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Fear Factory: Mechanize

Das Paar Cazares/Bell ist wieder vereint!
Wertung: 7.5/10
Genre: Industrial Metal
Spielzeit: 54:25
Release: 05.02.2010
Label: AFM Records

20 lange Jahre ist es her, dass Gitarrist Dino Cazares, damals noch Mitglied der Grindcore-Band Excruciating Terror, seinen Mitbewohner Burton C. Bell beim Singen unter der Dusche belauschte und daraufhin mit ihm die Band Ucleration gründete, aus der schließlich Fear Factory wurde – eine Gruppe, die als Vater des Industrial Metal gehandelt wird und die sich in der Vergangenheit auf musikalischen wie zwischenmenschlichen Höhen und Tiefen bewegte.

Wir machen einen Zeitsprung ins Jahr 2002: Die beiden Hitzköpfe Bell und Cazares haben sich zwischenzeitlich aufgrund musikalischer Differenzen zerstritten, Dino zieht mit Brujeria und Asesino um die Welt, sein ehemaliger Sänger gönnt sich erstmal eine Auszeit, um dann seine Band wieder zusammenzutrommeln und weitere Songs aufzunehmen – allerdings ohne Dino. Das Ergebnis ist das ziemlich gute „Archetype“ im Jahr 2004 und, schon ein Jahr später, das eher halbgare „Transgression“. Auf einer seiner Shows mit Ministry läuft Mr. Bell seinem ehemaligen „partner in crime“ wieder über den Weg, die beiden versöhnen sich und machen sich mehr oder minder sofort an die Produktion der nächsten Scheibe: „Mechanize“.

Selbige steht jetzt in den Startlöchern und im Vorfeld wurde Großes verkündet. Man sei wieder „ganz Fear Factory“, das Album solle wie der „missing link“ zwischen der 1995er Platte „Demanufacture“ und dem drei Jahre später erschienenen „Obsolete“ klingen – also kühl, biomechanisch, Industrial Metal eben. Im Vorfeld konnte auf diversen Plattformen die Single „Powershifter“ gehört werden, die eher zu verhaltenen Reaktionen führte – zu Recht, wie sich beim Hören der kompletten Platte herausstellt, denn die Vorabsingle gehört keineswegs zu den wirklich starken Songs der CD.

Da wäre zuallererst der Titeltrack: Treibende, überaus präzise Doublebass-Attacken werden gestartet und Burton C. Bell, der in der Vergangenheit des öfteren mit stimmlichen Problemen zu kämpfen hatte, zeigt sich in alter Frische mit aggressivem Geschrei und dem ihm eigenen leicht episch angehauchten klaren Gesang. Auch „Industrial Discipline“ ist ein eher typisches Fear Factory-Stück mit Industrial-Geballer – wer hätte es bei dem Titel vermutet – und kräftigen Shoutings. Die Synths und der flehende Gesang im Refrain wecken Erinnerungen an den Titelsong der vorletzten Scheibe „Archetype“ – absolut genial!

Einen mittelgroßen Durchhänger verzeichnet „Mechanize“ ungefähr bei der Mitte der Platte – Songs wie der Track „Oxidizer“, der eher nach älterem Industrial à la Ministry anmutet, oder das leicht epische, aber recht monotone „Controlled Demolition“ klingen zwar durchaus gut und solide, hauen einen aber nicht wirklich vom Hocker. Ganz im Gegensatz zu „Designing The Enemy“: Das Stück startet mit dem sphärischen Chorus und wechselt dann zu den gewohnt aggressiven Shouts – unterbrochen wird das Schema von leicht verzerrten Sprechpassagen und mächtigen, bisher bei Fear Factory eher selten gehörten Growls, die absolut perfekt zum Song passen.

Auch der Rausschmeißer lässt keine Wünsche offen: der über achtminütige Epos „Final Exit“ bildet den perfekten Abschluss der Platte und klingt nach erneut „Archetype“-mäßigen Passagen mit einer wunderschönen Keyboardmelodie aus.

Fazit: Die Angstfabrik hat es durchaus geschafft, wieder aus der selbstverschuldeten Versenkung aufzutauchen, wenn auch mit Abstrichen. Stücke wie „Designing The Enemy“ zeigen, wie die Band klingen sollte, leider können die Musiker dieses Niveau nicht das ganze Album lang halten. Trotzdem ist „Mechanize“ ein erster Schritt in ein neues Kapitel der Burton/Cazares-Ära!

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