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Fatum Elisum: Homo Nihilis

Alles in allem zu langatmig
Wertung: 4/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 70:19
Release: 28.10.2011
Label: Aesthetic Death

Man macht in der kalten Jahreszeit ja gerne mal den Fehler, sich vermeintlich passende Musik herauszusuchen; vornehmlich Doom, in diesem Fall noch dazu aus Frankreich, wo man ja dieser Tage öfters mal recht kreativem Output ausgesetzt ist. Bei den Jungs von Fatum Elisum gilt langsam, langsamer, Doom. Bei einer Fünf-Track-EP von 70 Minuten (!) Laufzeit kann man schon das Schlimmste befürchten; es gibt wahrlich nur wenige Bands auf der Welt, die über Songzeiten von einer Viertelstunde oder länger den Hörer fesseln können, ohne sich dabei zu wiederholen.

Fatum Elisum beherrschen diese Kunst auch nur bedingt. Einen dicken Pluspunkt gibt es in erster Linie mal für Sänger EndE, der eigentlich durchgehend - bis auf einen kleinen Patzer bei "The Twilight Prophet", aber bei fast 21 Minuten Spielzeit lässt sich das verzeihen - einen wirklich guten Job macht. Wer sich ein wenig über den am Rande wahrnehmbaren Hall wundert: Die Vocals wurden allesamt in der Kirche Saint Romain in Cailly aufgenommen; ein Umstand, den man nur minimal hört, der dem Album aber möglicherweise noch einen besonderen Schliff gibt.

So insgesamt wird man aber das Gefühl nicht los, dass Fatum Elisum streckenweise ihren roten Faden im Gewühl der schleppenden Gitarrenriffs verloren haben. Ist aber aber auch nicht einfach, sich bei Tracks zwischen 15 und 21 Minuten Laufzeit noch einigermaßen zurecht zu finden - nur sollte man sich auf kürzere Songs beschränken, wenn man so schnell die Orientierung verliert. Interessant ist da schon eher das Stimmvolumen des Fronters; obwohl er nicht versucht, es mit großen Stimmtalenten aufzunehmen, wechselt er mit fast derselben Tonlage zwischen Resignation, Verzweiflung und etwas wie unterdrückter Wut, und genau diese Emotionen sind es, was die Songs am Leben halten; denn seien wir ehrlich, der Rest der Band beherrscht seine Instrumente zwar, kann aber über die volle Distanz die Aufmerksamkeit nicht unbedingt fesseln.

Gestartet wird aber erstmal, der erwähnten Kirche entsprechend, mit choralen Männergesängen, bevor mit dem ersten richtigen Track "Pursuit Of Darkness" direkt der beste Song der Platte präsentiert wird. EndE zeigt sich in richtig guter Form und einer Mischung aus Type O Negative und Paradise Lost, ohne irgendwelche gesangliche Akrobatik einzubauen. Ein wirklich guter Song, der trotz der Viertelstunde Laufzeit auch gerne öfter gehört werden kann.

Der Rest der Platte lässt sich eigentlich recht einfach mit einem Wort zusammenfassen: langwierig. Bis die Franzosen mal aus dem Quark kommen, ist das halbe Lied rum und das muss bei der Länge ja schon was heißen. Ja, Doom ist eine langsame Spielart des Metal, aber man muss es nicht übertreiben, und schließlich schaffen es auch genügend Doombands, ihre Stücke trotz Überlänge spannend zu gestalten. Erst beim Titeltrack wird durch rasante Introgitarren, die ein wenig an Queens Of The Stone Age erinnern, und teilweise genutzte Death-Growls wieder Aufmerksamkeit erlangt. Zwischendurch erwischt man sich aber immer mal wieder dabei, wie man abschweift; kein Wunder, bei dem "Tempo", in dem hier die Saiten angeschlagen werden.

Fazit: Klar, Fatum Elisum sind definitiv Doom, aber so recht begeistern mag "Homo Nihilis" nicht. Einige sehr gute Ansätze werden durch pure Lahmarschigkeit wieder zunichte gemacht, obwohl EndE wie gesagt einige Passagen mit sehr schönem Klargesang rettet. Vielleicht wären das nächste Mal doch kürzere, knackigere Songs angebrachter, bei denen man nicht nach der Hälfte versucht ist, weiterzuspulen.

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