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Faun: Luna

Meistern schmalen Grat zwischen Mystik-und Popwelt
Wertung: 8/10
Genre: Mittelalter/ Folk
Spielzeit: 58:04
Release: 05.09.2014
Label: Universal

Gerade mal ein Jahr ist vergangen, dass Faun nach ihrem letzten Album „Von den Elben“ ihr neues Werk vorstellen. Die neue Scheibe nennt sich „Luna“ und ist in zwei verschiedenen Ausgaben erhältlich. Neben der Standardausgabe, steht auch eine Deluxe-Edition zur Verfügung. Dies sei vor allem erwähnt, da es sich hier um eine besonders ansehenswerte Ausgabe handelt. Die Hülle ist, wie auch die CD, im passenden dunkelblau gehalten, verfügt aber über eine silberne Stanzung, die zu einem wirklichen Eyecatcher avanciert. Zum anderen sei erwähnt, dass hier ein wirklich gelungenes Booklet beiliegt, was nicht nur mit beachtenswerten Fotos und den Lyrics, sondern auch mit kleinen Informationen zu den einzelnen Titeln aufwartet. Neben diesem visuellen Anreiz sind noch drei Bonustracks drauf gepackt,  was dem Fan den Griff zu dieser Ausgabe deutlich erleichtern sollte.

Da man aber CDs nicht gerade wegen ihrer Optik erwirbt, sei sich nun auf das Wesentliche konzentriert und dies sind die dargereichten Stücke. Auch hier verstehen es Faun mit einem Großteil der angebotenen Songs zu verzaubern oder dem Hörer ein Stück Lebensfreude zu vermitteln. Nach dem mystischen und leider etwas kurzen Intro steht mit „Walpurgisnacht“ schon einer dieser lebensbejahenden Titel an. Beschwingt und voller positiver Energie gibt es hier eine mitreißende Umschreibung dieser besonderen Nacht. Das nachfolgende „Bunte Volk“ ist zwar deutlich ruhiger, dafür können aber die Instrumente besser in den Vordergrund treten und ihre einzigartige Wirkung erzielen. Zudem wurde hier mit einem Gastmusiker gearbeitet, und kaum einer würde angesichts des Themas besser passen als Michael Rhein von In Extremo. Die raue, spröde Stimme des Frontmanns bietet einen gelungenen Kontrast zur klaren hohen Stimme von Katja Moslehner und verschafft dem Titel einen deutlichen Zugewinn. Eigentlich hätte Michael Rhein auch noch etwas länger verweilen können, denn mit „Cuncti Sinus“ kennt er sich ja ebenso aus. Schaffen In Extremo mit ihrem „Ave Maria“ ein rotziges Abbild, setzen Faun auf leise, beschwörende Töne. Diese Version kann durchaus faszinieren, auch wenn es an der letzten Eindringlichkeit fehlt.

Die Befürchtung, dass wie bei ihrem letzten Album etwaige Mainstream-Vorwürfe auftauchen könnten, muss man auch bei „Luna“ befürchten. Auch hier werden Titel zu Gehör gebracht, die etwas den Verkaufszahlen geschuldet zu sein scheinen. „Hekate“ verfügt beispielsweise über einen Schlagertouch, der sicher auch Dieter Thomas Heck gefallen würde.  Sicher kann man im Refrain mit den Chören und der guten Instrumentierung das Ruder ein Stück weit herumreißen, unterm Strich bleibt es aber ebenso unscheinbar wie „Die wilde Jagd“.

„Frau Erde“ hingegen kann vollends begeistern. Das längste Stück des Albums verzaubert mit seiner Mystik und seiner außergewöhnlich guten Instrumentierung. Mit Anmut vorgetragen und lyrisch eins der ausgereiftesten Lieder, nimmt es mit in die ganz eigene Welt von Faun und vermag unglaublich zu verzaubern. Das abschließende „Abschied“ ist eine Ode an die Heimat und die Natur. Als Kleinod möchte man den Titel zwar nicht bezeichnen, aber auch den Abschluss der regulären CD kann man als gelungen bezeichnen.

Zu den Bonustracks zählt die Neuauflage von „Wind & Geige“, welches ebenso vor Lebensfreude sprüht wie das nachfolgende „Die Lieder werden bleiben“. Zu guter Letzt  gibt es mit „Era Escuro“ noch ein absolutes Glanzstück zu hören. Kaum zu glauben, wie so ein zartes Stück so tief eindringen kann. Stimme und Instrumente schmeicheln sich dermaßen ein, dass man dem Titel noch ewig lauschen möchte.

Insgesamt bieten Faun ein stimmiges und rundes Konzeptalbum an. Der ausgezeichnete Sound kann zudem noch seinen Teil beitragen, den faszinierendem Klangteppich, den die Musiker auslegen, bis ins letzte Detail zu transportieren. Aber gerade wegen dieses exzellenten Klangbildes wünschte man sich hin und wieder einige längere Instrumentalteile, die dem Gesamtbild sicher noch etwas mehr zu Gute kommen würden. Aber auch ohne dem dürfte man sich sicher sein, dass „Luna“ Fans der Mittelaltermusik sicher begeistern kann.

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