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Faun: Eden

Hier werden die Mythen des Paradieses dargestellt
Wertung: 8.5/10
Genre: Folk
Spielzeit: 72:02
Release: 24.06.2011
Label: Banshee Records

Ganze vier Jahre hat es gedauert beziehungsweise Faun haben sich ganze vier Jahre Zeit gelassen, um uns das neue Werk zu präsentieren. Nun aber ist es da und hört auf den Namen „Eden“. Das ist ja beinahe plakativ, dass die Band, die sich der mittelalterlichen Weisen verschrieben hat, ihr Album nach dem Paradies benennt. Aber nein, denn bei „Eden“ handelt es sich um ein Konzeptalbum, welches die vielen Geschichten aus den verschiedensten Perspektiven um den Garten Eden behandelt. Ein großes Unterfangen, wenn man mal bedenkt, wie viel über den geheimnisvollen Garten geschrieben wurde.

Mit 14 Titeln und über 72 Spielminuten zeigen Faun aber auch, dass sie die gesamte Zeit genutzt haben. Los geht es mit „Lupercalia“, einem Song, der mit mittelalterlichen Chorgesang untermalt wurde. Dieser Chorgesang stammt von dem englischen Mediaeval Baebes. Thematisch behandelt der Song das lustvolle Fest des Faunes Luperucs. Musikalisch ist der Einstieg in das Album „Eden“ einfach nur Faun. Wunderschöne Klänge, die einen entführen in eine Welt, die lange vergangen und doch so nah ist.

Bei „Zeitgeist“ ist dann SaTyrs Stimme im Vordergrund und er entführt den Hörer noch tiefer in die alte Welt. Kunstvoll werden hier Harfen, Flöten und Perkussion ineinander verwoben und bilden so ein Ganzes, das nicht schöner sein könnte. Zwischen den beiden Stücken stimmt auch die Abwechslung, so dass die Neugierde immer größer wird, was denn noch im Garten Eden so los gewesen ist. Es geht weiter mit „Iduna“, einem Song, der von Fiona gesanglich performed wird. Eine weitere Reise wird begonnen, der Hörer wird noch tiefer in die Sagenwelt mitgenommen, scheinbar gibt es schon an dieser Stelle des Albums kein Entrinnen mehr für den Hörer. Auch möchte er es an dieser Stelle nicht. Die Wahl, sich wieder komplett auf die mittelalterliche Instrumentalisierung und akustische Art zu konzentrieren, ist genau die richtige gewesen, um die Welt Edens darzustellen. Der vierte Song „The Butterfly“ ist rein instrumental gehalten und nach nur eineinhalb Minuten geht es direkt in „Adam Lay Ybounden“ über. Hier handelt es sich um die Vertonung eines Schriftstücks aus dem 15. Jahrhundert und es ist die Geschichte, die in der Bibel unter Genesis zu finden ist.  Obwohl englische Sprache genutzt wird, ist der Song aufgrund eigentümlicher Betonung schwierig zu verstehen. Der Song passt hervorragend zu den vorher gespielten.

Alle enthaltene Songs sind wirklich kleine Kunststücke an sich, bis ins Detail wurde über die Spielweise, die Wahl der Instrumente und auch die Wahl der Vocals nachgedacht, so dass man sich nicht vorstellen kann, das Faun noch irgendwas anderes in den letzten vier Jahren gemacht haben, als an diesem Album zu arbeiten. Generell haben sich Faun aufgemacht zu sammeln, was sich um den Mythos Eden rankt. Und es ist schwierig, noch den einen oder anderen Song herauszunehmen, ohne den anderen, durch Nichtbeachtung Unrecht zu tun. Wenn man ein in sich komplett abwechslungsreiches Album hören möchte, ist man hier sicher an der falschen Adresse, denn die Abwechslung lässt Song für Song nach. Das jedoch ist auch sicher nicht der Sinn gewesen, eher den Mythos Edens zu transportieren und das haben Faun in den über 70 Spielminuten hinreichend geschafft. Wer also Mystik, traumhafte musikalische Arrangements und gefühlvolle Stimmen sucht, der ist hier an der Pforte des Paradieses angekommen. Nun gilt es einzutreten und den Äpfeln aus dem Weg zu gehen, sonst droht der Rausschmiss.

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