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Fates Warning: Darkness In A Different Light

Als wären sie studiotechnisch nie wirklich weg gewesen
Wertung: 9/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 56:48
Release: 30.09.2013
Label: InsideOut Music

Auch wenn Fates Warning in den letzten, etwas mehr als neun Jahren studiotechnisch so gut wie gar nicht stattgefunden haben, so konnten sie sich in den Köpfen und vor allem in den Herzen der Fans allein deswegen platzieren, weil sie immer wieder auf Tour gekommen sind, wobei es für viele Bands einfach beschämend sein muss, wie souverän das US-Quintett dabei agierte. Und so ganz waren sie schon allein dadurch nicht wirklich aus der Welt, da vier Fünftel der Truppe auch am superben Arch/ Matheos-Album „Sympathetic Resonance“ mitwirkten – schließlich sind drei Songs aus der Schreiberzeit für „Darkness In A Different Light“ sogar auf diesem Album gelandet.

Gute vier Jahre haben sie nun für die Umsetzung des neuen Rundlings tatsächlich gebraucht, wobei die Hauptschreibphase eigentlich erst 2011 begann und in diesen fast 57 Minuten mündet. Wichtig dabei ist, dass sie sich wieder vom experimentelleren „X“-Weg abwenden und eindeutig mehr der rockigeren, Gitarren-dominierten Seite zuwenden, wobei die Band selbst betont, nicht wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren zu wollen – jedenfalls trüben keine Keyboards oder sonstigen elektronischen Spielereien den Hörspaß.

Aber die sind nun mal da, bei den Wurzeln natürlich. Vielleicht nicht gerade mit dem knapp neunzigsekündigen „Falling“, denn hier gibt es ausschließlich Ray Alder mit spärlicher Akustikklampfenbegleitung – Schmerz, Enttäuschung, Melancholie, alles in diesen wenigen Zeilen verpackt, was an sich inhaltlich nicht ungewöhnlich für Fates Warning ist, die Umsetzung aber komm schon überraschend. Viel länger muss der Track dann auch gar nicht sein, um auf den Punkt zu kommen und Schubkarren voller Emotionen zu transportieren, zumindest so viele, dass selbst Balladenhasser sicher kurz vor Gänsepelle stehen.

Dabei ist der Albumstart wesentlich heftiger ausgestattet als man vermuten könnte. Die Gitarren braten schon recht ordentlich vom Fleck weg, wobei doch schon immer das große Plus der Band war, nicht nur in detailverliebte Frickeleien zu verfallen, sondern bei aller Progressivität auch noch eingängige Songs zu schreiben. Gut, die meisten Gitarristen werden sich schon die Finger verzwirbeln, wenn sie nur versuchen, die Rhythmik der Progger-Könige  einzuüben, doch „One Thousand Fires“ gehört einfach zu diesen emotional-melancholischen Meisterwerken, der mit jedem Durchgang reift.

Richtig schön fett kommt auch der Anspieltipp „Firefly“ mit den tiefer gestimmten Gitarren daher. Hier paaren sich Wucht, Eingängigkeit und das typische Fates Warning-Pathos wie schon früher zu dieser perfekten Mischung inklusiver proggiger Harmonie. All das findet man in dem durchaus abwechslungsreicheren, nicht minder melodiösen „I Am“ wieder, welches aber wesentlich vertrackter aufwartet, immer wieder von gerade vom den Drumschlägen lebt und nach dem ruhigen Beginn sogar ein paar Mustasch-Vibes ausatmet. Über alles thront aber wie auf dem ganzen Scheibchen ein Ray in absoluter Bestform, der mit seinen Stimmbändern immer wieder zu Gefallen weiß und auch immer die richtigen Gefühlsregungen hervorruft. „Desire“ sprüht dann ab ca. zweieinhalb Minuten ein wenig King’s X-Feeling aus, was aber auch gar nicht schlimm ist, sind und bleiben Fates Warning einfach immer nur ein Original in der ersten Reihe.

Ganz großes Kino bildet dann auch der Rausschmeißer „And Yet It Moves“ mit dem einmal mehr akustischen Start, entwickelt sich dann aber zum deutlich sperrigeren Song und gehört natürlich mit seinen mehr als vierzehn Minuten nicht gerade zu den „easy-listening“-Leichtgewichten, sondern genau zu den Tracks, mit denen man sich zig mal auseinander setzen kann und doch noch nicht alle Feinheiten entdeckt hat.

Im Grunde bekommen die Fates Warning-Fans noch immer genau das, was der Name verspricht: Prog bis zum Anschlag, immer mit einer schönen Grundhärte ausgestattet und nicht wie durch die experimentelleren (Ab)Wege des Vorgängers ein wenig ausgebremst. Natürlich dürfen die Vergleiche mit Arch/ Matheos mit ins Boot gezogen werden, denn  beide Alben befinden sich voll auf Augenhöhe.

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