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Faun: Midgard

Faun laden zu einer mystischen Reise
Wertung: 8,5/10
Genre: Folk
Spielzeit: 50:28
Release: 19.08.2016
Label: Universal

Ziemlich genau zwei Jahre ist es her, als Faun sich auf „Luna“ den Mythen rund um den Mond widmeten. Nun meldet sich das Septett mit „Midgard“ zurück, welches eine Reise in die Welt der nordischen Mythologie bietet.

Faun nehmen den Hörer auf ihrem Konzeptalbum mit auf einen Ausflug in die nordische Sagen-und Mythenwelt und dies in einer Art und Weise, die jeden Fan von Pagan-Folk wohl ins Schwärmen geraten lässt. Schon das einführende „Midgard Prolog“ mit seinem vollen Chorus überzeugt und gleitet hinüber in das federleichte, von Flöten getragene „Federkleid“, welches gleich zu Beginn nicht nur den ersten Höhepunkt setzt, sondern zugleich auch zwei Dinge klarmacht: Zum einen hat dieses Album einen perfekten Sound und zum zweiten handelt es sich um Musiker, die diesen auszufüllen vermögen. Man möchte die Damen und Herren gar als Ton-Fetischisten einstufen, so viel Wert wird auf einen perfekten Klang und feinfühlige Arrangements gelegt, bei denen jedem Ton scheinbar seine eigene Wirkung zugeschrieben werden kann.

Ebenso gelungen ist die Symbiose aus Lyrics und Musik, sicher haben die Texte durchgehend diesen lieblich, romantischen bis hin zu süßlichen Touch, der manchen vielleicht auch zu viel des Guten sein kann, trotz dessen oder gerade deswegen harmoniert dies aufs Beste mit den anmutigen Melodien. Beste Beispiele hierfür sind „Sonnenreigen“ und „Nacht des Nordens“, wobei letzteres sicher am besten die Feinfühligkeit der Musiker zum Ausdruck bringt.

„Odin“ entstand in Zusammenarbeit mit den Co-Komponisten der Serie „Vikings“ Wadruna, die scheinbar bestens funktionierte. Das Stück begeistert mit seinen mystischen Zügen und bringt eine etwas düstere Stimmung auf das Album. Zudem sind die beschwörenden Gesänge dermaßen ausgiebig und intensiv, dass sie zum Ende hin den Hörer schon fast in Trance versetzen. Serienreif beziehungsweise gut als Filmmusik einsetzbar, stellt sich „Macbeth“ dar, bei dem es nicht schwer fällt, sich in eine andere Welt hinüber zu träumen.

Nicht ganz unbekannt dürfte Fans der Mittelalterszene die „Rabenballade“ sein, welche schon zahlreich neu vertont wurde. Eine der bekanntesten und wohl  auch gelungensten ist sicher die Adaption von Subway To Sally, welche ihren „Krähenfrass“ insbesondere auf ihrer Akustiktour „Nackt II“ aufs trefflichste interpretierten. Faun stehen dem in nichts nach und bieten ein ebenso großartiges Stück an, welches immerhin auch im zweiten Teil etwas geändert wurde, um den Text noch zu intensivieren. Von dem etwas  makabren Stück über die Absurdität des Krieges geht es hinüber zum letzten Titel „Lange Schatten“ des Albums , welches trotz einiger melancholischer Züge sich als positives und optimistisches Stück darstellt und einen gelungenen Abschluss bietet.

Anspieltipps zu diesem Album zu geben, fällt tatsächlich schwer, da es sich um ein ausgesprochen ausgeglichenes Werk auf hohem Niveau handelt. Selbst wenn man ein wirklich kraftvolles, aufwühlendes Stück leider vergeblich sucht, möchte man „Migard“ als Pflichtprogramm für jeden Pagan-Folk-Fan einstufen. Faun ist es ein weiteres Mal gelungen, mit all ihren nicht unerheblichen musikalischen Fähigkeiten und ihrer Detailverliebtheit ein Album zu kreieren, welches in eine andere Welt entführt und dort auch festzuhalten vermag, selbst wenn man sich einen kleinen Ausbruch aus ihrer Sanftheit doch zu gerne wünscht.

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