, nicht mitreißend und die Art Gesang, bei der man gerne den Skip-Button betätigen möchte, vor allem wenn sich dieser auch noch erhebt. Das Highlight des Songs stellt das im zweiten Drittel auftretende spritzige Flamenco-Interludium dar. Keyboardklimperei und ein wenig Gefrickel gibt es auch, was braucht ein Prog Rock-Song auch mehr? Schade, schwacher Opener.

"The Edge Of Insanity": Aha, Akustikgitarre mit wiederauftretender Flamenco-Percussion, nett nett. Das Riff hier geht schon eher ins Ohr, vielleicht auch, weil es insgesamt etwas düsterer zu Werke geht. Eine schlechte Version von The Vision Bleak vielleicht?! Nein, eher nicht, denn die Akustikpassagen klingen dann doch eher wie verkappter Emo, auf welchen unbeholfenes „Schreien“ folgt. Das Ganze garniert mit einem Gitarrensolo. Naja, wir steigern uns.

"Blind": Telefongesang und kecke Klaviermelodie im Wechselkampf mit harschen Gitarrenwänden und Death Metal-Gegrunze finden sich hier. Auf eine Weise interessant, aber auch verstörend. Leider zerstört das Klimperkeyboard gegen Ende des Songs komplett die Atmosphäre, während man sich mit dem normalen Gesang anfreunden kann, der zuvor einsetzte.

"Home": Industrial? Nein, nur elektronische Untermalung für ein weiteres A-Gitarrenintro, was letztendlich gar kein Intro ist, sondern sich als ganzer Song herausstellt. Erwähnte Elektronik verschwindet auch schnell wieder und wird von einem dezenten Schlagzeug und einem Akzente setzenden Klavier abgelöst. Der Titel könnte auch von neueren Green Carnation stammen, sehr schön.

"Carved" (pt.1+2): Nach dem Klavierintro (pt.1) geht wieder einmal fettes, aber zu keinem Zeitpunkt aggressives Geprügel los. Das währt aber auch nicht lange, denn Fear of Fours wollen ihre Stärken ausspielen und streuen wieder einen langen Akustikpart ein. Dumm nur, dass der viel zu hohe Chorgesang sich eher nach Schlager-Pop anhört. Das Wechselspiel geht dann auch so weiter, bis die acht Minuten um sind. Wenigstens hat man es hier geschafft, den Übergang etwas fließender zu gestalten.

"The Tunnel": Man stelle sich einen Marktplatz in einer kleinen italienischen Stadt zur Mittagszeit inklusive Kirchenläuten vor, während eine kleine Gruppe Männer in ihrem Dachgeschoss in die Ferne blickt und dieses wunderschön percussionierte Akustikgitarrenstück voller Leidenschaft spielt. Vergleiche zum Akustikalbum von Green Carnation können wieder ohne Weiteres gezogen werden. Leider ist dies nur ein fast dreiminütiges Zwischenspiel.

"One Of The Things That Have Yet To Come": Hart geht es los, verproggt geht es weiter. Im Hintergrund pfeift ein Keyboard eine nervige Melodie, während die Gitarreros und der Drummer ordentlich Dampf machen. Bis auf den Sänger zeigen sich alle Musiker sehr verspielt und erschaffen einen sehr vertrackten Song, den es zu erkunden gilt. Ein kleiner, positiv anzurechnender Aggressionsausbruch von Sänger Terence kann leider nicht über zu viele wabbelige und schlicht nervige Passagen hinwegtäuschen.

"The Days Of Betrayal": Schwermetallisch und sehr vertrackt, fast schon wie die Finnen Amoral, beginnt dieser Song. Unterstützt wird diese These nicht zuletzt durch den tiefen Schreigesang, der aber zum Teil doch etwas unbeholfen wirkt. In Verbindung mit den sehr ruhigen Parts bietet dieser Song ein echtes Wechselbad der Gefühle. Die Härte steht den Mannen nämlich sehr gut zu Gesicht. Ein putziges, mit seichter Ambientelektronik unterlegtes Gitarren-Piano-Zwischenspiel hat sich in das achtminütige Epos auch noch eingeschlichen. Der verzerrte Gesang in diesem Stück wirkt allerdings mehr als peinlich.

"Never Heaven": Wenn hier ganz einfach das grässliche Keyboard rausgeschmissen werden würde, was sich wie eine monotoner Handyklingelton anhört, dann hätten wir hier einen Akustiksong mit ungewohnter Percussion im Hintergrund, der zwar annehmbar ist, aber sich deswegen noch lange nicht als Titelsong eignen würde.

Fazit: Man sieht die Stärken von Fear of Fours also ganz deutlich, die Akustikparts mit dieser speziellen, melancholischen Atmosphäre. Hartes Gefrickel kriegen die Jungs auch gut hin. Ihr größter Schwachpunkt ist leider in der Hauptausrichtung zu finden, im progressiven Rock. Des Weiteren hab ich noch am Songwriting rumzumeckern. Abwechslung schön und gut, aber dann man muss man die Elemente auch sinnvoll verknüpfen und nicht nur lieblos aneinander reihen. Ein sehr zwiespältiges Album ist „Never Heaven“ also geworden.

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