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Faun: Märchen & Mythen

Das optimale Album für die Winterzeit
Wertung: 8/10
Genre: Mittelalter, Folk
Spielzeit: 51:26
Release: 15.11.2019
Label: Universal Music

2016 veröffentlichten Faun ihr letztes reguläres Studioalbum, wobei die Discographie im vorigen Jahr noch durch ein Best Of anlässlich des fünfzehnjährigen Bestehens ergänzt wurde. Lässt man Letzteres aber mal außer Acht, so scheint es nun eine direkte thematische Fortsetzung zu geben. Drehte sich auf „Midgard“ alles um nordische Mythologie, wird nun der Märchen-und Mythenwelt gedacht. Und kaum eine Thematik passt besser in die dunkle Jahreszeit als die dieser Erzählungen.

Wie auch beim Märchen beginnt das neue Werk mit einem „Es war einmal…“. Und diese Einleitung wird von keinem Geringeren als dem großartigen Schauspieler Otto Mellies gesprochen, der den Hörer direkt an den Kamin zieht und somit einen wohligen Einstieg in das Album bietet. Dass Faun die Märchen nicht eins zu eins übernehmen, wird allerdings schon beim ersten Song „Rosenrot“ klar. So werden die Schwestern zu einer Person zusammengefasst und hiermit eine eigene Interpretation geschaffen, was sich bei einigen anderen Titeln ebenso fortsetzt. Genau aus diesem Grund sei auch die physische Variante empfohlen, da die Gedanken der Band hier zusätzlich erläutert werden und es zudem ein sehr ansprechendes Booklet zu erkunden gibt.

Größere Überraschungen gibt es auf „Märchen & Mythen“ hingegen nicht zu vermelden. Faun pflegen ihren gewohnten Mittelalter-Sound, welcher mit einem reichen, sich immer wieder ergänzenden Instrumentarium ausgestattet ist. So ist auch das neue Werk in seiner Gesamtheit am wirkungsvollsten, verschmelzen doch wieder die Instrumente miteinander und ebnen damit den Lyrics den Weg. So fällt es beim neuen Silberling ebenfalls wieder schwer einzelne Stücke herauszugreifen, wenngleich man sicher feststellen darf, dass Faun am besten funktionieren, wenn sie sich und ihren Arbeitsgeräten ausreichend Platz lassen. Denn nach wie vor bestechen sie mit Detailverliebtheit und Arrangements, welche zum Beispiel einen Titel wie „Hagazussa“ gerade im ausgedehnten Instrumentalteil ein märchenhaftes Flair verleihen. Allerdings täuscht dies nicht ganz darüber hinweg, dass man sich stellenweise noch etwas mehr mystische, verwunschene oder fantasievollere Klänge wünschen würde, die den Zauber von Märchen wiederaufleben lassen.

Nichtsdestotrotz findet man auf dieser Scheibe natürlich wieder reichlich Material, das den Hörer von entfernten Welten träumen lässt. Da steht im Mittelteil die dahinschwelgende Ballade „Die weisse Frau“, die so einfach wie beeindruckend ist. Auch das ebenfalls gemäßigt agierende „Sieben Raben“, kann eine tiefe Eindringlichkeit erzeugen und vor allem mit seiner Percussion glänzen. Wer es hingegen etwas flotter mag, kommt bei „Drei Wanderer“ völlig auf seine Kosten, scheinen die Gäste von Versengold hier doch ebenfalls eine musikalische Heimat gefunden und mit aufgebaut zu haben.

Letztlich obliegt es jedem Hörer selbst, sich auf diesem Album sein eigenes Lieblingsstück zu erwählen. Gerade mit dem schön ausgearbeiteten „Hola“, bei welchem man die Blüten förmlich fliegen hört, halten Faun gen Ende noch ein echtes Schmankerl bereit, welches die Fan-Herzen wohl höher schlagen lassen sollte. Insgesamt fasziniert „Märchen & Mythen“ als stimmiges Gesamtwerk, welches mit beachtlichen Songstrukturen und opulentem Instrumentarium aufwartet. Dass es sich bei Faun um ausgesprochen gute Musiker handelt, braucht man sicher nicht mehr zu erwähnen, zur Sicherheit sei es aber nochmals niedergeschrieben.

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